Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Hoofdmann erläutert den Antrag. Er gibt an, dass der Baumgutachter beim letzten Mal sehr überzeugend dargelegt habe, dass die Bäume nicht erhalten werden können. Nun sei er verunsichert, ob durch die Bürgerversammlung erreicht werden soll, die Bäume doch nicht zu fällen.

 

Herr Docter erklärt, dass im Verwaltungsausschuss für die Auftragsvergabe kein Beschluss gefasst worden sei, da vorab eine Bürgerbeteiligung stattfinden soll. Die Bürger werden informiert und gehört und danach werde die Entscheidung getroffen, ob die Straße saniert und die Bäume ersetzt werden oder die Straße nicht saniert werde und die Bäume stehen bleiben. Ein erhebliches Schneiden werde dann trotzdem notwendig. In wie weit es dadurch noch ästhetisch aussehe sei dabei eine andere Frage.

 

Herr Hoofdmann führt aus, dass sich durch die derzeitigen Diskussionen der FDP die Frage gestellt habe, ob es regelmäßige Baumkontrollen gebe oder durch ein Management eventuell Krankheiten und Schäden eher erkennbar seien. Auch für die Einsicht in der Bevölkerung halte er es für vorteilhaft.

Herr Helbig verweist auf die schriftliche Stellungnahme der Verwaltung. Er sagt, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. Es sei das erste Mal, dass solche Dimensionen hinsichtlich kranker Bäume auftreten.

Herr Docter unterstreicht, dass es regelmäßige Begutachtungen der Bäume in Abhängigkeit der Standorte, Alter, etc. gebe. Mittlerweile sei es erforderlich, einen externen Gutachter einzusetzen, da die Fachkompetenz der Abteilung Grünflächen in der Öffentlichkeit nicht mehr anerkannt werde. In vielen Fällen habe ein Gutachter schon eher zum Fällen eines Baumes geraten, auch wenn der Mitarbeiter noch eine gewisse Zeit an dem Baum festgehalten hätte. Es stelle sich die Frage, wie zukünftig damit umgegangen werde, dass die Meinungen der fachlich gut ausgebildeten Mitarbeiter der Stadt, wie zum Beispiel Herr Helbig und Herr Kolbe, nicht mehr anerkannt werden. Es werde ständig an Kontrollen gearbeitet, bei größeren Maßnahmen werde ein externer Gutachter eingesetzt.

Herr Andersson fügt hinzu, solange er Leiter des BEE ist, sei ein Gutachter noch nicht zu einem anderen Ergebnis gekommen, als einer der Mitarbeiter. Die Mitarbeiter werden fortlaufend geschult und dennoch hinterfrage die Öffentlichkeit ständig ihre Entscheidungen und fachlichen Qualitäten. Dies sei äußerst belastend. Im Sinne der Verkehrssicherungspflicht werde an der notwendigen Fällung der Kastanien festgehalten.

 

Herr Schulze schließt sich den Aussagen von Herrn Andersson an. Er betont, dass lange gezaudert werde, bevor ein Baum gefällt wird und sagt, dass der BEE gute Arbeit leiste. Herr Schulze macht darauf aufmerksam, dass der Gutachter zunächst eingesetzt worden sei, um die Bäume zu erhalten. Der Gutachter habe widersprochen und der Ausschuss habe sich vor Ort fraktionsübergreifend überzeugen lassen, dass es sich bei den Bäumen Am Treckfahrtstief um „Sondermüll“ handle. Es werde dort wieder etwas Schönes entstehen, auch wenn es sich um ein sehr emotionales Thema handle und es sich Politik und Verwaltung in ihrer Entscheidung nicht einfach machen.

     

Herr Odinga sagt, dass Herr Haase das Thema wieder ins Rollen gebracht habe und es taktisch nicht richtig gewesen sei. Herr Hoofdmann schließt sich an und fragt, warum die SPD einen Antrag auf einen 2. Gutachter stelle, obwohl sie doch ebenfalls überzeugt war, dass das Fällen notwendig werde. Herr Davids antwortet, dass nicht die SPD den Antrag gestellt habe, sondern Herr Haase und Herr Hoofdmann solche Situationen kennen müsse.

 

Herr Renken weist darauf hin, dass die Baumschutzinitiative selbst ein Gutachten zu den Bäumen Am Treckfahrtstief beauftragt habe, wodurch sich das Ergebnis des städtischen Gutachtens bestätige. Die Bäume seien langfristig nicht haltbar und nur unter erheblichem Pflegeaufwand eventuell 3 oder 6 Jahre standsicher. Auch wenn der VA die Entscheidung treffe, soll die Abwägung im Dialog mit den Anwohnern geklärt werden. Er sagt, dass es auch darum gehe, dass für viele Bürger die Entbuschung zum Beispiel im Bereich des Tennisvereins nicht nachvollziehbar sei. Das entsprechende Wallkonzept habe im Jahr 2005 vorgelegen, in wie weit es umgesetzt wurde, sei in den letzten Jahren im Rat nicht mehr thematisiert worden. Er halte die Beleuchtung des Konzeptes und einen Sachstandsbericht für wünschenswert und für förderlich für das Verständnis der Bevölkerung.

Herr Gosciniak lobt den Beitrag von Herrn Renken und bittet gleichzeitig, auf das eigentliche Thema der Kastanien Am Treckfahrtstief zurückzukommen.

 

Herr Schulze gibt an, er könne verstehen, dass es Aufschreie in der Bevölkerung gebe. Allerdings geschehe nichts hinter verschlossenen Türen und jeder habe die Möglichkeit an den Ausschusssitzungen und an den Versammlungen teilzunehmen. Er lobt die Durchführung der Maßnahme in der Cirksenastraße, welche baumpflegerisch begleitet worden sei. Seines Wissens musste nur ein Baum gefällt werden. Herr Docter verweist auf die damalige Anfrage und erklärt, dass es einige Ersatzpflanzungen gegeben habe. Herr Docter sagt, er schlage ebenfalls vor, dass das Wallkonzept in einer der nächsten Sitzungen noch einmal vorgestellt werde.