Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau Schrader trägt vor, ergänzend zu der Mitteilungsvorlage wolle sie kurz den aktuellen Sachstand zu dem Bauvorhaben im Bereich der Küchen in Barenburg mitteilen. Die Küche in der Grundschule Grüner Weg ist bereits betriebsbereit, sodass dort das Vorhaben komplett abgeschlossen sei.

 

Hinsichtlich der Küche am Pauluskindergarten teilt sie mit, dass dort das Bauvorhaben noch nicht so weit fortgeschritten sei, wenn es auch hier erhebliche Fortschritte gegeben habe. Die Submission habe Mitte Oktober stattgefunden und die fachtechnische Prüfung und die Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt der Angebote sei mittlerweile abgeschlossen. Am 24.10.07 sei ein Schreiben der zentralen Polizeibehörde eingegangen, in dem auf besondere Gefahrenforschungsmaßnahmen im Bereich der Kampfmittelbeseitigung hingewiesen worden sei. Der beteiligte Architekt habe sofort bei den entsprechenden Spezialfirmen angefragt. Im Moment warte man auf ein Angebot und einen Termin zur Klärung dieser Gefahrenquelle.

 

Frau Schrader erläutert dann die Zeitleiste. Es zeichne sich die Richtung ab, dass eine dritte Planungsvariante zu dem Baukörper und dessen Ausstattung mit den Trägervertretern abgestimmt werde, um dann aufgrund der aktuellen Preisentwicklung im Baugewerbe mit der dritten Grundrissvariante in ein neues Bauantragsverfahren starten zu können. Sie gehe davon aus, dass im März oder April der Innenausbau dieser Küche abgeschlossen werden könne, sofern der Winter relativ mild werde. Aufgrund der aktuellen Preisentwicklung müsse man davon ausgehen, dass es zu einer Überschreitung des bisher abgestimmten Kostenvolumens um rund 1/3 kommen werde. Die Ausstattung, die ursprünglich mit 50.000 € kalkuliert worden sei, liege nunmehr bei rund 70.000 € und auch der Baukörper werde sich voraussichtlich um 40.000 € verteuern. Genauere Zahlen würde sie dann vorlegen, sobald die aktuelle Planung konkret berechnet werden könne.

 

Bezüglich des eigentlichen Tagesordnungspunktes – der Vorsorgung in den Kindertageseinrichtungen mit Mittagessen – möchte Frau Schrader einige Punkte, die sie als besonders problematisch auch im Dialog mit den Trägern und den Mitarbeitern in den Einrichtungen erlebe, herausstellen. Die Qualität der Versorgung in den Einrichtungen würde einer kindgerechten Versorgung nicht entsprechen, da bei den aktuellen Catering-Betrieben im Stadtgebiet kein adäquates Angebot zu einem akzeptablen Preis zu finden sei. Ein weiteres Problem sei das Verfahren der Abrechnung für die Mittagsmahlzeiten. So werde in den meisten Einrichtungen ein sogenanntes Gruppengeld erhoben, wobei sich die Eltern an den Umlagen für Getränke und Frühstückskosten beteiligten. Zusätzlich würden dann noch einmal die Kosten für das Mittagessen an die Eltern weitergegeben, sodass sich ganz erhebliche Kosten für die Verpflegung ergeben würden. Im Hinblick auf die immer knapper werdenden Ressourcen in vielen Familien würden die Eltern zunehmend aus der Mittagsverpflegung aussteigen bzw. die laufenden Rechnungen nicht mehr begleichen können. Diese führe zu Defiziten.

 

Sie weist darauf hin, dass das heutige Mittagessen in den Einrichtungen weit über eine Sättigung hinausgehe. Es gehe auch um die Aspekte einer gesunden Ernährung und eines gemeinsamen Handels. Auf der einen Seite würden die Betreuungszeiten stets ausgeweitet, um den Wünschen der Eltern gerecht zu werden, auf der anderen Seite mangele es in zahlreichen Einrichtungen an der Möglichkeit, die Kinder angemessen zu verpflegen.

 

Abschließend stellt Frau Schrader fest, in einer der letzten Sitzungen des Jugendhilfeausschusses habe die Leiterin der Kindertagesstätte Schwabenstraße mitgeteilt, dass diese Einrichtung zwar über eine ausreichende Küche verfüge, jedoch mangele es dort an Personal, um die Mahlzeiten zubereiten zukönnen. Für die Kindertagesstätte Barenburg weist Frau Schrader darauf hin, dass der Zustand der jetzigen Küche keineswegs den Anforderungen entsprechen würde, im nächsten Kindergartenjahr die über 100 Kinder mit einer Mittagsmahlzeit zu verpflegen.

 

Frau Meinen bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Die Frage von Frau Risius, ob geplant sei, hinsichtlich der dritten Variante zur Planung des Pauluskindergartens auch zu rammen, wird von Frau Schrader bestätigt.

 

Herr Schild fragt an, welche Summe in die Küche der Schule Grüner Weg investiert worden sei und mit welchem Betrag bei dem Kindergarten der Paulusgemeinde zu rechnen sei. Weiter bittet er um Auskunft, ob es nicht vernünftiger gewesen wäre, eine gemeinsame Küche einzurichten.

 

Herr Schild geht anschließend auf die kindgerechte Versorgung der Kinder in den Einrichtungen ein.

 

Herr Lutz entgegnet, im letzten Jahr habe man lange in den Fachausschüssen und auch im Rat darüber diskutiert, ob eine gemeinschaftliche Küche eingerichtet werden solle. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Lösung viel teurer sei. Außerdem habe der Kindergarten der Paulusgemeine die Essensversorgung selber durchführen wollen. Die Frage der Kosten könne er nicht beantworten, weil diese von den Trägern erhoben würden.

 

Hinsichtlich der Frage einer zusätzlichen Arbeitskraft in der Kindertagesstätte Schwabenstraße erinnert Herr Lutz daran, dass hier der Rat die Haushaltshoheit habe und im Rahmen der Budgetverhandlungen darüber diskutieren und entscheiden könne.

 

Herr Grix bemerkt, er unterstreiche die Ausführungen von Frau Schrader. Auch habe er aus eigenen Erfahrungen und Gesprächen mit den Kindergartenleiterinnen festgestellt, dass die Ansichten über ein kindgerechtes Essen sehr unterschiedlich seien. Zwar werde das Essen aus der Küche der AWO weitestgehend akzeptiert, doch seien die Wege oft sehr weit. In Petkum seien zum Schluss nur noch sieben Eltern bereit gewesen, das Essen zu bezahlen. Wenn man noch weiter mit dem Preis in Höhe von 2,50 € nach unten gehe, sei keine gesunde Ernährung mehr möglich. Diese führe dazu, dass die Kinder fehlernährt würden. Es müsste mit den Trägern im Einzelnen diskutiert werden, wie die Belieferung nunmehr erfolgen solle, denn nicht in jeder Einrichtung könne eine Köchin eingestellt werden. Darüber müsse sich auch der Rat Gedanken machen.

 

Er führt weiter aus, auch müsse zunächst der Bedarf festgestellt und berücksichtigt werden. Es gäbe auch genügend Eltern, die könnten das anfallende Essensgeld in Höhe von ca. 25 € nicht aufbringen. Hierbei handele es sich meistens um die Kinder, die eine kindgerechte Ernährung am Notwendigsten hätten.

 

Herr Kühl bezieht sich auf die Frage von Herrn Schild und teilt mit, dass der Küchenanbau beim Kindergarten Paulusgemeinde ca. 200.000 € kosten werde. Er sei aber dennoch der Meinung, dass eine gemeinsame Küche nicht günstiger geworden wäre, da auch Auflagen zu erfüllen gewesen wären.

 

Hinsichtlich der Essenszubereitung in den Einrichtungen erklärt Herr Kühl, in den meisten Kindertagesstätten seien nur Ausgabeküchen vorhanden, sodass nur in der Kindertagesstätte Schwabenstraße und ab dem nächsten Jahr im Paulus-Kindergarten selber gekocht werden könne. Er schlägt vor, zunächst einmal auszuprobieren, unter welchen Bedingungen in diesen beiden Einrichtungen gesunde Ernährung zubereitet werden könne.

 

Weiter erklärt Herr Kühl, in Emden würden über 600 Kinder in den Kindertageseinrichtungen mit Essen verpflegt. Das sei eine gewaltige Größenordnung. Aus diesem Grunde müsse man sich Gedanken machen, wo ein Anbieter zu finden sei, der kindgerechtes Mittagessen anbieten könne. Auch müsse man darüber diskutieren, ob die Stadt Emden selber in der Lage sei, eine Großküche anzubieten. All das müsse gemeinsam diskutiert werden.

 

Bezüglich der Kosten für ein Essen stellt Herr Kühl fest, dass der derzeitige Preis nahezu verdoppelt werden müsste, wenn die Nebenkosten berücksichtigt würden. Um die realen Kosten für ein ausgegebenes Essen wieder hereinzubekommen, würde eine Mahlzeit 3 € kosten.

 

Herr Schild bemerkt, es gäbe klare Richtlinien von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die vorgeben würden, wie Kinder zu ernähren seien. Weiter teilt er mit, ein Hartz IV-Empfänger habe im Moment 2,70 € pro Tag für das Essen zur Verfügung. Davon müssten sie dann auch noch das Essen in der Kindertagesstätte in Höhe von 1,50 € bezahlen.

 

Herr Sprengelmeyer trägt vor, die Frage der Gesamtkosten von Schule und Paulus-Kindergarten wolle er zurückstellen, da diese Zahlen noch nicht vorliegen würden. Das werde er in einer der nächsten Sitzungen des Jugendhilfeausschuss oder des Schulausschusses beantworten.

 

Er fasst zusammen, es werde deutlich, dass hier ein sehr großes Problem vorliegen würden. Es sei darüber auch im Schulausschuss diskutiert worden. Auch lägen dazu verschiedene Anträge vor. In den Schulen sei die Situation insofern katastrophal, als dass die Jugendlichen die Möglichkeit der Mittagsversorgung zurzeit nicht annehmen würden bzw. diese Möglichkeit derzeit noch nicht gegeben sei. Gleichwohl habe die Stadt Emden die Verpflichtung, bezüglich der Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kindertagesstätten zu einer vernünftigen Lösung zu kommen und ein durchgängiges Konzept zu erstellen  Unzweifelhaft sei auch Sinnhaftigkeit eines gesunden kindgerechten Essens. Es sei durch die Diskussion deutlich geworden, wie schwierig es sei, eindeutiges Daten- und Zahlenmaterial zu bekommen, gleichwohl müsse man das Ziel haben, im ersten Halbjahr des nächsten Jahres zu ersten Ergebnissen zu kommen.