Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Gosciniak begrüßt den Gutachter, Herrn Lienstromberg, die Vertreter der Ostfriesischen Landschaft, Herrn Dr. Bärenfänger und Herrn Dr. Kegler, sowie den Gebietsreferenten der NLD, Herrn Schiefer.

Herr Kinzel führt aus, das Thema gehe auf eine Diskussion im Rat zurück, bei der beschlossen worden sei, eine Denkmalpflegestudie in Auftrag zu geben. Herr Lienstromberg sei der Gutachter und werde heute anhand einer Präsentation die Ergebnisse vorstellen. Auch sei geplant, eine entsprechende Broschüre zu erstellen, um das Thema Denkmalschutz besser präsentieren zu können und die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren. Mit dieser Denkmalpflegestudie habe man eine Bestandsaufnahme der ausgewiesenen Baudenkmale im gesamten Stadtgebiet erhalten. Gleichzeitig aber auch eine Erfassung bedeutender Gebäude, die möglicherweise denkmalwürdig seien.

In diesem Zusammenhang wolle man das Thema Denkmalschutz insofern abrunden, das man auch die Bodendenkmalpflege hinzunehme, da es auch hier immer wieder zu Fragestellungen kommen würde. Um dieses Thema möglichst kompetent vorstellen zu können, habe man von der Ostfriesischen Landschaft die Herren Dr. Bärenfänger und Dr. Kegler als Referenten gewinnen können.

Herrn Lienstromberg stellt sich zunächst vor und erläutert anhand einer PowerPoint-Präsentation die Ergebnisse der Studie der Denkmalpflege. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

Herr Gosciniak bedankt sich und bittet um die Vorträge der Herren Dr. Bärenfänger und Dr. Kegler.

Herr Dr. Bärenfänger und Herr Dr. Kegler erläutern gemeinsam anhand einer PowerPoint-Präsentation die Bodendenkmalpflege. Diese Präsentation ist ebenfalls im Internet unter www.emden.de einsehbar.

Herr Gosciniak bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

Herr Strelow bedankt sich für die sehr informativen Vorträge. Er führt aus, da Denkmalpflege auch das Gedächtnis einer Stadt sei, erwachse dadurch aber auch eine Verantwortung für die Zukunft. Er sei erstaunt darüber, dass es über 400 Objekte in der Stadt Emden geben würde, die untersucht worden seien. Hinsichtlich der weiteren Untersuchungen bitte er um eine Aussage bezüglich des weiteren zeitlichen Ablaufs. Seiner Ansicht nach sei es allerdings auch wichtig, dass die Akzeptanz und Kommunikation innerhalb der Bürgerschaft weiter vorangebracht werde. Mit einer Denkmalpflegebroschüre mache man sicherlich einen ersten Schritt. Dennoch würde das nachhaltig fortgeführt werden, denn ohne die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger sei dieses nicht möglich. Er regt an, in einer öffentlichen Veranstaltung das Thema Denkmalpflege noch einmal breitflächig vorzustellen.

Herr Strelow bemerkt, auch sei es eine gute Sache, wenn Geschichtstafeln aufgestellt würden, so wie es vor dem ältesten Haus in der Osterstraße geschehen sei. Dort habe der Bürgerverein in Zusammenarbeit mit dem Ostfriesischen Landesmuseum eine entsprechende Tafel in Abstimmung mit dem Eigentümer des Hauses aufstellen lassen, auf der die Bedeutung des Hauses hervorgehoben worden sei.

Herr Strelow stellt heraus, wenn man das Thema Denkmalpflege ernst nehme, müsse man auch die Büste von Heinrich von Stephan aus ihrem Schattendasein nach vorne ziehen, reinigen und vielleicht auch mit einer Geschichtstafel zum alten Telegraphenamt versehen. Insgesamt biete seiner Meinung nach die Denkmalpflegestudie jede Menge Potential, welches man gemeinsam mit den anderen Fraktionen erörtern müsse.

Herr Bongartz betont, aus dem heutigen Vortrag sei es erkennbar gewesen, wie nötig es gewesen sei, dass der Rat einen Auftrag gegeben habe, die Situation der Denkmäler in der Stadt Emden zu untersuchen. Seines Erachtens sei der Ausgangspunkt der Abriss des Neptunhauses gewesen, der zu einer heftigen Diskussion in der Stadt geführt habe, ob es sich hierbei möglicherweise um ein Denkmal handeln würde. Das habe letztendlich dazu geführt, dass man gesagt habe, man brauche in der Stadt Emden eine ordentliche substanziell wertvolle Erfassung von möglichen Denkmälern. Mit der Denkmalpflegestudie habe man jetzt wertvolle Informationen über die Gebäude erhalten, die letztendlich nun Bestandteil der Emder Stadtgeschichte würden und in Zukunft weitergereicht werden könnten. Für Rat und Verwaltung sei dieses jetzt erst einmal eine Verpflichtung, dieses weiter aufzuarbeiten.

Er führt weiter aus, die Geschichte dieser Wurten habe ihn besonders fasziniert. Er fragt an, was Rat und Verwaltung der Stadt Emden unternehmen müssten, um hier noch möglicherweise weiter erkunden zu können.

Frau Eilers bedankt sich ebenfalls für die Vorträge, die sie mit großem Interesse verfolgt habe. Es sei so, dass diese Untersuchungen und das Interesse an dem, was aus der Zerstörung Emdens geblieben sei, resultieren würden. Einige Personenkreise hätten immer darauf hingewiesen, dass das Vorhandene wertvoll und schützenswert sei. Insofern könne man aus der Studie lernen, zumal sie auch den Blick in der Bevölkerung für diese Dinge schärfen werde. Ihr habe es natürlich leidgetan, dass in der Vergangenheit Fehler passiert seien. Sie begrüße es, dann nicht nur die schützenswerten Bauten aufgelistet worden seien, sondern auch potentiell schützenswerten Bauten mit erwähnt worden seien. Natürlich müsse diese Studie in einen Plan münden und der Rat sich überlegen, wie er zukünftig gestalten werde.

Bezüglich der Reform des Denkmalschutzgesetzes in Niedersachsen führt Frau Eilers aus, damit sei auch der Umfang der Aufgaben gewachsen. Der Eigentümer werde gestärkt und es müssten Vorgespräche geführt werden, bevor eine Aufnahme erfolgen würde. Sie frage sich, ob die Verwaltung gut genug aufgestellt sei, um so einen Plan auch umsetzen zu können oder ob der kleine Personenkreis, der damit befasst sei, unter Umständen überbelastet sei. Zudem interessiere sie die Zusammenarbeit mit dem Verein ANNO und der Monumentenwacht.

Weiter regt Frau Eilers an, sowohl die Friedhöfe als auch die technischen Bauwerke sollten in der Broschüre enthalten sein. Hinsichtlich des großen Krans der Nordseewerke stelle sie die Frage, ob dieses ein technisches Denkmal sei. Sie spricht ferner die Wallbrücke über das Hinter Tief und das Gebäudesegment Arbeiterhäuser an.

Hinsichtlich der Bohrungen bei den alten Sieltoren fragt Frau Eilers an, warum diese nicht fortgeführt worden seien. Weiter möchte sie wissen, ob in Wolthusen tatsächlich auf der Warft gebaut würde und diese damit beschädigt werde.

Herr Dr. Bärenfänger stellt heraus, die Bohrungen seien nur im Vorwege von geplanten Baumaßnahmen unternommen worden, um zu gucken, wie man eventuell reagieren müsse, wenn dort wirklich gebaut werde. In allen Fällen seien ältere Siedlungsgeschichten tangiert worden. Zu der Frage, wie es weitergehe, erklärt Herr Dr. Bärenfänger, da es Denkmalschutz heißen würden, gehe es nicht weiter. Der oberste Gedanken sowohl bei den Baudenkmalpflegern als auch bei den Archäologen sei es, den Bestand zu schützen und so zu lassen, wie er sei.

Hinsichtlich der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes erklärt er, Niedersachsen habe jetzt auch die „Malta-Konvention“ in Landesrecht übernommen. Damit gelte in der Archäologie das Verursacherprinzip.

Herr Lienstromberg führt aus, er wolle zuerst auf den Umfang der Studie eingehen. Zunächst habe er anhand der Liste geschaut, welche Denkmale im gesamten Stadtgebiet vorhanden seien. Da es sich oftmals um ältere Listen handeln würde, seien die Gebäude nicht so leicht zuzuordnen oder nicht mehr vorhanden. Zu jedem dieser Gebäude habe er eine kartografische, fotografische und schriftliche Aufzeichnung verfasst. Das zweite Arbeitsziel seien die Wiederaufbaugebäude innerhalb der Wallanlagen gewesen. Eine Nachinventarisation anderer Gebäude und Anlagen war in dieser Phase überhaupt noch nicht vorgesehen.

Weiter führt er aus, es würde ein Angebot vorliegen, dass in einem eng umrissenen Bereich praktisch die versäumte Inventarisierung der Gebäude des Expressionismus nachzuholen sei. Herr Lienstromberg bestätigt, dass die Brücke an der Neutorstraße in einem wirklich schlechten Zustand sei. Er habe sie aufgeschrieben und den Wallanlagen beigefasst, obwohl sie nicht richtig in dem Inventar erwähnt worden sei.

Abschließend stellt er fest, Denkmalschutz in einer Stadt sei nicht nur eine Frage des Gesetzes und der Verwaltungsprozesse. Es sei im Grunde genommen gleichgültig, ob das Bauwerk den offiziellen Status eines Denkmals habe. Insofern könne der Denkmalschutz auch nicht alles gewährleisten, was man sich vorstelle. Der Umgang mit historischen Bauten sollte eigentlich immer der gleiche sein, ob es sich hierbei um ein Denkmal handele oder nicht. Seiner Ansicht nach sei es auch wichtig, in einem ständigen Dialog mit der Bevölkerung zu stehen. Auch gäbe es eine Menge Vereine, die sich mit damit beschäftigen würden. Dieser ständige Austausch sei durch eine kleine untere Denkmalschutzbehörde nicht zu bewerkstelligen, da diese auch die Verwaltungsaufgaben zu leisten hätte.

Herr Schiefer begrüßt es, dass die Gremien der Stadt Emden sich dazu entschlossen hätten, an das Thema Denkmalschutz heranzugehen und die Bauwerke zu erfassen. Nunmehr fehle eigentlich noch, dass man den ergänzenden Teil der Gebäude, die im vergessenen Kleinfaldern stehe, sich näher vornehme und schaue, was aus der Zeitphase vor 1945 noch besonders erhaltenswert sei. Bei der Frage, wie es weitergehe, sei es wichtig, dass diese Erkenntnisse kommuniziert würden. Ohne die Bürger sei der Erhalt von historischen Gebäuden nicht möglich. Hier unterscheide sich die Denkmalpflege von den Archäologen, da die Häuser ständig gepflegt werden müssten.

Weiter führt Herr Schiefer aus, das Land Niedersachsen lege fest, welches Bauwerk ein Baudenkmal sei. Danach werde sowohl die Stadt Emden als auch der Eigentümer benachrichtigt. Die Entscheidung, ob etwas nachträglich in das bestehende Verzeichnis aufgenommen werde, sei eine Gemeinschaftsarbeit, sodass alle Seiten ihre Rechte wahrnehmen könnten. Ihm sei bekannt, dass das Ministerium weiterhin bereit sei, finanziell zu fördern, falls Häuser, die vor 1945 errichtet und noch nicht in das Verzeichnis aufgenommen seien, untersucht und erfasst würden.

Abschließend stellt Herr Schiefer fest, die Stadt Emden könne stolz auf sich sein, denn sie habe inzwischen eines der besten Verzeichnisse in Niedersachsen, was die Inventarisierungstiefe angehe.

Herr Docter bemerkt, man habe es hier mit zwei Themenfeldern zu tun, die zunächst einmal getrennt voneinander gesehen werden müssten. Auf der einen Seite sei das Baudenkmal, welches gelebt und bewohnt werden müsse. Insbesondere habe man gerade bei diesen Baudenkmalen eine besondere Aufgabe. Die Inventarisierung sei bis jetzt aus dem Grunde nicht weitergegangen, weil der Auftrag finanziell nicht weiterreichte und man sich auch insbesondere auf die Innenstadtsanierung konzentriert habe. Herr Docter weist darauf hin, dass die meisten Gebäude von Privatpersonen genutzt würden. Diese müssten davon überzeugt werden, dass sie unter Umständen auf Modernität verzichten müssten. Er stellt fest, die Summe der Fälle mit den Baudenkmalen sei nicht so groß, dass sie nicht mit dem Fachdienst Bauaufsicht geschafft werden könnten. Es sei aber auch wichtig, dass nicht alles, was jetzt auf dem Papier stehe, Baudenkmale seien. Erst die Landesbehörde schlage nach der Fachuntersuchung vor, was Denkmal werde.

Hinsichtlich des Themas Bodendenkmal habe man seit dem Jahre 2011 eine ganz neue Situation, die besagt, dass eigentlich kein Eingriff in den Boden mehr auf den Warften möglich sei. Es sei denn, derjenige, der eingreifen möchte, bezahle die sehr teuren Grabungen. Er gibt zu bedenken, dass man nicht nur Bewahrer alter Bauwerke, sondern auch Stadtentwickler sei und die Dorfkerne am Leben halten wollte. Gerade im Stadtzentrum strebe man eine Entwicklung an, da man es den Investoren auch leicht machen wolle. Dieses sei ein schwieriger Punkt und gerade im Bereich des Bodendenkmals habe man sich bereits mit der Ostfriesischen Landschaft ausgetauscht. Heutzutage sei das Bauen durch die bautechnischen Vorgaben und Auflagen im Energiebereich und im Brandschutz teurer geworden. Das werde in den Dörfern unter Umständen den einen oder anderen Bauwilligen treffen. Dieser Punkt müsse öffentlich diskutiert werden. Er schätze das kulturelle Erbe, da es unheimlich wichtig für die Stadt sei, und bitte die Politik, dass sie die Verwaltung in den Diskussionen mit den Betroffenen unterstütze. Denn der Eigentümer sei betroffen und müsse mehr Geld ausgeben. Die Kommune habe vom Denkmalgesetz her eine besondere Aufgabe. Aber insbesondere müsse man deutlich machen, dass gerade auf den Wurten durch das neue Denkmalschutzgesetz für den einen oder anderen Bauherrn es nicht einfacher geworden sei.

Herr Bongartz fragt an, ob die in der Neuen Kirche freigelegten Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert herausgeholt und aufbewahrt würden.

Herr Dr. Bärenfänger entgegnet, er selbst sei von dieser Fülle von gut erhaltenen Grabplatten überrascht gewesen. Der Kirchenvorstand überlege derzeit, ob einige schöne Platten in den neuen Fußboden integriert werden könnten, damit sie sichtbar und erhalten bleiben würden.

Herr Dr. Kegler ergänzt, die Grabplatten würden geborgen und aufgenommen. Danach müsse das Gespräch mit der Stadt Emden und dem Museum gesucht werden, wie damit umzugehen sei. In seinen Augen seien die Grabplatten eine erhaltenswerte Archivale, die über die Kirche und die Leute, die sich in der Kirche haben bestatten lassen, sehr viel aussage. Hier müsse ein Weg gefunden werden. 

Herr Bolinius spricht den Neubau einer landwirtschaftlichen Halle in Jarßum an. Er bitte darum, zukünftig bei derartigen Genehmigungen etwas restriktiver zu handeln.

Abschließend erkundigt er sich bei Herrn Schiefer, ob es möglich sei, den Bockkran der Nordseewerke als Industriedenkmal auszuweisen.

Es folgt eine Diskussion über die Halle in Jarßum, an der sich die Herren Kinzel, Docter und Bolinius beteiligen.

Herr Dr. Bärenfänger erklärt bezüglich der Frage von Frau Eilers, ob in Wolthusen tatsächlich auf der Warft gebaut werden solle, dass es eine Anfrage an die Archäologische Forschungsstelle gegeben habe. Aufgrund dessen seien dort Bohrungen durchgeführt worden, um festzustellen, unter welchen Bedingungen ein Bau hier möglich wäre.

Herr Schiefer bemerkt hinsichtlich der Frage des Schutzes des Erscheinungsbildes der Wurten, die Stadt könne auch bauleitplanerisch über BauGB und NBauO das Erscheinungsbild schützen. Es sei letztlich kommunaler Wille zu entscheiden, welche Reglementierungen man Bauherren vorgeben wolle.

Herr Docter betont, man müsse auch immer den einzelnen Fall sehen. Wenn ein bestehender Betrieb nach einem Brand einen Wiederaufbau beantrage, müsse man sich fragen, was man den Leuten antue, wenn man durch Schaffung eines Bebauungsplans einen modernen Wiederaufbau verhindern wolle. Natürlich könne die Kommune vorausschauend mit langer Planung entscheiden, Bauten auf den Wurten nicht mehr zuzulassen. Aber klassische Betriebe aus dem Bereich der Landwirtschaft seien Teile der Warften.

Herr Odinga stellt fest, die Stadt Emden sei Eigentümerin vieler Gebäude, die auch unter Denkmalschutz stehen würden. Er sei der Ansicht, dass man auch die Verantwortung habe, die Gebäude zu erhalten und dementsprechend Geld bereitstellen. Ganz speziell spreche er die Kirche in Wybelsum an, deren Außenhaut unbedingt erneuert werden müsse.

Weiter bemerkt Herr Odinga, besorgt sei er auch über die landwirtschaftlichen Betriebe, die noch in den Ortschaften stehen würden und als solche nicht mehr für eine moderne Landwirtschaft zu gebrauchen seien. Diese Höfe würden zum Teil verkauft und anderweitig genutzt. Doch viele könnten die Häuser nicht halten, sodass die Gebäude eines Tages zusammenbrechen würden. Er regt an, speziell für die denkmalgeschützten Gebäude in der Stadt jedes Jahr eine gewisse Summe im Haushalt bereitzustellen.

Herr Lienstromberg erklärt, zu den Fördermöglichkeiten der Stadt Emden könne er keine Auskunft geben, da diese städtische Verwaltungsaufgaben seien. Natürlich gäbe es Städte, die über hohe Einnahmen verfügten und auch dementsprechend fördern würden.

Er führt aus, der Erhalt des ländlichen Erbes sei ein schwieriges Thema. Seiner Ansicht nach sei es sehr wichtig, dass man die Schönheiten als Ausflugsziele und Reservoirs in der Natur erhalte. Den Warften, die Emden umgeben und mit zum Stadtgebiet gehören würden, sollte man sicherlich mehr Aufmerksamkeit schenken. Teilweise wie jetzt durch die Dorferneuerung in Marienwehr werde dieses auch gemacht.

Herr Lienstromberg weist auf den teilweise schlechten Zustand einiger bedeutender Grabsteine auf den Friedhöfen hin. In Hannover gäbe es seit einiger Zeit eine sehr schöne Initiative, bei der für solche Objekte Patenschaften vergeben würden. So könne jeder, der sich im Kulturgüterschutz engagieren wolle, eine solche Patenschaft übernehmen.

Herr Strelow bemerkt, die Botschaft der heutigen Sitzung müsse das Lob sein, welches Herr Schiefer der Stadt Emden ausgesprochen habe, dass Emden über das beste Denkmalschutzverzeichnis in Niedersachsen verfüge. Jetzt gehe es darum, dieses Verzeichnis fortzuführen. Man habe immer gesagt, Denkmalschutz sei nicht eine ausschließliche Frage des Gesetzes, sondern eine Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde, der Stadt Emden und den Betroffenen. Er warne davor, hier leichtfertig mit dem Thema Industriedenkmale umzugehen. Abschließend stellt er fest, Denkmalschutz sei eine Gemeinschaftsarbeit und lebe von der Zustimmung.

Herr Haase erklärt, seiner Ansicht nach sollten nicht aus Angst vor einem möglichen Denkmalschutz Projekte von dem Bauträger zurückgezogen werden, ohne dass vorher intensive Gespräche geführt worden seien. Es würde Dinge geben, bei denen sicherlich jeder etwas beitragen könnte und wo Denkmalschutz wichtig sei. Herr Haase erinnert an den Umbau des Rathauses, bei dem es als Pflicht auferlegt worden sei, die Treppe aus den 50er Jahren zwischen Rummel und Empore zu erhalten. Er stelle sich die Frage, ob man nicht auch zu dem Ergebnis kommen müsse, dieses als Gemeinschaftsaufgabe und als Generationsaufgabe zu begreifen. Seiner Meinung nach habe jede Generation auch das Recht, baulich zu gestalten, ohne Altes dabei zu vernichten. Nur weil die eine Generation es selbst für bemerkenswert erhaltenswert halte, würde ihr noch nicht das Recht geben, der nächsten zu versagen, baulich etwas anderes zu gestalten. Man sollte nicht versuchen, immer dann, wenn es individuell richtig gut passe, zu sagen, hier sei ein Denkmal mutwillig zerstört oder Baurecht missbraucht worden. Alle diese Entscheidungen würden unabhängige Räte und Verwaltung nach Recht und Gesetz entscheiden. Das könne man auch nicht durch eine grundsätzliche Diskussion in Frage stellen.

Er führt weiter aus, was in Emden historisch getan werde, sei auch gerade in Bezug auf die Warften an der Dorferneuerung in Larrelt, Twixlum und Marienwehr deutlich erkennbar. Hier werde etwas getan, um auch das Erscheinungsbild historisch und zukunftsgewandt vernünftig zu erhalten. Gerade in Ostfriesland in den alten Ortskernen erlebe man mittlerweile die Situation, dass die Häuser dort nicht mehr von den Einheimischen bewohnt seien, sondern nur noch als Unterkünfte für Touristen benutzt werden, weil die einheimische Bevölkerung in den Wohngebieten mit modernen Standards wohne. Seiner Ansicht nach müsse man den Generationen das Recht geben, Neues zu gestalten und das wirklich Wichtige gemeinsam zu erhalten. Wenn das geschafft werde, sei schon viel erreicht worden.

Herr Gosciniak bedankt sich abschließend bei den Herren Lienstromberg, Dr. Bärenfänger, Dr. Kegler und Schiefer für ihre Vorträge und Stellungnahmen.