Beschluss: einstimmig

Die Verwaltung der Stadt Emden wird beauftragt, für den Aufbau einer betrieblichen Kinderbetreuung in der BBS I ein Raum- und Finanz- sowie ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten und dies nach Erstellung den zuständigen städtischen Gremien zur Entscheidung vorzulegen.

 


Herr Ubben erläutert die Vorlage ausführlich.

 

Herr Sprengelmeyer ergänzt, vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung habe man immer mehr damit zu kämpfen, für Menschen, die in Emden tätig werden wollen, Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehöre eine qualitativ hochwertige verlässliche Kinderbetreuung. Vor diesem Hintergrund müsse man diese Vorlage betrachten. Ein Effekt bei der Ansiedlung an der BBS I bestehe auch darin, dass dieses in die Ausbildung von Sozialassistenten und –assistentinnen sowie Erzieher und Erzieherinnen eingebracht werden könne.

 

Herr Sprengelmeyer führt weiter aus, natürlich habe man die Zahlen der Schulentwicklungsplanung berücksichtigt. Es werde hier keiner Entscheidung vorgegriffen. Man befinde sich jedoch in einer Zeit, wo in einem gewissen Umfang die Schülerzahlen an den Berufsschulen zurückgehen würden. Somit seien räumliche Möglichkeiten an der BBS I vorhanden. Eine erste Abstimmung mit dem Gebäudemanagement habe bereits stattgefunden, sodass den Betrieben relativ zügig ein Angebot gemacht werden könne. Bezüglich der Kosten erklärt Herr Sprengelmeyer, es handele sich hierbei um eine betriebliche Einrichtung, sodass die notwendigen Investitionskosten langfristig abgedeckt werden könnten.

 

Frau Meinen bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau E. Meyer erklärt, die SPD-Fraktion begrüße diese Vorlage und hoffe, dass eine zügige Umsetzung erfolge.

 

Frau Fekken hält dieses für eine ganz sinnvolle Einrichtung auch im Hinblick auf die Vereinbarung von Beruf und Familie. Ihrer Ansicht nach sei das Interesse gerechtfertigt, welches die Betriebe hinsichtlich der Bedarfe der Betreuungszeiten gezeigt hätten. Gerade in der medizinischen und pflegerischen Versorgung sei es so, dass die Beschäftigten manchmal rund um die Uhr arbeiten müssten. Gleichwohl dürfe es kein Freifahrtschein für die Unternehmen werden. Die Betriebe hätten auch die Aufgabe, das Kindeswohl im Auge zu haben und dürften nicht von den Beschäftigten die Arbeiten zu allen Tageszeiten einfordern.

 

Frau Jensen bemerkt, als ehemalige Lehrerin an der Fachschule für Sozialpädagogik begrüße sie diese Einrichtung an der BBS I, da somit die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hätten, dort ihre methodischen Übungen mit den Kindern durchführen zu können.

 

Herr Bongartz erklärt, auch die CDU-Fraktion begrüße die Einrichtung sehr, zumal einige Parteien dieses auch in ihren Kommunalwahlprogrammen aufgenommen hätten. Er macht darauf aufmerksam, dass nicht nur im Krankenhaus, sondern auch bei der Feuerwehr, Polizei und in anderen Bereichen Schichtarbeit geleistet werde. Dort habe es die Problematik gegeben, dass die Kinder keiner Stelle zugeführt werden können, wo sie zum Schichtbeginn auch betreut würden. Wenn diese Problematik jetzt dadurch gelöst werde, sei es eine ideale Vorstellung. Abschließend fragt er an, ob die Möglichkeit bestehen würde, dass Eltern diese Einrichtung nutzen könnten, deren Arbeitgeber nicht in eine Finanzierung eingestiegen seien.

 

Herr Ohling erkundigt sich, ob die Einrichtung an der BBS I zum Nachteil anderer Kindertagesstätten bezüglich der Ableistung der Praktika sei.

 

Herr Bolinius stellt fest, auch die FDP-Fraktion unterstütze diesen Beschluss. Da in den nächsten Jahren mit einem gravierenden Fachkräftemangel zu rechnen sei, müssten seitens der Stadt Emden gute Rahmenbedingungen geschaffen werden.

 

Herr Ubben entgegnet auf die Frage von Herrn Bongartz, zunächst müsse das Konzept erarbeitet werden. Es sei aber so, dass im Kindertagesstättengesetz vorgeschrieben sei, falls die Finanzhilfe des Landes im Rahmen der Personalkosten gewährt werde, dass dann die Kindertagesstätte für 1/3 der Kinder von Nicht-Firmen geöffnet werden müsse. Hinsichtlich der Frage von Herrn Ohling erklärt er, im Rahmen der Ausbildung der Erzieher/Erzieherinnen und Sozialassistenten/Sozialassistentinnen könnten nicht alle Praktika an der BBS I durchgeführt werden, sodass nach wie vor auch in anderen Kindertagesstätten diese Praktika abgeleistet würden.

 

Frau Jensen ergänzt, während der Ausbildung würden viele Praktika durchgeführt werden. Doch es bestehe dann die Möglichkeit, eine Beobachtungsübung aus dem Unterricht heraus in der Einrichtung in der BBS I durchzuführen. Diese Möglichkeit würde es jetzt noch nicht geben. 

 

Herr Grix fragt an, ob der Grundsatz, dass nur Emder Kinder in den Einrichtungen aufgenommen würden, aufgehoben werde.

 

Herr Ubben entgegnet, sicherlich müsse diese Frage noch geklärt werden, wie man zukünftig damit umgehen wolle. Er sei der Ansicht, dass die 25 Kindergartenplätze und die 15 Krippenplätze nicht ausreichen werden.

 

Herr Bongartz bittet um Auskunft, bis zu welchem Zeitpunkt das Konzept erarbeitet werden solle.

 

Herr Sprengelmeyer führt aus, es sei angedacht, zwischen den Sommerferien und den Herbstferien eine Beschlussvorlage oder zumindest einen Zwischenbericht vorzulegen.