Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Geißler erläutert die Konzeptstudie „Neue Wege im Wassertourismus“, die vom Landkreis Wittmund im Rahmen des Netzwerkes „Ems-Achse“ in Auftrag gegeben wurde (Powerpoint-Präsentation in der Anlage).

Herr Docter ergänzt, dass für das „Fehntjer Tief“  Kosten für das Ausbaggern von 10  m.km-Länge und einer Tiefe von ca. 0,7 m ermittelt wurden, und zwar 2 bis 2,5 Mio. Euro. Wobei evtl. Belastungen des Schlammes nicht berücksichtigt wurden. Für den Schlamm müsste eine 10 ha große Fläche bereitgestellt werden.

Da das „Fehntjer Tief“ zur Entwässerung gebaut wurde und nicht für den Schiffsverkehr, ist eine Finanzierung durch Bund oder Land nicht möglich.

Für Herrn Davids ist die Studie zunächst einmal bezüglich der Finanzierung erschreckend. Es würde bedeuten, dass Brücken erst ersetzt und erhöht werden könnten, wenn sie abgängig seien.

Herr Verlee merkt an, dass die Studie sehr interessant sei, aber jetzt mehr Fragen als Antworten aufgetaucht seien. Die angedachten Maßnahmen müssten nach seiner Meinung kostenneutral gestaltet werden.

Frau Eilers weist ausdrücklich darauf hin, dass die Studie den Wassertourismus  voranbringen könnte und ist der Meinung, dass große Pläne Mut erfordern. Die FDP-Fraktion sei von der Notwendigkeit der Maßnahmen überzeugt.

Die Studie sei allerdings nicht Emden-spezifisch und sie vermisse den Dollart und die ostfriesischen Inseln. Für die Bootjefahrer sei der Wassertourismus als Naherholung zu erhalten und auszubauen. Das EU-Projekt „Watercity“ habe Emden als Wasserstadt hervorgehoben.

Im Übrigen weist sie auf die fehlenden Anträge der FDP-Fraktion hin.

Herr Geißler bestätigt die Aussage von Frau Eilers, dass der Auftrag der BTE  für die gesamte Region „Ems-Achse“ analysiert werden sollte.

Dass der Motoryacht-Tourismus subventioniert werde,  ist für Herrn Verlee nicht akzeptabel. Konventionelle Betreiber einer Anlegestelle müssten höhere Gebühren erheben, um wirtschaftlich agieren zu können.

Herr Davids betont noch einmal, dass für die Umsetzung des Konzeptes ein langer Atem erforderlich sei und regional gedacht werden müsse.

Herr Kinzel teilt Frau Eilers mit, dass die Anträge der FDP-Fraktion mit der ersten Einladung zur Sitzung verteilt worden seien. Weiterhin führt er aus, dass die Stadt Emden ihre Hausaufgaben in Sachen Wassertourismus mache.

Zurzeit gäbe es eine Förderzusage über 70.000,00 € für eine Machbarkeitsstudie zum ILEK-Projekt  „Neue Wege im Wassertourismus (Ems-Jade-Kanal)“ im Rahmen des ReM „Mittleres Ostfriesland“ zur Vernetzung der bestehenden touristischen Attraktionen und Angebote entlang des Ems-Jade-Kanals oder in dessen näherer Umgebung. Federführend sei hier der Fachdienst Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Eine weitere Maßnahme ist der „Wasserwegenavigator“ vom EU-Projekt TTT – Toekomst.

Zum anderen zählte Herr Kinzel die vielen bisher durchgeführten Maßnahmen der Stadt Emden im Bereich Tourismus auf:

·         Liegeplätze (bis zu 150 Einheiten) für Gast- und Dauerlieger, ganzjährig

·         Versorgungseinrichtungen für die Bootjefahrer: Sanitäranlagen an beiden Seiten des Alten Binnenhafens (WC, Duschen, Waschmaschine, Wäschetrockner), Strom- und Wasserversorgung, Slipanlage, Fahrradverleih

·         Service-Station/Hafenmeisterkontor

·         30 Wohnmobilstellplätze am Wasser, direkt in der Innenstadt mit Ver- und Entsorgung

·         Ziel für Flusskreuzfahrtschiffe (jährlich ca. 15 Anlandungen am Liegeplatz am Falderndelft)

·         Promenade rund um den Alten Binnenhafen

·         Instandsetzung der Eisenbahnbrücke

·         Investition Borssumer Schleuse/Rotes Siel

·         Maßnahme Nesserlander Schleuse (für die Bootjefahrer im Emder Binnenhafen und Richtung Aurich-Wilhelmshaven

·         Paddel & Pedal-Station mit Verleih von Kanus und Fahrrädern (2011 ca. 700 aktive Paddler mit Gästen im Gästehaus „Johanna-Mühle“

·         Entschlammung der Emder Kanäle (EU-Projekt „Watercity“)

·         Stigte bei der Kunsthalle und am Alten Binnenhafen

·         Stege am Wall/Uferbefestigung

 

Feste rund ums Wasser

·         Emder Matjestage mit Traditionsschiffen im Ratsdelft

·         Delft- und Hafenfest rund um den historischen Binnenhafen

·         Emder Hafenmeile mit Drachenboot- und Ruderbootregatten

·         Emder Engelkemarkt – weihnachtlicher Budenzauber am Wasser mit Weihnachtsschiffen im Ratsdelft

 

 

Herr Gerdes betont die Wichtigkeit des maritimen Flairs in der Stadt Emden und die gute Zusammenarbeit mit den Niederlanden.

 

Frau Lechner gibt zu bedenken, dass die Sportboote/Motoryachten auch Touristen verschrecken könnten. Herr Hegewald sieht diese Gefahr nicht.

 

Herr Ulrichs sieht die Konzeptstudie durchaus positiv und ist der Meinung, dass die Salamitaktik nicht richtig sei, sondern alle Kommunen jetzt an einem Strang ziehen müssten, um das Ziel schnell zu erreichen.

 

Frau Eilers stimmt dem zu und denkt auch, dass IHK, Regionalrat usw. mit ins Boot geholt werden müssten.

 

Eine Frage an Herrn Geißler, ob er sich im Zusammenhang mit dem Wassertourismus auch Gedanken über Hausboote gemacht habe, wird von ihm verneint, kann aber aus anderen Revieren sagen, dass Hausboote eine sehr kleine Rolle spielen, z.B. als touristischer Gag.

 

Zum führerscheinlosen Bootsfahren wäre zu sagen, dass im Bereich Müritz keine Erfolge erzielt wurden. Herr Docter fügt hinzu, dass es nicht vorstellbar sei, dass unkundige Bootjefahrer im Hafen agieren.

 

Herr Hegewald macht auf die lange ostfriesische Tradition der Bootjefahrer aufmerksam und ist der Meinung, dass guter Wille und langer Atem zum Ziel führen könnten.