Beschluss: einstimmig

Der Rat der Stadt Emden beschließt -vorbehaltlich der beantragten Förderung aus dem Konjunkturprogramm II- die Einrichtung einer Fachschule Technik, Schwerpunkt Mechatronik (Innovations- und Zukunftszentrum „Mechatronik- und Robotiksysteme“) zum 01.08.2010 an den Berufsbildenden Schulen II.

Die Genehmigung nach § 106 Abs. 7 des Nds. Schulgesetzes ist bei der Landesschulbehörde zu beantragen.

 

 


Herr Lutz führt aus, der Antrag der BBS II auf das Konjunkturprogramm II sei seinerzeit abgelehnt worden. Daraufhin habe die Schule diesen noch einmal überarbeitet und nunmehr wolle man erneut versuchen, beim Konjunkturprogramm II berücksichtigt zu werden. Die in der Vorlage angeführten finanziellen Auswirkungen in Höhe von 1.280.000 € würden dann als Landeszuschuss erwartet, wobei 10 % von der Stadt Emden über einen Kredit selbst finanziert werden müsste. Eine notwendige Kreditgenehmigung würde aus dem vergangenen Jahr noch vorliegen. Weiter erklärt Herr Lutz, seiner Meinung nach sollte die Zustimmung der Landesschulbehörde zunächst nur beantragt werden, wenn die Gelder aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung gestellt würden. Er würde es begrüßen, wenn dieses gelingen würde, denn die Einrichtung des Schwerpunktes Mechatronik sei eine große Aufwertung der Berufsschulausbildung in der Stadt Emden, die in der industriellen Schwerpunktbildung dringend benötigt werde.

 

Herr Wiegers erläutert den Begriff der Fachschule Technik und macht anhand einer PowerPoint-Präsentation deutlich, wie sich der Bereich in den letzten Jahren gewandelt habe und aus welchen Teilen sich der Schwerpunkt Mechatronik zusammensetze. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar. Er erläutert ferner, welche Chancen sich  durch die geplante Fachschule für den Bildungsstandort Emden ergeben.

 

Herr Swieter bedankt sich für die Ausführung und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Bornemann bedankt sich für die Erläuterung. Er würde es begrüßen, wenn sich die Berufsbildenden Schulen dem Bedarf in Beruf und Arbeitswelt anpassen würden. Seine Fraktion werde dieser Vorlage zustimmen, jedoch sei bekannt, dass die Stadt Emden diese 1,2 Mio. € nicht finanzieren könne. Abschließend fragt er an, ob es andere Berufsbildende Schule im Nordwesten gäbe, die auch den Schwerpunkt Mechatronik anbieten würden.

 

Herr Wiegers entgegnet, es gäbe sicherlich Konkurrenz wie z. B. in Wilhelmshaven. Doch auch dort sei man auch noch nicht soweit mit der Einrichtung dieses Schwerpunktes.

 

Herr Bongartz hält diese Planungen für eine sogenannte Folgerichtigkeit. Die BBS II orientiere sich seiner Meinung nach an neuen erkennbaren Berufsfeldern, die auch entsprechend mit schulischen Einrichtungen abgedeckt werden müssten. Insofern sei es zu begrüßen. Der Rat der Stadt Emden habe immer Dinge vorgehalten, die die Berufsbildende Schule brauche. Und wenn jetzt dieses Berufsfeld abzudecken sei, dann müsse es auch getan werden unter der Voraussetzung, dass die Mittel zur Verfügung gestellt würden. Abschließend fragt Herr Bongartz an, ob es bereits Gespräche mit den großen Firmen gegeben habe, ob diese sich in irgendeiner Form an der Einrichtung dieses Schwerpunktes beteiligen würden.

 

Herr Bolinius berichtet von einem Treffen mit dem jetzigen Wirtschaftsminister, der dort drastisch geschildert habe, dass der Ausbildungsweg Mechatroniker unbedingt eingerichtet werden sollte. Weiter führt er aus, eine Schule sollte staatlich bleiben, dennoch könnten die großen Firmen, die letzendlich von dieser Einrichtung profitierten, sich auch daran beteiligen. Seines Erachtens müsse dieser Schwerpunkt in der nächsten Zeit eingerichtet werden, um auch Fachkräfte in diesem Bereich ausbilden zu können.

 

Herr Buisker begrüßt es, dass versucht werde, möglichst zeitnah auf diesen Bedarf zu reagieren. Er stelle sich jedoch die Frage, ob auch noch weitere Berufe möglicherweise dazu kommen könnten, wenn man die Firmen jetzt konkret ansprechen würde.

 

Herr Sprengelmeyer erklärt, es werde hier im Grunde genommen die strategische Ausrichtung im Bereich der Qualifizierung und Ausbildung junger Leute unter dem Eindruck des demographischen Wandels diskutiert. Man werde in die Situation kommen, wo Fachkräfte in Emden fehlen würden. Wenn man den Wirtschaftsstandort Emden halten wolle, sei man gezwungen, in diese Bereiche zukünftig zu investieren. Seiner Meinung nach sei die finanzielle Situation allen bewusst, dennoch müsse man immer wieder Prioritäten setzen. Die Zuschüsse aus der Wirtschaft seien im großen Stil noch nicht geflossen und seien bisher im informellen Bereich gelaufen. Er nehme es als einen Auftrag aus den Reihen der Kommunalpolitik auf, hier noch einmal Überlegungen anzustellen und mit den Firmen in Kontakt zu treten.

 

Herr Wiegers ergänzt, es habe bereits Gespräche mit den Firmen gegeben. Diese würden dazu auffordern, Techniker der Mechatronik auszubilden und würden Sachmittel als Unterstützung anbieten. Zur Frage nach weiteren neuen Berufen erklärt Herr Wiegers, es gäbe jedes Jahr neue Berufe, die auch immer mit finanziellen Forderungen verbunden seien.