TOP Ö 9: Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich

Frau Sommer stellt gemeinsam mit Frau Düpree anhand einer PowerPoint-Präsentation das Regionale Rahmenkonzept zur Sprachbildung und Sprachförderung in Emder Kindertageseinrichtungen vor. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau Grix bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau E. Meyer fragt an, ob sie es richtig verstanden habe, dass mit Kindern in einem Kindergarten gearbeitet werde, die Sprachprobleme hätten.

 

Frau Düpree entgegnet, es handele sich um einen ganz normalen Kindergarten. Der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund sei zwar hoch und es seien Sprachverzögerungen vorhanden. Aber es würde sich nicht um eine Einrichtung für entwicklungsverzögerte Kinder handeln.

 

Herr Sprengelmeyer führt aus, der hier verfolgte Ansatz sei, dass Sprachbildung und Sprachförderung grundsätzlich ausgerichtet werden und ein allgemeiner Bestandteil der Erziehung und Bildung in der Kindertageseinrichtung sei. Der Ansatz umfasse alle Bereiche des Alltags der Kindertagesstätte und jeder sei für die Sprachbildung und –förderung zuständig. Herr Sprengelmeyer bittet Frau Düpree um Auskunft, ob ihrer Meinung nach Sprachbildung und Sprachförderung im Bereich der Ausbildung von Erzieherinnen und Sozialassistenten seitens des Landes noch stärker eingebracht oder gefördert werden müsse. Letztendlich sei es erforderlich, dass alle, die mit Kindern in einer Einrichtung arbeiten würden, auch über entsprechende Kompetenzen verfügen sollten. Er stellt abschließend fest, Sprache sei für den weiteren Bildungsweg sowohl für deutschstämmige als auch für Kinder mit Migrationshintergrund enorm wichtig.

 

Frau Düpree erklärt, als sie vor zehn Jahren die Ausbildung gemacht habe, sei der Anteil an Sprachförderung und Sprachentwicklung sehr gering gewesen. Ihrer Ansicht nach sei es auch heutzutage noch nicht ausreichend.

 

Frau Jensen ergänzt, im Stoffplan sei dieses Thema beinhaltet. Sie halte es auch für ausreichend, würde es jedoch begrüßen, wenn Fortbildungen für die Erzieher und Erzieherinnen angeboten würden.

 

Herr Stolz berichtet, er habe vor wenigen Wochen den Bericht eines Hirnforschers gehört, in dem dargelegt worden sei, dass in den ersten Lebensjahren die Schaltungen im Gehirn angelegt würden. Eine Korrektur des Gelernten sei nur sehr schwer und aufwendig möglich. Zudem habe der Hirnforscher erklärt, wie schwer verständlich es für ihn sei, dass es fast nicht gelingen würde, das Bildungswesen dahingehend umzustellen, dass in den ersten Jahren die höchst qualifizierten Kräfte eingesetzt würden. Herr Stolz betont, er wolle hier nichts gegen die Erzieherinnen und Erzieher sagen, die unter schwierigen Umständen arbeiten müssten und dabei schlecht bezahlt würden. Er gibt zu bedenken, dass sich für diese schlechtbezahlten Arbeitsplätze kaum Leute finden lassen würden, die hochqualifiziert seien. Wenn man den hier für Emden genannten Betrag von 33.000 € auf die einzelnen Kinder umrechne, werde man feststellen könne, das dieses kaum etwas sei. Vor dem Hintergrund des Berichtes des Hirnforschers sei festzustellen, dass hier ein äußerst gravierender Reformbedarf in der Gesellschaft und speziell im Bildungswesen vorliegen würde.

 

Herr Grix erklärt, er sei davon überzeugt, dass die Qualifikation der Erzieher und Erzieherinnen nicht schlecht sei und dennoch immer wieder verbessert werden könne. Er gibt zu bedenken, dass immer mehr Kinder in die Kindergärten kämen, bei denen das Defizit durch die Herkunft gegeben sei. Zudem sei das Einlassen auf die fremde Sprache für die Erzieherinnen und Erzieher schwierig. Seiner Ansicht nach sei das größere Handicap, dass man bei allen guten Willen die Sprachförderung zu betreiben, daran scheitere, dass in den Gruppen mit 25 Kindern nur zwei Erzieherinnen seien. Das beste Programm reiche nicht aus, wenn die Kapazitäten in den Einrichtungen nicht vorhanden seien.

 

Herr Sprengelmeyer ergänzt, natürlich sei es richtig, dass die Rahmenbedingungen entscheidend seien. Entscheidend sei aber auch, was die Kinder von zu Hause mitbringen bringen. Von daher sei man gut beraten, wenn auch der Bereich der Familienzentren etc. weiter ausgebaut werde.

 

Frau Jensen bemerkt, dafür würden die Rahmenbedingungen bei weitem nicht ausreichen.

 

Frau Meinen erklärt, ein anderer Gesichtspunkt sei aber auch, dass die Kinder in der Krippe eine ganz andere Sprachförderung wie die Kindergartenkinder bedürfen. Ihrer Ansicht nach sei es auch ganz wichtig, dass das Spektrum der Krippenkinder in der Ausbildung der Erzieher bzw. Erzieherinnen einbezogen werde.