TOP Ö 5: Leitbild der Offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Emden

Beschluss: einstimmig

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Emden beschließt das in der Anlage zur Vorlage 15/1534 vorgelegte Leitbild, welches der Fachdienst Jugendförderung für die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Emden aufgestellt hat. Es soll einerseits in den städtischen Einrichtungen vor Ort als Grundlage für die tägliche pädagogische Arbeit dienen, andererseits auch eine Diskussionsgrundlage mit anderen Trägern von Kinder- und Jugendarbeit sein.

 


Herr Sprengelmeyer führt aus, Kinder- und Jugendarbeit habe in Emden Tradition und sei sicherlich für viele andere Kommunen in seiner Entwicklung beispielhaft gewesen. Viele Ratsmitglieder hätten sich seinerzeit für den Aufbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt. Obwohl es der Stadt Emden in einigen Jahren finanziell schlecht gegangen sei, habe der Rat in allen Zeiten immer wieder an der Kinder- und Jugendarbeit festgehalten. Die gesellschaftliche Entwicklung gehe an der Kinder- und Jugendarbeit natürlich nicht vorbei und so müsse man sich heute ganz neuen Herausforderungen stellen.

 

Herr Sprengelmeyer weist darauf hin, Kinder- und Jugendarbeit sei keine freiwillige Leistung. Der § 11 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes sage aus, dass jungen Menschen zur Förderung ihrer Entwicklung die erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden müssten, die an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet würden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zur gesellschaftlichen Mitverantwortung und zum sozialen Engagement anregen und hinführen würden. Der Gesetzgeber habe aber nicht festgeschrieben, welchen Umfang diese Kinder- und Jugendarbeit haben solle. Der in Emden vorgehaltene Standard sei sicherlich genau wie die Konzepte der einzelnen Einrichtung hervorragend. Die Jugendarbeit sei immer wieder in Verbindung zu sehen mit der Bildungsarbeit, da sie ein großer Träger der außerschulischen Bildung im Bereich der Jugendlichen sei. Vor diesem Hintergrund hätten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Bereich tätig seien, in einem langen und intensiven Prozess mit den Inhalten und der Ausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit auseinandergesetzt und würden das Ergebnis nunmehr vorstellen.

 

Herr Bruns, Frau Eiklenborg, Frau Ricken und Herr Reibe stellen gemeinsam das Leitbild der Offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Emden anhand einer PowerPoint-Präsentation vor. Die Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau Meinen bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Schild bedankt sich für den verständlich und gut nachvollziehbar präsentierten Vortrag. Er habe den Eindruck gewonnen, es handele sich hier um ein Leitbild, was von allen Jugendhäusern mitgetragen werde. Der Vortrag würde einen sehr guten und tiefen Einblick in die Arbeit geben. Seiner Meinung nach solle ein Leitbild Fehler vermeiden, sie aufdecken und beseitigen. Dieses sei keine leichte Aufgabe und hänge von vielen Faktoren ab, z. B. wie viel Personal dafür zur Verfügung stehe. Auch stelle sich die Frage, ob man überhaupt dem Anspruch gerecht werden könne. Offensichtlich sei dieses nicht möglich, wenn man auf die Situation in Borssum Bezug nehme. Hier würden sich die ersten gravierenden Fehler zeigen. Seiner Ansicht nach seien die hintereinander halbjährlich abgeschlossenen Verträge mit Frau Janssen seit August 2007 nicht seriös und würden sich auch nicht mit diesen Leitbildern vereinbaren lassen. Hier frage er sich, auf welcher Ebene so etwas entschieden werde. Herr Schild betont, es habe sich durch die Anwesenheit der Kinder und Jugendlichen in der heutigen Jugendhilfeausschuss-Sitzung gezeigt, dass hier ein Bedarf bestehe. Es dürfe nicht sein, dass einer jungen Frau, die engagiert arbeite, nach vielen Zeitverträgen gekündigt werde. Das stehe im krassen Gegensatz zu dem eben gehörten Vortrag. Dieses Verhalten sei für ihn nicht nachvollziehbar und es sei selbstverständlich, dass die Forderung klar ausgesprochen werde, dass Frau Janssen als pädagogische Mitarbeiterin erhalten bleiben müsse. Nur dann könne die Arbeit in Borssum im Sinne der Kinder und des Leitbildes weitergeführt werden.

 

Herr Ouedraogo schließt sich den Worten von Herrn Schild an und bestätigt, dass das Leitbild richtig gut ausgearbeitet und dargestellt worden sei. Seiner Meinung nach sei es eine gelungene Arbeit, in der auch angesprochen worden sei, dass sie absolut schwierig sei. Mit diesem Leitbild habe man jedoch eine Orientierung. Er hoffe, dass die Dynamik der Arbeit durch das Leitbild erhalten bleibe. Als Barenburger sei er froh, dass es das Kinder- und Jugendhaus geben würde und wisse diese Arbeit zu schätzen.

 

Frau E. Meyer bedankt sich ebenfalls für den verständlichen Vortrag. Ihrer Meinung nach sei die Anfertigung eines Leitbildes interessant, da die einzelnen Einrichtungen zusammen arbeiten und ihre Ideen und Gedanken austauschen würden. In dem Vortrag sei das Stichwort „Verlässliche und authentische Begleiter“ gefallen. Hier habe sie sofort an die Situation in Borssum gedacht.

 

Frau Risius führt aus, sie bedanke sich im Namen der CDU-Fraktion für die mit viel Engagement vorgetragene Vorstellung des Leitbildes. Hinsichtlich des Jugendzentrums Borssum bemerkt sie, hier hätten sich ganz viele Kinder für einen Menschen eingesetzt. Gerade in der heutigen Zeit sei dieses beachtlich. Wenn im Leitbild von Verlässlichkeit gesprochen werden, dürfe es nicht sein, dass diese Verlässlichkeit in Borssum nicht gezeigt werde. Aus diesem Grunde bitte sie die Verwaltung und das Jugendzentrum Borssum, sich schnellstmöglich an einen Tisch zu setzen und zu einer wirklich guten Lösung für alle Beteiligten zu kommen. Dann könne man den Kindern auch sagen, dass sich ihr Einsatz gelohnt hätte.

 

Weiter erklärt Frau Risius, der Rat habe immer überparteilich gesagt, man wolle möglichst nicht an den Jugendlichen sparen. Deshalb bitte sie um Prüfung, ob es für Borssum auch Zuschüsse geben würde, wie es in Barenburg möglich gewesen sei. Abschließend stellt sie fest, das Leitbild bedeute ebenfalls, dass die Politik mitarbeite. Deswegen habe sie schon mehrfach angeregt, dass sich der Jugendhilfeausschuss in den verschiedenen Institutionen sehen lässt.

 

Herr Dietz bedankt sich für den guten Vortrag und erklärt, er wisse, dass die Arbeit im Kinder- und Jugendbereich viel Engagement und Kraft erfordere. Die in dem Vortrag genannten Begriffe wie Verlässlichkeit und langfristige Beziehung seien in dieser Arbeit sehr wichtig. Auch in Borssum müsse seines Erachtens etwas geschehen. Wenn dort die Stelle eines Sozialpädagogen im Anerkennungsjahr ausgeschrieben werde, bedeute dieses, dass dort keine wirklich langfristigen Beziehungen aufgebaut werden könnten, da diese Stellen immer wechseln würden.

 

Herr Sprengelmeyer betont, er wolle kurz auf die Personalsituation eingehen und richtig stellen, dass Frau Janssen keine Kündigung erhalten habe. Es habe keine Vertragsverlängerung gegeben. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses nicht in der Person von Frau Janssen liegen würde. Mit einer Festanstellung wäre es eine Stellenausweitung und habe dementsprechende Auswirkungen auf die Finanzlage. Aus diesem Grunde müsse darüber politisch entschieden werden.

 

Weiter führt Herr Sprengelmeyer aus, das hier vorgestellte Leitbild sei beispielhaft und er gehe davon aus, dass Rat und Verwaltung der Stadt Emden einerseits auf das Leitbild sehr stolz sein könnten, da dieses Leitbild letztlich für die Stadt Emden erarbeitet worden sei. Andererseits könnten alle auch stolz auf das Personal sein, die das Leitbild erarbeitet hätten. Herr Sprengelmeyer bedankt sich für diese Arbeit und den Einsatz bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

Herr Fooken bedankt sich für den guten engagierten Vortrag und fragt an, warum es notwendig gewesen sei, dieses Leitbild im Rahmen einer außerörtlichen Klausurtagung zu erstellen. Seiner Meinung nach stecke hier ein Stückweit Selbstverständlichkeit drin und müsste im Rahmen eines vielleicht monatlichen Erfahrungsaustausches besprochen werden. Das für die Klausurtagung eingesetzte Geld hätte man seines Erachtens besser in die Jugendlichen investieren können.

 

Weiter führt Herr Fooken aus, seine Fraktion habe mit ihrem Antrag hinsichtlich der Situation deutlich gemacht, dass sie die Forderung unterstütze und hoffe, dass es zu einem vernünftigen Ergebnis komme.

 

Herr Sprengelmeyer erklärt hinsichtlich der Frage, ob sich der Aufwand und Ertrag des Leitbildes lohnen würde, dieses Geld hätte man nicht besser einsetzen können. Insbesondere an den Vorträgen von Frau Eiklenborg und Frau Ricken sei zu erkennen, wie viel Diskussion eigentlich dahinter stecke, bis letztendlich der gemeinsame Satz stehe. Tatsächlich sei es ein spannender Prozess gewesen, bei dem auch hinsichtlich der Zusammenarbeit bilanziert werde. Abschließend betont Herr Sprengelmeyer, es sei hin und wieder notwendig, dass man aus der Praxis heraus inne halte und sich justiere. Daher sei der Einsatz an dieser Stelle richtig gewesen und der Ertrag habe den Aufwand gerechtfertigt. 

 

Herr Scheffel erinnert daran, dass auch die Fraktionen zu Klausurtagungen fahren führen, um Abstand zu gewinnen und um sich konzentriert eine Arbeit vornehmen zu können. Aus diesem Grunde befürworte er eine solche Klausur. Im Übrigen werde das Leitbild von ihm ausdrücklich begrüßt.