Herr Engels erläutert aufgrund vorliegender Anfragen anhand eines kurzen Vortrages die Neuorientierung der Förderpraxis in der offenen Altenhilfe. Hintergrund für die Neugestaltung sei das Ergebnis der Arbeitsgruppe Demografischer Wandel, wonach es in Emden immer mehr alte, kranke und vereinsamte Menschen gäbe. Um einer Vereinsamung und der damit möglicherweise verbundenen psychischen Erkrankung vorzubeugen, solle die Förderung alter Menschen intensiviert werden. Der Verwaltung sei durchaus bewusst, welche wertvolle Arbeit in den Vereinen und Verbänden im Rahmen der Altenhilfe geleistet werde. Jedoch reiche diese Arbeit nicht aus, um der gegenwärtigen Entwicklung entgegenzuwirken. Daher sollten beginnend mit dem Jahr 2006 ausschließlich Projekte gefördert werden, die u. a. zum Ziel haben, der Vereinsamung und psychischen Erkrankung von älteren Menschen vorzubeugen.

Eine entsprechende Antragstellung sei notwendig, um eine ausgewogene Projektfinanzierung sicherzustellen. Die eingereichten Anträge werden von einer Jury bewertet, deren Besetzung nach Funktionen erfolge und sich an die vom GSO und vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Vorgaben halte (siehe Anlage).

 

Herr Grix äußert seinen Umnut und bringt zum Ausdruck, dass der Fragebogen für Projekte eine Überforderung für die Vereine darstelle. Er halte die Art und Weise der jetzigen Vorgehensweise überdenkenswert, zumal auch durch die Vereinsarbeit der Vereinsamung älterer Menschen entscheidend entgegengewirkt werde. Auch die Vereine würden projektorientiertes Handeln leisten, so dass er die Aufforderung an die Verwaltung richte, ihr jetziges Handeln zu überdenken.

 

Herr Lutz erwidert, dass im Rahmen der Haushaltskonsolidierung eine Richtlinie entwickelt worden sei, die auch die Förderung neu regele. Nachdem diese Richtlinie auch in diesem Ausschuss ihre Zustimmung bekommen habe, werde nunmehr entsprechend gehandelt. Sofern eine andere Handlungsweise gewünscht werde, müsse die Richtlinie überarbeitet und in den zuständigen städtischen Gremien neu beraten und beschlossen werden.

 

Herr Engels weist darauf hin, dass der Antrag im Wesentlichen nur aus 3 Punkten bestünde. Es werde abgefragt, welche Institution mit welchem Projekt und der Art der Finanzierung einen Antrag stellt. Da die Mittel nur begrenzt zur Verfügung stünden, würde dies für den Fall, dass alle Antragsteller berücksichtigt werden würden, bedeuten, dass nach dem Gießkannenprinzip gehandelt werde.

 

Herr Ammersken schlägt vor, in der nächsten Sitzung des Ausschuss für Gesundheit und Soziales das Thema neu zu behandeln.

 

 

Herr Dr. Decker führt aus, dass die Arbeit des Mammomobils in Emden erfolgreich zum Anschluss gebracht worden sei. Insgesamt wurden 6.280 Frauen zu einer Vorsorgeuntersuchung im Rahmen von Brustkrebserkrankungen eingeladen. 3.848 Frauen hätten einen Untersuchungstermin wahrgenommen, was einen Prozentanteil von 61,3 % entspräche. Bei 115 Frauen sei eine spezielle Nachuntersuchung erforderlich gewesen und 32 Brustkrebserkrankungen seien entdeckt worden. Er danke allen Beteiligten und der Presse für die geleistete Unterstützung.

 

Frau Lina Meyer spricht Herrn Dr. Decker ihren Dank aus. Sie fragt an, warum nicht Frauen bis zu einem Alter von 59 Jahren eingeladen worden sind.

 

Herr Dr. Decker erwidert, dass die Vorsorgeuntersuchungen für Frauen unter 59 Jahren von der Finanzierung, z.B. durch Krankenkassen, abhängig sei.