Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Ubben erklärt, er wolle seine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass eine solche Großtagespflege am Klinikum eingerichtet werden könne. Sein Dank gehe einerseits an das Klinikum und zum anderen an das Familienservicebüro, die sich sehr stark gemacht und ein Konzept erarbeitet hätten, welches auch umgesetzt worden sei. Insgesamt würden zehn Plätze für dieses Modellprojekt vorgehalten werden. Zwei Plätze seien für neu eingestellte Mitarbeiter zunächst reserviert, um das Modell für neue Mitarbeiter attraktiv zu machen. Darüber hinaus gäbe es dann die Möglichkeit einer Platzteilung, sodass möglicherweise mehr als zehn Kinder über den ganzen Tag verteilt betreut werden könnten. Auch würde damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert.

 

Herr Ubben macht deutlich, natürlich stehe das Wohl des Kindes im Vordergrund. Dafür seien in erster Linie die Eltern verantwortlich. Man könne hier nur unterstützen und wolle keine Rundumbetreuung gewährleisten. Auch lasse sich diese Großtagespflege nicht auf den Einzelhandel oder auf die Wirtschaft übertragen. Es dürfe nicht sein, dass Verkäuferinnen oder Verkäufer ihre Kinder in eine Betreuung geben müssten, weil sie z. B. am Sonntagnachmittag arbeiten müssen. Letztendlich sei die Großtagespflege immer abhängig von dem Zweck. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums erfüllten seiner Meinung nach einen anderen Zweck als der Einzelhandel. Insofern gäbe es auch keine Nachtbetreuung. Über den weiteren Verlauf dieses Modellprojekts werde er im Jugendhilfeausschuss berichten.

 

Frau Meinen bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Fooken erklärt, er begrüße dieses Projekt vom Grundsatz her, denn dadurch würde auch die Attraktivität des Arbeitgebers Krankenhaus gesteigert. Bereits bei TOP 6 habe er kritisch angemerkt, ob diese Großtagespflege auch für Kinder, die außerhalb von Emden wohnen würden, geschaffen werde. Herr Fooken fragt an, ob sich die anderen Kommunen an den Kosten beteiligen würden. 

 

Herr Lutz stellt heraus, dieses sei eine Einrichtung für die Beschäftigten des Krankenhauses. Insoweit sei es unhängig davon, wo die Leute wohnen würden. Es gehe auch darum, dass man auf dem Markt für medizinisches Personal versuche, sich bestens zu positionieren und als Arbeitgeber attraktiv darzustellen. Er würde es begrüßen, dass die Geschäftsführung sich zu diesem Schritt entschlossen habe. Es diene dazu, das Krankenhaus in seiner Qualität beizubehalten und vielleicht noch besser werden zu lassen. Diesen Effekt sollte man auch betrachten, wenn man darüber nachdenke, dass vielleicht jemand aus Hinte einen Platz beanspruche.

 

Herr Sprengelmeyer ergänzt, eine Großtagespflege sei mit einer Einrichtung wie eine Kinderkrippe nicht vergleichbar. In einer Großtagespflege würden qualifizierte Personen beschäftigt sein, die jedoch über keine pädagogische Ausbildung wie z. B. Erzieher verfügten, sondern im Rahmen einer Tagespflege qualifiziert worden seien. Auch würden die Eltern und die Tagespflegepersonen direkte Verträge abschließen. Zudem sei es keine städtische Einrichtung, sondern eine Einrichtung des Klinikums. Daher werde nicht direkt zwischen den beteiligten Gemeinden und den Betreuungspersonen abgerechnet.

 

Frau E. Meyer fragt an, was sie darunter verstehen müsse, dass Betreuungskosten anfallen würden, deren Höhe nicht genau beziffert werden könnten.

 

Herr Sprengelmeyer bemerkt, die Tagespflegepersonen würden von den Eltern mit 2,50 € bis 4,00 € bezahlt. Allerdings habe der Rat eine Satzung verabschiedet, über die auf einem gewissen Hintergrund Emder Kinder gefördert würden. In Emden habe man bisher noch keine Großtagespflege, sondern bisher nur Einzelpflegeverhältnisse, die auch über das Familienservicebüro vermittelt würden.

 

Herr Erb stellt fest, die Eltern würden in der Großtagespflege ihre Kinder in einem Zeitrahmen von 06:00 Uhr bis 21:30 Uhr an verschiedene Tagespflegepersonen abgeben. Eine Betreuung in den Abendstunden werde noch ausgearbeitet. Zwar sei eine Nachbetreuung noch nicht angedacht, seiner Meinung nach werde es aber nicht mehr lange dauern, bis die erste Nachtwache eine Betreuung benötige. Er halte dieses nicht für den richtigen Weg und fragt an, ob diese Tagespflegestelle auch an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen in Anspruch genommen werden könne.

 

Frau Sommer erklärt, es sei mit der Personalabteilung des Krankenhauses besprochen worden, dass die Leute, die dort ihre Kinder betreuen lassen möchten, in einem bestimmten Zeitraum wie z. B. die Tagschicht arbeiten würden. Eine Randbetreuung könne es nur in Einzelfällen geben. Auch werde keine regelmäßige Abendbetreuung angeboten. Die Tagschicht fange jedoch im Krankenhaus bereits um 06:00 Uhr morgens an. Sie sehe hier in erster Linie die Kinder, die ansonsten oft durch Verwandte oder unter der Hand betreut würden. Es handele sich um ein Modellprojekt, welches noch weiterentwickelt werden müsse. Nicht die Bedürfnisse des Klinikums, sondern die der Kinder würden an erster Stelle stehen.

 

Herr Erb fragt an, wie die Arbeitszeiten geregelt seien.

 

Frau Sommer antwortet, die Arbeit würden sich mehrere Tagespflegepersonen teilen. Es gäbe Verträge über die einzelnen Kinder und über die Stunden. Anschließend erläutert sie kurz die Verteilung der Stunden.

 

Herr Sprengelmeyer erinnert daran, dass es sich hier um eine Mitteilungsvorlage handele. Seiner Ansicht nach müsse man verschiedene Aspekte berücksichtigen. Zum einen sei es sehr wichtig, dass eine Lösung am Klinikum gefunden worden sei, die den Kindern, den Eltern und dem Personal im Klinikum helfen würde. Glücklicherweise sind auch Personen gefunden worden, die bereit seien, diese Betreuung zu übernehmen. Die Verwaltung stehe dazu, dass eine Tagesbetreuung immer nur in Ergänzung zu den Einrichtungen zu sehen sei. Auch werde niemals eine Einrichtung diese flexiblen Betreuungszeiten anbieten können, wie es über die Tagespflege geregelt werden könne. Herr Sprengelmeyer warnt davor, die Tagespflege als völlig unpädagogisch anzusehen. Der Ausschuss müsse hier nichts beschließen, denn es gehe darum, dass für das Krankenhauspersonal und deren Kinder eine Lösung gefunden werde. Es sei ein Ansatz, erstmals in Emden eine Großtagespflege einzurichten. Abschließend stellt Herr Sprengelmeyer fest, dem Jugendhilfeausschuss stehe es nicht an, hier in Richtung Aufsicht oder ähnlichem tätig zu werden und man sollte sich hüten, diese Rolle zu übernehmen.

 

Herr Schild begrüßt die Möglichkeit für die Angestellten, ihre Kinder in der Nähe des Arbeitsplatzes unterbringen zu können. Auch würde er es in Ordnung finden, wenn hier die Rede von drei bis vier Tagespflegepersonen sei, wobei mindestens eine Tagesmutter gleichzeitig Erzieherin sei.

 

Weiter führt Herr Schild aus, er könne es jedoch nicht nachvollziehen, warum die Höhe der Betreuungskosten nicht genau beziffert werden könnte und wer diese Kosten trage.

 

Herr Ubben entgegnet, noch sei nicht bekannt, wie viele Emder Kinder oder Kinder aus anderen Landkreisen die Großtagespflege in Anspruch nehmen würde. Das  klinische Personal schließe mit den Tagespflegepersonen den Betreuungsvertrag ab. Die Stadt Emden gewähre für die Emder Kinder im Rahmen ihrer Satzung die Gelder für die Tagespflegepersonen. Da man nicht die Anzahl der Emder Kinder wisse, könne die Höhe noch nicht bestimmt werden. Die Mittel seien im Rahmen des Projektes Familie mit Zukunft zur Verfügung gestellt und auch im Haushalt eingestellt.

 

Frau Fekken erklärt, sie möchte auf die eingangs gemachten Ausführungen von Herrn Ubben eingehen. Ihrer Meinung nach dürfe Großtagespflege oder jegliche Form von betrieblicher Betreuung kein Freifahrtschein für den Arbeitgeber sein, die Bediensteten willkürlich einzusetzen. Dieses sei ganz klar zum Ausdruck gebracht worden. Sie gehe davon aus, dass das Klinikum dieses als Instrument nutze, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie voranzutreiben.

 

Frau E. Meyer bemerkt, man sollte diese fantastische Sache nicht zerreden. Es sei ein Gewinn für das Krankenhaus, für die Angestellten und für die Kinder. Man sollte zunächst abwarten, wie sich das Projekt weiterentwickeln würde.

 

Herr Fooken schließt sich den Ausführungen von Frau E. Meyer an. Auch seiner Ansicht nach müsse dieses Projekt erst einmal unterstützt und nicht gleich wieder negativ beurteilt werden.

 

Ferner regt Herr Fooken an, da es in dieser Vorlage Irritationen bezüglich der finanziellen Auswirkungen gegeben habe, zukünftig in den Vorlage gezielte Hinweise zu geben, um die eine oder andere Fragestellung von Vornherein auszuschließen.

 

Frau E. Meyer übernimmt den Vorsitz.

 

Frau Meinen berichtet über ihre eigenen Erfahrungen, die sie als Krankenschwester gemacht habe. Sie erklärt, ein solches Angebot hätte sie sich vor 25 Jahren gewünscht, doch damals sei die Zeit für diese Art der Kinderbetreuung noch nicht ausgereift gewesen. Sie begrüßt diese Einrichtung, gibt aber zu bedenken, dass es für Eltern mit Kindern ab drei Jahren wieder schwierig werde, da der Dienst im Krankenhaus bereits um 06.00 Uhr morgens beginne.

 

Herr Lutz erklärt, er habe gerade hinsichtlich des Zuschusses nach der Satzung der Stadt Emden nachgerechnet und komme zu dem Ergebnis, wenn alle zehn Plätze durch Emder Kinder in der Zeit von morgens 06:00 Uhr bis abends 21:30 Uhr besetzt würden, dass ein Risiko in Höhe von 84.862,50 € bestehe.

 

Frau Meinen übernimmt wieder den Vorsitz.