Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau Szag erklärt, der Paritätische Emden sei Inhaber eines Teiles der betreuten Wohnanlage am Schwanenteich und verwalte diese Wohnanlage auch schon seit einiger Zeit. Nun habe der Paritätische den geplanten Betrieb einer Tagespflege in den Räumlichkeiten dieser Anlage angezeigt, dessen Betrieb zum 01.04.2009 aufgenommen werde und für etwa acht pflegebedürftige Personen Platz biete. Eine Tagespflegeeinrichtung betreue diese Personen über Tag, sodass eine Entlastung der Familienangehörigen gewährleistet sei und somit ein stationärer Heimaufenthalt vermieden werden könne.

 

Herr Dietrich stellt anschließend die geplante Tagespflegeeinrichtung vor.

 

Herr Ammersken bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Hollander fragt an, welchen Personalaufwand die Tagespflege ungefähr erfordere.

 

Herr Dietrich führt aus, er habe der Zeitung entnommen, alle Betreiber stationärer Einrichtungen hätten sich ausgesprochen erfreut gezeigt über die Bewertung von Pflegesituationen in den Altenheimen. Er habe aber eine differenziertere Meinung dazu, da er es bedauerlich finden würde, dass diejenigen, die jetzt die Standards für die Bewertungen herausgeben, an anderer Stelle die Personalschlüssel festlegen und finanzieren würden.

 

Bezüglich der Frage, wie hoch der Personalschlüssel in der Tagespflege sei, erklärt Herr Dietrich, wenn man den gesetzlich vorgegebenen Personalschlüssel nehme, dann komme man mit einer Vollzeitkraft bei acht Plätzen aus . Diese Vollzeitkraft sei eine ausgebildete Pflegefachkraft, die zusätzlich unterstützt werden müsse durch Altenpflegeschüler, Ehrenamtliche, Praktikanten, Angehörige usw.

 

Frau E. Meyer erkundigt sich nach der Höhe des Bedarfs insgesamt und fragt an, wie es sich bei der Nachfrage verhalte.

 

Herr Dietrich erklärt, ihm würden die Pflegezahlen für das Jahr 2007 vom Niedersächsischen Landesamt vorliegen, nachdem es in Niedersachsen gut 240.000 Menschen gäbe, die als pflegebedürftig eingestuft seien. Von diesen Personen würden sich 33 % in einer stationären Einrichtung befinden. Der überwiegende Anteil lebe zu Hause und werde dort entweder von den Angehörigen oder von professionellen Pflegediensten versorgt. Wenn er sich dieses Verhältnis ansehe, gehe er davon aus, dass eine große Nachfrage vorhanden sei. Jedoch werde es auch um die Frage der Finanzierbarkeit gehen, denn es sei auch ein Eigenanteil aufzubringen.

 

Herr Graf bittet um Auskunft, wie es bei den pflegebedürftigen Personen aussehen würde, die diese Tagespflege nicht finanzieren könnten.

 

Frau Szag erklärt, es gäbe bereits eine Tagespflege im Altenheim „Am Wall“ in Emden. Hier sei es so, dass man in der Regel mit dem, was von der Pflegekasse gezahlt werde und einem Eigenanteil, auskomme. Eine solche Einrichtung werde auch seitens des Landes über das Niedersächsische Pflegegesetz gefördert, was die Investitionskosten angehe. Tatsächlich würde es sich wirklich nur um wenige Personen handeln, bei denen das Einkommen nicht ausreiche und auch kein entsprechendes Vermögen vorhanden sei. Hier trete die Stadt Emden für die nicht bedeckten Kosten ein.

 

Frau Meinen fragt an, ob auch eine Unterbringung für nur wenige Tage möglich sei.

 

Herr Dietrich geht davon aus, dass alle Formen möglich wären. Die Erfahrungen mit anderen Tagespflege-Einrichtungen habe gezeigt, dass die Angehörigen ihre alten Menschen einen bzw. zwei Tage in der Woche unterbringen würden. Es sei nicht der Normalfall, dass die Menschen dort fünf Tage die Woche in der Tagespflege seien. Denkbar wären aber auch kurzfristige Urlaubslösungen.

 

Herr Haarmeyer bemerkt, ihm sei der Personalschlüssel bekannt. Seiner Meinung nach sei dieser zu gering bemessen. Abschließend erkundigt er sich, ob die Personen auch bis zu acht Stunden untergebracht werden könnten.

 

Herr Dietrich erklärt, zunächst habe man vor, mit sechs Stunden zu beginnen. Erweiterungsmöglichkeiten seien sicherlich denkbar und würden von der Nachfrage und von dem konkreten Bedarf abhängen.

 

Frau L. Meyer erkundigt sich, ob zu dieser Gruppe von acht Personen auch ältere Menschen dazugehörten, die an einer beginnenden Demenz-Erkrankung leiden würden.

 

Herr Dietrich stellt fest, es werde eine Grundbetreuung von einer Kraft pro acht Personen geben. Doch er sei natürlich bemüht, dieses durch ausgebildete Laienhelfer zu ergänzen. Die Tagespflege sei für Menschen geplant, die auf der einen Seite einen somatischen Pflegebedarf aber keine demenzielle Erkrankung hätten. Weiter sei sie natürlich auch für Menschen in der Demenz gedacht. Es gäbe auch Modelle, bei denen darüber nachgedacht werde, ob es bestimmte Tage gäbe, wo man sich eher dem Schwerpunkt Demenz zuwende. Das hänge letztendlich von der Zusammenstellung der Nachfrage ab. Weiter bemerkt er, mittlerweile gäbe es auch sehr viele geschulte Laienhelfer, die in eine solche Betreuung mit einbezogen werden könnten.

 

Auf die Frage von Herrn Bolinius, wie viele Tagespflegeplätze es in Emden geben würde, antwortet Frau Szag, zurzeit seien es zwölf Plätze. Da sich bislang kein Träger gefunden hätte, der Interesse an so einer Einrichtung gehabt habe, sei die Verwaltung Herrn Dietrich sehr dankbar für diese Idee.

 

Herr Züchner bemerkt, er habe sich in den Altenorganisationen ein wenig umgehört. Zum Teil sei die Sorge gewesen, dass diese Tagespflege nur funktioniere, wenn Angehörige vorhanden seien, die die Betreuung in der Zwischenzeit übernehmen könnten. Viele alte Leute würden die absolute Einsamkeit beklagen.

 

Herr Dietrich teilt mit, lange Jahre habe sich überhaupt kein weiterer Träger gefunden wegen der besonderen finanziellen Risiken in diesem Bereich. Auch in seinem Verband habe man lange darüber diskutiert, ob man in diesem Bereich ein Angebot entwickeln wolle. Letztendlich habe man sich aufgrund von Nachfragen aus der Anlage entschlossen, diesen Versuch zu unternehmen. Natürlich gäbe es auch Bedarfe für die Nacht. Dennoch sei man im Moment an der Stelle, eine Ergänzung als Tagesstruktur für sechs Stunden an fünf Tagen in der Woche auf den Weg zu bringen. Dieses sei mit einer Vielzahl von Risiken und Unwägbarkeiten verbunden. Jedoch wolle er auch nicht ausschließen, dass sich daraus andere Dinge entwickeln würden.

 

Frau E. Meyer fragt an, ob es sich bei den Laienhelfern um geschulte Kräfte handeln würde.

 

Herr Dietrich entgegnet, es gäbe im Pflegeleistungsergänzungsgesetz seit einigen Jahren eine Möglichkeit, gerade im Bereich der demenziell erkrankten Menschen nach einer Grundschulung, die auch vom Niedersächsischen Landesamt vorgeschrieben sei, diese Hilfen anzubieten. Es gehe hierbei um Laien, die keine konkrete zwei- oder dreijährige Ausbildung hätten und unter der Anleitung von Fachleuten mitarbeiten könnten

 

Herr Ammersken bedankt sich bei Herrn Dietrich und wünscht ihm viel Erfolg für die Einrichtung der Tagespflege.