Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Ostermann stellt den Sozialpsychiatrischen Verbund Emden vor. Der Verbund bestehe bereits seit 1997 und stütze sich auf gesetzliche Vorgaben nach § 8 Nieders. Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen (PsychKG). Anhand eines Diagramms gibt Herr Ostermann einen Überblick über die psychiatrischen Hilfsangebote in Emden. Er weist darauf hin, dass in Emden bereits seit langem ein dichtes und qualitativ gutes Versorgungsangebot vorläge. Vor allem die veränderten sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordern in den kommenden Jahren eine engere Vernetzung durch Kooperation der bestehenden Angebote mit dem Ziel der Ausnutzung von Synergieeffekten und der Verhinderung sozialer Ausgrenzung sowie der Verschlechterung der sozialen und psychischen Lage. Insbesondere komme der ambulanten Versorgung eine immer stärker werdende Bedeutung zu.

Für Emden bedeute dies, sich zukünftig deutlich stärker als bisher der Altersentwicklung zu stellen. Neben den Säulen Kinder/Jugendliche/Sport und Lehre/Ausbildung/Arbeit sei die dritte Säule das Alter und damit der Verbleib der Menschen in ihren Wohnungen bzw. Wohnvierteln sowie die Gesundheitsversorgung dieser Menschen. Es sei zwar eine ausreichende Versorgung mit stationären Wohnheimplätzen vorhanden, es fehle jedoch aus Sicht des Sozialpsychiatrischen Verbundes ein ausbaufähiges ambulantes Betreuungsangebot. Daher sei die verbesserte Vernetzung der bisherigen Altenplanung sinnvoll und dringend geboten. Ein weiteres Problemfeld stelle das vollständig fehlende Versorgungsangebot für den Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie dar. Mit Schließung der Ambulanz im Emder Krankenhaus sei hier jegliches Wirken zum Erliegen gekommen. Daher müsse auch hier dringend nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

Als 3. Problemfeld sei die Versorgung chronisch suchtkranker Menschen zu benennen. Auch hier fehle bisher ein stützendes Wohn- und tagesstrukturierendes Angebot im ambulanten Bereich. Allerdings habe dieser Bereich bereits durch den Tagesaufenthalt mit der Praxis AKUT eine Verbesserung erfahren. Darüber hinaus existiere inzwischen ein betreutes Wohnangebot sowie ein stützendes Angebot zur Tagesstruktur in der Tagesstätte Tandem. Herr Ostermann macht deutlich, dass der ambulante Bereich neben dem stationären Bereich mindestens ebenso gewichtig sei und vieler Hände und Köpfe bedarf. Daher richte er auch an dieses Gremium die Bitte, an der Vernetzung der vorhandenen Strukturen mitzuwirken.

 

Frau Elfriede Meyer erkundigt sich, ob regelmäßig Treffen mit den einzelnen Einrichtungen stattfinden würden.

 

Herr Ostermann erwidert, dass zweimal jährlich Vollversammlungen mit allen Vertretern der jeweiligen Einrichtungen stattfänden. Allerdings bestünden seitens der Einrichtungen keine Verpflichtungen, sich an getroffene Beschlüsse zu halten. Da Einrichtungen zum Teil miteinander konkurrieren, sei hier noch Entwicklungsarbeit erforderlich.

 

Herr Schild möchte wissen, ob der im Tagesaufenthalt tätigen Ärztin gekündigt werden soll und ob die Arbeit dadurch gefährdet sei.

 

Herr Dr. Decker erklärt, dass eine Kündigung nicht geplant sei.

 

Frau Orth fragt nach, wie hoch der Bedarf in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sei.

 

Herr Ostermann erläutert, dass zurzeit keine verlässlichen Zahlen vorliegen. Allerdings werde seit Jahren ein ständig steigender Bedarf festgestellt. Er führt weiter aus, dass es Wunsch sei, zusammen mit dem Ausschuss für Gesundheit und Soziales sowie der Öffentlichkeit einen Fachbeirat zu schaffen, der die Belange der psychisch kranken Menschen stärke.

 

Herr Götze verweist auf die Studie der DAK, wonach bereits heute die Krankschreibung wg. psychischer Probleme die größte Häufigkeit zeige. Er erkundigt sich, welche Präventionsmaßnahmen geplant seien.

 

Herr Ostermann führt aus, dass eine Kooperation mit dem Präventionsrat erforderlich ist. Die primäre Aufgabe des sozialpsychiatrischen Verbundes sei es, Lücken zu verringern und Doppelstrukturen aufzulösen. Darüber hinaus gebe es die Selbstverpflichtung, für psychisch kranke Menschen in Emden ein Angebot zu schaffen. Abschließend weist Herr Ostermann auf eine Aktualisierung des Sozialpsychiatrischen Plans hin.