Frau Tempel erklärt, es liege ein Antrag der CDU-Fraktion zum Thema Freizeitpass vor, der zwar verspätet eingegangen sei, aber dennoch aufgrund der vorliegenden Informationen heute beantwortet werden könne.

 

Herr Dübbelde erläutert anhand einer PowerPoint-Präsentation den derzeitigen Entwicklungsstand des Emder Freizeitpasses. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Herr Ammersken bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Schulze stellt fest, es sei schon bemerkenswert, dass Einrichtungen diese Vergünstigungen anbieten würden.

 

Herr Lutz führt aus, dort, wo in städtischen Einrichtungen auf Eintritt verzichtet werde, gehe dieses direkt in den Haushalt. Andere Einrichtungen würden sich schon an die Stadt wenden und um einen erhöhten Zuschuss bitten.

 

Herr Bongartz bedankt sich für die Beantwortung seines Antrages. Er erinnert daran, dass der Freizeitpass auf Antrag der CDU-Fraktion eingeführt worden sei. Damit sei auch die Vorstellung verbunden gewesen, dass über diesen Pass alle Sozialleistungen der Stadt gesteuert würden. Er fragt an, wie es mit der Abschöpfung der Haushaltsmittel aussehen würde. In anderen Städten wie z. B. bei der Stadt Osnabrück seien die Haushaltsmittel nicht annähernd abgerufen worden.

 

Herr Lutz erklärt, seiner Meinung nach seien keine Haushaltsmittel konkret diesem Projekt zugeordnet worden. Man habe gesagt, man benötige Personalkosten, die natürlich ausgeschöpft worden seien. Somit sei alles das, was der Rat gewährt habe, auch voll verbraucht worden.

 

Herr Bolinius kann nicht nachvollziehen, warum man hier von einem sehr guten Ergebnis sprechen würde. Seiner Ansicht nach hätten bisher nur 4 % der Bedürftigen diesen Pass beantragt.

 

Herr Dübbelde bemerkt, den Freizeitpass gäbe es erst seit Ende Oktober 2008. Von anderen Kommunen habe er die Information erhalten, dass dort im gesamten ersten Einführungsjahr ca. 350 Pässe ausgestellt worden seien. Bei dieser Zahl sei die Stadt Emden bereits nach wenigen Monaten. Von daher sei dieses eine gute Zahl.

 

Herr Renken stellt fest, dieses Projekt sei von allen gewollt und unterstützt worden. Daher sei es erfreulich, dass in einer relativ kurzen Zeit die Umsetzung erfolgreich gelungen sei. Hierbei sei festzustellen, dass der größte Teil über städtische Einrichtungen laufe. Es müsse angestrebt werden, dieses Projekt auf eine breitere Basis zu stellen. Dabei seien auch die Sportvereine ein ganz wichtiger Faktor, damit Kindern und Erwachsenen möglichst eine gleichberechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten ermöglicht würden.

 

Herr Renken führt weiter aus, auch sollte man für diese Sache Werbung machen. Denn 352 ausgestellte Pässe würden nicht bedeuten, dass tatsächlich 352 Personen die Kunsthalle oder das Landesmuseum besuchen würden. Die Effekte seien breiter gestreut und es würde davon abhängen, in welchen Bereichen die Interessen der jeweiligen Menschen liegen würden. Insofern halte er es für ein wenig gewagt, wenn jetzt diese Einrichtungen an die Stadt Emden herantreten und um Erhöhung des Zuschusses bitten würden.

 

Er wünsche sich, dass sich dieses Projekt weiter entwickele. Er sei als Ratsmitglied gespannt, was im Bereich Sozialberichterstattung über das Thema Armut und möglicherweise auch Reichtum in dieser Stadt an Fakten auf den Tisch komme.

 

Frau Tempel stellt fest, die Verwaltung habe den Titel von Familienpass in Freizeitpass geändert, um damit den Focus nicht ausschließlich auf Familien zu richten, sondern um auch denjenigen Menschen, die allein leben und nur über ein geringes Einkommen verfügen würden, die Möglichkeit zu geben, mit Hilfe dieses Passes an bestimmten Angeboten zu ermäßigten Preisen teilzunehmen.

 

Hinsichtlich der Zahlen erklärt Frau Tempel, bereits nach wenigen Monaten sei eine verhältnismäßig große Menge an Freizeitpässen ausgegeben worden, obwohl dieses Projekt zu einem relativ schlechten Zeitpunkt gestartet worden sei. Sie vermute, dass zum Frühjahr, wenn auch die Freibäder wieder öffnen würden, noch einmal eine höhere Anzahl von Personen erreicht würden. Auch sei angedacht, erneut an die Öffentlichkeit mit diesem Angebot heranzugehen.

 

Herr Graf bedankt sich bei Herrn Bongartz für den Antrag und bei der Stadt Emden, dass sie dieses Projekt so schnell in die Wege geleitet habe. Er sei jedoch schon mehrmals gefragt worden, welche Unterlagen notwendig seien, um diesen Freizeitpass zu beantragen. Daher schlage er vor, in Einrichtungen wie z. B. der Arge auch für dieses Projekt Werbung zu machen. Weiter bitte er darum, zum Ende des Jahres eine Auswertung vorzustellen, welche Bereiche am meisten genutzt worden seien. Nur so könne eine bessere Einschätzung gemacht und erkannt werden, wo die Schwerpunkte liegen würden.

 

Herr Schröder nimmt den Vorschlag auf, entsprechendes Informationsmaterial in den Beratungszimmern der Arge Emden auszulegen.

 

Herr Schulze findet das Projekt außerordentlich begrüßenswert und regt an, den Bekanntheitsgrad mit entsprechenden Flyern zu steigern.

 

Herr Bongartz weist darauf hin, dass das Klientel für einen solchen Freizeitpass in der Regel über keine Tageszeitung verfüge. Er schlage deshalb vor, den Kindern in den Schulen eine Information für die Eltern mitzugeben, damit diese dann auch über den Freizeitpass informiert würden.

 

Herr Dübbelde bedankt sich für den Hinweis. Bereits jetzt sei man an die Kindertageseinrichtungen, Jugendzentren und sämtliche Beratungsstellen herangetreten und habe insgesamt 2.000 Flyer verteilt.

 

Herr Haarmeyer erklärt, er sei gerne bereit, die Flyer auch in der Emder Tafel auszuteilen. Er halte die Zahl von 350 ausgegebenen Freizeitpässen in dieser kurzen Zeit für relativ gut. Auch müsse man dabei bedenken, dass viele Vergünstigungen schon durch z. B. einen Schülerausweis ermöglicht würden.

 

Weiterhin bestätigt er die Aussage von Herrn Bongartz, dass sehr viele Leute über keine Tageszeitung mehr verfügen würden. Daher hätten die Zeitungen der Vortage bei der Tafel immer einen reißenden Absatz.

 

Herr Lutz regt an, einen Gutschein über ein  Probe-Abo für den Bezug von einer Tageszeitung im Freizeitpass aufzunehmen.