Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Bongartz erklärt einleitend den der Vorlage beigefügten Antrag der CDU-Fraktion. Es gehe um den Einfluss des Emssperrwerkes auf die Allerheiligen-Sturmflut am 01.11.2006. Zum daraufhin erbetenen Gutachten stellt er verwundert fest, dass dieses nicht dem Rat ursprünglich vorgestellt worden sei, sondern bereits vorab der Öffentlichkeit im Emssperrwerk und über das Internet zugänglich gemacht worden sei.

 

Herr Docter begrüßt Herrn Dr. Heyer.

 

Herr Dr. Heyer stellt sich kurz vor und begrüßt die Einstellung des Gutachtens in das Internet. Es sei ihm wichtig, diese allgemein wichtigen Daten öffentlich zugänglich zu machen. Anschließend erläutert er ausführlich den beigefügten Folienvortrag.

 

Herr Südhoff dankt Herrn Dr. Heyer und erteilt dem Rat das Wort.

 

Herr Bornemann bedankt sich ebenfalls für den Vortrag und erklärt, dass heute die Fragen beantwortet wurden, die damals beim Bau des Sperrwerks gestellt wurden. Damals wurde das Entstehen der jetzt berücksichtigten Schwallwelle verneint. Nun müssen Schlussfolgerungen für die Deichruhe gezogen werden.

 

Auch Herr Bongartz fragt nach den Konsequenzen aus dem Gutachten und erkundigt sich nach einer möglichen Deicherhöhung.

 

Herr Popp, NLWKN, erklärt, dass die Auswirkungen durch das Emssperrwerk, wie seinerzeit eingeschätzt, eingetreten seien. Der NLWKN habe die BWA mit dem Gutachten beauftragt und auch mit deren Einverständnis veröffentlicht. Er erklärt, dass die Allerheiligen-Flut am 01.11.2006 um 1,00 m niedriger eingetreten sei als die Bemessungsflut. Es bestand und besteht keine Gefahr im Verzuge. Auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse werde man die Deiche erhöhen müssen, was vor allen Dingen auf den Klimawandel zurückzuführen sei. Der Vorsorgezuschlag werde verdoppelt und die erforderlichen Mittel bereitgestellt.

 

Herr Dr. Heyer bekräftigt diese Ausführungen. Auch vor 10 Jahren sei die Schwallwelle nicht abgestritten, jedoch noch geringer eingeschätzt worden.

 

Herr Strelow spricht von einer Beinahekatastrophe wegen einer Fehleinschätzung und fragt nach den Konsequenzen für die Schließung oder Öffnung des Sperrwerkes bei Sturmflut. Weiterhin möchte er wissen, ob die Kommunikation der zuständigen Behörden untereinander gewährleistet sei.

 

Des weiteren erkundigen sich Frau Orth, Herr Renken und Herr von Fehren nach Wassergeschwindigkeiten, Fließgeschwindigkeiten durch Emsvertiefung, nach Unsicherheiten in der weiteren Entwicklung und danach welche Schlussfolgerungen für das Management getroffen worden seien. Weiterhin wird gefragt, ob die derzeitige Deichhöhe ausreichend sei und in welchem Zeitraum jetzt Handlungsbedarf bestehe.

 

Darüber hinaus fragt Herr Haase, nachdem er dem Gutachten bestätigt mit den Berechnungen überein zu stimmen, ob es an der deutschen Nordseeküste ein einheitliches Klimaszenario gebe und wann und in welcher Höhe Mittel bereitgestellt würden.

 

Frau Eilers erkundigt sich zudem nach der Zuverlässigkeit der Messgeräte.

 

Herr Dr. Heyer erläutert, dass er kein Katastrophenszenario dargestellt habe, sondern die Allerheiligen-Sturmflut am 01.11.2006, die zwar stark aber noch im normalen Rahmen ausgefallen sei und sich 1,00 m unter der Bemessungssturmflut bewegt habe. Ein Bremsen der Sturmflutwelle durch zusätzliche Bauwerke sei zwar ingenieurmäßig möglich, aber in gesamtwirtschaftlicher Betrachtung nicht praktikabel. Zu dem Bemessungsmodell erläutert er, dass sich die Natur nicht nach Modellen richte, hier jedoch nach verschiedenen international anerkannten Verfahren nach dem aktuellen Stand der Technik gearbeitet worden sei und nunmehr ein Sicherheitszuschlag anzusetzen sei.

 

Zur Emsvertiefung erklärt er, dass die Solltiefe berücksichtigt werde und eine Vertiefung auf Grund gesetzlicher Bestimmungen nur bei nachgewiesener Hochwasserneutralität erfolgen darf. Zur Differenz zwischen Deichhöhe und Bemessung wiederholt er, dass diese deutlich unter der Deichhöhe gelegen habe.

 

Der angefragte Ausfall der Messgeräte bezog sich auf einen Einzelausfall. Lediglich an einer Stelle musste das Pegelnetz ergänzt werden. Im übrigen sei es ausreichend, da man auch durch Interpolation Werte zuverlässiger Art ermitteln könne. Die Vorgehensweise der Küstenregion an der Elbe sei einheitlich und werde von allen Ländervertretern getragen.

 

Herr Popp vom NLWKN bekräftigt diese letzte Aussage und erklärt, dass die drei Länder sich verständigen.

 

Der Zeitraum der Deicherhöhung hänge nicht von finanziellen Fragen ab, sondern richte sich nach planerischen und rechtlichem Vorgehen. Die Deicherhöhung werde sukzessive fortgeführt.

 

Auf weitere Fragen aus dem Publikum erklärt Herr Popp, dass das Sperrwerk zum Zwecke des Schutzes gebaut worden sei und es eine Verpflichtung gebe, es bei einem Wasserstand von 3,50 m zu schließen. Das Management ist einig, arbeitet abgestimmt und mit den jeweils aktuellen Daten.

 

Abschließend bedankt sich Herr Bornemann für die kompetenten ausführlichen Vorträge und zieht für sich die Schlussfolgerung, dass man keine Sorge zur Deichsicherheit haben müsse.

 


Kenntnis genommen.