Beschluss: einstimmig

Den in der Anlage zur Vorlage 15/0577 aufgeführten Veranstaltungen für die Spielzeit 2008/2009 wird mit den Änderungen aus der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Erwachsenenbildung am 29.01.2008 zugestimmt.

 


Herr Janssen stellt die Veranstaltungen im Konzert – Abonnement „Blau“, das Musiktheater – Abonnement „Rot“ Opern, das Musiktheater – Abonnement „Rosa“ sowie das gemischtes Abonnement „Gelb“ Gastspiele, Musicals,  vor und erläutert diese. Er erläutert die Ein- und Ausgaben im Veranstaltungsprogramm für die Haushaltsjahre 2008 und 2009. Abschließend stellt er fest, dass wahrscheinlich die Einnahmen um 40.000 € niedriger ausfallen werden, als im Haushalt angegeben worden sei.

 

Herr Docter macht deutlich, vor zwei Jahren sei aufgrund der nicht getätigten Einnahmen die Reduzierung der Stücke eingeführt worden. Die Einnahmen seien ein wichtiger Faktor. Auch vor dem Hintergrund des Anstiegs der Preise sei sich die Verwaltung sicher, hier richtig reagiert zu haben. Ansonsten wäre man in ein größeres Defizit gelaufen. Auch sei er sich sicher, dass in den letzten Jahren der Bereich der Vermarktung deutlich gestärkt worden und besser erreichbar sei. Auch könne heute jeder Haushalt auf den „Kuckuck“ zurückgreifen, der an vielen Stellen angeboten werde. Die Presse berichte sehr ausführlich über das Angebot von Veranstaltungen. Bezüglich der Zuschauerentwicklung müsse man konstatieren, dass hier ein bestimmtes menschliches Verhalten vorliege, zumal die Veranstaltungsdichte in Emden zugenommen habe.

 

Frau Hoffmann fragt an, ob es möglich wäre, die Besucherzahlen auch hinsichtlich der Altersgruppen zu analysieren.

 

Herr Janßen erklärt, gerade im Operettenbereich sei deutlich ersichtlich, dass Zuschauer aufgrund des fortgeschrittenen Alters wegblieben und keine neuen Abonnenten nachwachsen würden. Anders sei es bei der Oper und bei den Konzerten. Hier bleibe die Besucherstatistik konstant und auch sehr viele junge Leute würden sich dafür interessieren.

 

Er führt weiter aus, er habe versucht, die Besucher die Nachmittagsvorstellung im Operettenbereich aufgrund der geringen Zuschauerzahlen zur Abendvorstellung einzuladen. Dieses sei jedoch von einem Mitglied des Seniorenbeirates abgelehnt worden, da die Leute auf ihre Nachmittagsvorstellung bestehen würden.

 

Herr Docter bemerkt, bei der Betrachtung der Besucherzahlen sei auch untersucht worden, wie das Verhältnis zwischen Einzelverkauf und Abo aussehe. Dort sei festgestellt worden, dass im freien Verkauf die Besucherzahlen konstant bleiben würden, während bei den Abonnenten ein Rückgang zu verzeichnen sei. Das sei ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Leute weniger binden möchten und flexibler bleiben wollen.

 

Frau E. Meyer ist der Ansicht, dass die Zahlen zeigen würden, dass in der Vermarktung etwas falsch gemacht werde.

 

Herr Docter erwidert, grundsätzlich würde in Emden eine deutliche Verbesserung der Vermarktung betrieben. Letztendlich stelle sich aber die Frage, ob das, was angeboten werde, überhaupt noch Interesse finden würde. Seiner Meinung nach würde das nicht nur das städtische Kulturprogramm betreffen, sondern auch viele andere langjährige kulturelle Einrichtungen. Es sei festzustellen, dass sich das Verhalten durch den gesellschaftlichen Wandel und die Ansprüche der Menschen verändert habe. Das Kulturbüro bereite eine Umfrage vor, um herauszufinden, was das richtige Programm für jede Altersschicht sei.

 

Herr Fooken bezweifelt, dass nur die gesellschaftliche Entwicklung für dieses Problem verantwortlich sei. Seiner Ansicht nach habe der Rückgang der Besucherzahlen auch etwas mit der finanziellen Situation zu tun. Viele Leute könnten es sich nicht mehr leisten, ins Theater zu gehen. Daher sollte man sich überlegen, ob man durch bessere Angebote im Sinne von günstigeren Eintrittspreisen etwas bewegen könnte.

 

Frau Burfeind übernimmt den Vorsitz.

 

Herr Strelow stellt fest, es sei zu überlegen, in welche Richtung man mit dem kulturellen Angebot in der Stadt Emden in den nächsten Jahren eigentlich gehen wolle. Auf der einen Seite seien durchaus Besuchersteigerungen zu verzeichnen, andererseits würden gewisse Aspekte im kulturellen Leben nicht mehr wahrgenommen. Da die Ursachen hierfür nicht so klar seien, begrüße er es ausdrücklich, dass nunmehr eine Umfrage in Auftrag gegeben werde. Er fragt an, wann mit den Ergebnissen zu rechnen sei. Ferner bittet er die Verwaltung, bei zukünftigen Veranstaltungen die Besucherzahlen festzuhalten und diese dem Ausschuss zur Verfügung zu stellen. Herr Strelow führt weiter aus, das Thema „demographischer Wandel“ könne sich durchaus für den Bereich Kultur positiv auswirken.

 

Abschließend bemerkt er, bezüglich der personellen Veränderungen im Kulturbüro sei zu überlegen, ob zukünftig ein  Kultur- und Eventmanager neue Trends nicht besser erkennen und umsetzen könne.

 

Herr Docter entgegnet, mit den Ergebnissen der Umfrage sei Ende dieses Jahres zu rechnen.

 

Herr Eckard ergänzt, diese Umfrage sei nicht nur eine allgemeine Meinungsäußerung, sondern beinhalte u. a. auch Fragen zum Service bei den Veranstaltungen sowie zu den Preisen und deren Angemessenheit. Weiterhin würden Fragen gestellt, was die Menschen gerne sehen würden und welche Medien benützt würden, um sich zu informieren.

 

Er führt weiter aus, Ziel dieser Umfrage sei, mehr Zuschauer in die Veranstaltungen zu bekommen. Aus diesem Grunde arbeite man parallel im Kulturbüro auch an der Einführung der „Kulturcard“, mit der man verbilligt Kulturveranstaltungen besuchen könnte.

 

Herr Strelow übernimmt wieder den Vorsitz.

 

Frau L. Meyer bittet Herrn Janßen, den Senioren anstelle der Nachmittagsveranstaltung nun doch die Abendveranstaltung anzubieten.

 

Frau Hoffmann erkundigt sich, wie weit der Personenkreis bei der Umfrage gezogen werde.

 

Herr Eckard antwortet, diese Umfrage werde professionell unterstützt. Es sei gerade sehr wichtig, auch aus der Gruppe der Nichtkulturgänger zu erfahren, weshalb sie keine Veranstaltungen besuchen würden. Man verspreche sich einen ganz deutlichen Schritt nach vorne.

 

Herr Schild regt an, auch Überschneidungen von Veranstaltungen zu optimieren. Gerade diese würden auch sehr stark die Zuschauerzahlen beeinflussen.

 

Herr Docter erklärt, dieses sei auch ein wichtiger Baustein des Kulturbüros. Doch letztlich sei jeder Kulturbetreiber frei in seiner Entscheidung, wann er Veranstaltungen durchführen möchte.

 

Herr Strelow stellt abschließend fest, dass zumindest die Ergebnisse der Befragung die Qualität der Ausschussarbeit verbessern würden, um gewisse Dinge frühzeitig zu erkennen und somit in die Arbeit einfließen lassen können.