Der Rat der Stadt Emden stimmt den Antrag der „Schule Grüner Weg“ auf Kostenübernahme für ein verbindliches und pädagogisches Betreuungsangebot für Grundschulkinder grundsätzlich zu.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, zu überprüfen, ob und in welchem Umfang ein solches Angebot umgesetzt werden kann.

 


Herr Sprengelmeyer stellt fest, mit diesem hier vorliegenden Beschluss seien noch keine finanziellen Auswirkungen betroffen. Hintergrund sei, dass in Emden immer mehr alleinerziehende Eltern faktisch auf längere Betreuungszeiten angewiesen seien als bis 15:15 Uhr. Hier sei ein verlässliches Betreuungsangebot für Grundschulkinder umzusetzen, ohne dass noch eine zusätzliche Einrichtung aufgesucht werden müsse. Es sei bekannt, dass viele Kinder ganztägig betreut werden müssen und dass Erziehungsaufgaben von Familien teilweise nicht mehr so übernommen werden könnten. Er betont, dieses sei natürlich nicht nur im Stadtteil Barenburg der Fall. Daher sei es aus seiner Sicht ganz wichtig, sich langfristig mit dieser Thematik zu beschäftigen. Fakt sei, hier mit der Schule und anderen Beteiligten weiter ins Gespräch zu kommen, um das Konzept, welches der Vorlage 16/0190 beigefügt sei, weiter zu entwickeln. Seines Erachtens sei der Verwaltung dieses Konzept so nicht konkret genug, da es im Grunde genommen eine Allgemeinsituation beschreibe, aber nicht die tatsächlichen Bedarfe an diesem Standort berücksichtige.

 

Abschließend stellt Herr Sprengelmeyer heraus, der Beschluss sei somit in Ordnung. Bezüglich der Kosten führt er aus, dieses habe man mit aufgenommen, da sie sich in diesem Rahmen abspielen würden, wenn man über eine qualifizierte pädagogische Betreuung nachdenke.

 

Frau E. Meyer bemerkt, mit dieser Vorlage könne etwas in Gang gebracht werden, was gerade in Barenburg wichtig sei, da dieser der kinderreichste und auch ein problematischer Stadtteil sei. Ihrer Meinung nach sei es wichtig, hier Geld in die Hand zu nehmen. Sie fragt an, ob sie sich darauf verlassen könne, dass der Betrag in dem genannten Rahmen bleiben würde. Abschließend stellt sie fest, die SPD-Fraktion werde dieser Vorlage zustimmen.

 

Her Fooken erklärt, auch die FDP-Fraktion unterstütze diese Vorlage. Er stelle sich jedoch die Frage, warum es von zurzeit 238 betreuten Kindern nur 84 Rückmeldungen gegeben habe. Von diesen 84 hätten sich letzten Endes nur 18 für das Betreuungsangebot ausgesprochen. Hier müsse man sich fragen, was mit den fehlenden Rückmeldungen sei und ob es eventuell sprachliche Schwierigkeiten und sogar seitens der Elternschaft Angst vor entstehenden Kosten gegeben habe.

 

Herr Fielers stellt sich die Frage, ob beide Elternteile arbeiten müssten oder ob sie aus anderen Gründen die Betreuungszeiten in Anspruch nehmen würden. Er führt aus, 82 € erscheine ihm bei Alleinerziehenden hoch. Er fragt an, ob es sich dabei um einen Erfahrungswert handele. Weiter bittet er um Auskunft, nach welchen Kriterien die 20 Plätze bei 238 Schülerinnen und Schülern besetzt würden.

 

Herr Ouedraogo erklärt, er begrüße zunächst einmal diesen deutlichen Ansatz. Seiner Meinung nach müssten alle Kinder die Möglichkeit haben, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Es würde noch erhebliche Schwierigkeiten geben, die zu überwinden seien. Er bedanke sich bei seinen Vorrednern, die sich positiv geäußert hätten. Als Vorsitzender des Integrationsrates sehe er jedoch nicht nur in diesem Zusammenhang den Stadtteil Barenburg, sondern auch die anderen Stadtteile. Seines Erachtens sollte man ein solches Projekt auf die ganze Stadt Emden ausdehnen. Er wehre sich dagegen, dass Barenburg immer als sozialer Brennpunkt bezeichnet werde.

 

Herr Dietz erklärt, er finde es das Wort „verbindlich teilnehmen“ im Konzept sehr wichtig. Im Gegensatz zum offenen Ganztagsangebot müssten die Kinder teilnehmen und könnten sich nicht wieder abmelden, was sehr viel Unruhe in den Schulen hervorrufe. Dadurch werde dann auch verhindert, dass diese Kinder allein zu Hause oder auf der Straße seien. Natürlich sei der Bedarf auch in anderen Stadtteilen vorhanden. So werde zurzeit auch in der neuen Grundschule Cirksenaschule ein ähnliches Konzept erarbeitet.

 

Herr Grix betont, vom Grundsatz her sei ihm diese Vorlage noch nicht genügend ausgefeilt. Zwar habe man den Stadtteil Barenburg immer wieder im Fokus, doch auch an anderen Schulen sei die Problematik ähnlich gelagert. Von daher müssten auch Parallelen zu anderen Schulen entwickelt und anschließend dem Jugendhilfeausschuss zur Informationen gegeben werden.

 

Frau Jensen stellt fest, es sei mittlerweile selbstverständlich geworden, dass bedarfsorientierte Öffnungszeiten und Plätze für Kinder im Krippenalter und Kindergartenalter zur Verfügung stehen würden. Bei Kindern im Hortalter sei das in Emden noch lange nicht der Fall. Zwar würde es einige Hortgruppen in Emden geben. Doch auch sie wünsche sich eine Ausarbeitung für die ganze Stadt Emden. 

 

Frau Lechner erklärt, die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstütze ebenfalls diese Vorlage. Ihrer Ansicht nach sei Nachmittagsbetreuung sehr wichtig, denn jedes Kind sollte das Recht und die Möglichkeit haben, sich nachmittags mit anderen Kindern zu treffen und Erfahrungen zu sammeln. Somit lernt man den Ort Schule nicht nur im negativen Sinne kennen, sondern erfährt auch das Positive am Nachmittag. Oftmals seien es am Anfang nur wenige Kinder. Doch wenn gute Erfahrungen gemacht würden, sei ein solches Projekt immer von Erfolg gekrönt.

 

Frau E. Meyer bittet um Auskunft, warum der Antrag der Schule Grüner Weg im Jugendhilfeausschuss behandelt werde.

 

Herr Sprengelmeyer stellt heraus, der Jugendhilfeausschuss sei für die Schulkindbetreuung zuständig, die außerhalb der Schule sei, und somit auch für die Hortbetreuung. Wie bereits in der Vergangenheit, werde man auch zukünftig immer mehr Themen behandeln müssen, die sowohl den Schulausschuss als auch den Jugendhilfeausschuss betreffen würden. Im Rahmen der Gesamtsozialisation der Kinder und Jugendlichen müsse Erziehung und Bildung gleichrangig behandelt werden. Daher sei die Schulkindbetreuung in diesem Ausschuss richtig verortet.

 

Weiter bemerkt Herr Sprengelmeyer, bei der Hortbetreuung sei genau definiert, wie groß der Raum, wie groß die Gruppe und wie die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein müsse. Das Hortangebot sei pädagogisch hochwertig. Doch er frage sich, ob tatsächlich jedes Kind eine Hortbetreuung haben müsse. Wichtig seien verbindliche und flexible Betreuungsangebote, wo die Schule ein Stück weit Lebensalltag der Kinder sei, weil auch die familiäre Situation darauf angewiesen sei. Das bedeutet, dass von dort aus auch der Alltag geregelt werde. Natürlich dürfe sich dieses Angebot nicht nur an 20 Kinder richten, sondern es müsse diejenigen Kinder einbeziehen, die nach Beendigung der Ganztagsschule betreut werden müssten.

 

Herr Sprengelmeyer erklärt, es sei mit der Schule ein Vorgespräch geführt worden. Hier habe man sich darauf geeinigt, das Konzept weiterzuentwickeln. Er sei dankbar für die vielen Hinweise, die gekommen seien. Man müsse überlege, ob dieses Angebot weiter für die gesamte Stadt Emden umgesetzt werden könne, sodass es auch in irgendeiner Form auch noch finanziell dargestellt werden könne.

 

Hinsichtlich der Aussage von Herrn Fooken erklärt Herr Sprengelmeyer, es könne mit Sicherheit nicht Aufgabe der Verwaltung sein, nachzusehen, wie es in den Familien aussehen würde, wenn sich die Familien nicht zu einem Hortangebot melden würden. Bezüglich der Beträge, die nach dem Hortplatz gerechnet würden, bemerkt er, hier würde es ganz bestimmte Sätze geben. Welche Ausgaben und Einnahmen man habe und welche Sozialermäßigungen es geben würde, sei vorher nicht bekannt. Es würde bisher ein Ausgangskonzept auf dem Tisch liegen, welches weiterentwickelt werden müsse mit Blick auf diesen Standort und auf eine vielfältige Gestaltung, dass es hier zum Lebensmittelpunkt für die Kinder werden könne.

 

Herr Fooken erklärt, ihm sei es darum gegangen, warum nur 84 Rückmeldungen bei 238 Kindern gekommen seien. Von diesen Rückmeldungen seien nur 18 positiv gewesen. Es würde ihn interessieren, aus welchen Gründen der Rest nicht geantwortet habe.

 

Frau E. Meyer fragt an, ob Lehrer oder Betreuer die Kinder im Hortangebot betreuen würden.

 

Herr Sprengelmeyer führt aus, beim Hortangebot sei auch die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesetzlich geregelt. Somit müssen Erzieherinnen und Erzieher angestellt werden. Doch das werde sich nach der Weiterentwicklung des Konzeptes alles zeigen.

 

Weiter bemerkt Herr Sprengelmeyer, er würde es auch nicht schlimm finden, wenn Kinder das Angebot nach der Ganztagsschule nicht in Anspruch nehmen möchten. Natürlich sei es auch eine gute Sache, wenn Kinder auch ein Stück weit außerhalb von Institutionen noch Zeit verbringen würden.

 

Frau Obes stellt heraus, sie würde es auch begrüßen, wenn genauer hingeschaut werde, woran es läge, dass sich nur wenige Eltern für ein Hortangebot gemeldet hätten.

 

 

Herr Hass-Tjaden hat an der Beratung und Beschlussfassung nicht teilgenommen.