Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Dr. Jahn erklärt, die SPD-Fraktion habe im April 2011 einen Antrag gestellt, über den Sachstand zur Thematik der Moorleiche Bernie und zur Beteiligung am Moora-Projekt zu berichten. Zwischenzeitlich sei jedoch die Zeit darüber hinweg gegangen und das Moorleichenprojekt habe eine erfreuliche Dynamik erhalten. Das Moora-Projekt selbst sei abgeschlossen und neue Wege in der Moorleichenforschung hätten begonnen. So könne heute über den Zwischenstand der wissenschaftlichen Aufarbeitung berichtet werden. Im November 2011 sei durch das Direktorium eine Projektgruppe zur organisatorischen Durchführung des Moorleichenprojektes eingerichtet worden. Diesem Team würden Herr Dr. Bär und er angehören. Die Aufgabengebiete seien dabei klar gegliedert. So sei Herr Dr. Bär für die wissenschaftliche Seite zuständig, während ihm die organisatorische Verantwortung für den Emder Anteil am Gesamtprojekt übertragen worden sei.

 

Herr Dr. Bär erläutert anhand einer PowerPoint-Präsentation die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Herr Strelow bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau L. Meyer erklärt, Sinn des Antrages sei gewesen, den Ausschuss intensiv zu informieren, wie es mit der Moorleiche aussehen würde. Der Vortrag sei sehr interessant gewesen. Sie bedankt sich bei Herrn Dr. Bär für die wissenschaftlichen Informationen und fragt an, wann Bernie wieder im Ostfriesischen Landesmuseum zu sehen sei.

 

Herr Dr. Bär entgegnet, die Frage werde häufig gestellt. Doch sei man jetzt in einem Bereich, bei dem die Forschung auf höchstem Niveau sei und sich nicht planen lasse. Seiner Ansicht nach sei es umso besser, je länger es dauern werde. Denn desto mehr Informationen würden sich ergeben. Die ganzen Ergebnisse würden sich jedoch nicht planen lassen und somit sei die Aufenthaltsdauer sehr ausgedehnt. Ihm erscheine jedoch ein Zeitraum von zwei bis vier Jahren realistisch zu sein.

 

Frau E. Meyer fragt an, warum die Moorleiche nach so langer Zeit auf einmal so wichtig geworden sei.

 

Herr Dr. Bär bestätigt, dass Bernie lange Jahre eigentlich ein Schattendasein geführt habe und auch in Fachkreisen kaum bekannt gewesen sei. Tatsache sei aber, dass man immer noch einen Untersuchungsstand von 1925 gehabt habe, als die letzte Publikation veröffentlicht worden sei. Da die Moorleichenforschung derzeit recht erfolgreich verlaufe, habe es sich hier angeboten, als Pilotprojekt alle Möglichkeiten aufzuzeigen, die im Moment machbar seien.

 

Frau Schmidt erinnert sich daran, dass sie früher als Kind immer die Moorleiche als Höhepunkt des Museumsbesuches empfunden habe. Sie begrüße es, wenn sich jetzt die Faszination so weitertrage und Untersuchungen durchgeführt würden. Frau Schmidt bedankt sich bei Herrn Dr. Bär für den interessanten Vortrag.

 

Herr Dr. Bär bemerkt, im Laufe der Untersuchungen werde man immer mehr einzelne Informationen erhalten, aus denen sich aber auch immer wieder neue Fragen ergeben würden.

 

Herr Docter erinnert daran, dass vor über 50 Jahren eine Partnerschaft zwischen der Emder Kunst und der Stadt Emden eingegangen worden sei. Bei der Moorleiche habe man es mit dem Eigentum der Kunst zu tun. Die Stadt Emden habe dafür andere Objekte wie die Rüstkammer hineingebracht. Aus dieser Partnerschaft sei etwas geworden, was auch überregional Bedeutung habe. Auch habe sich jetzt eine ganz neuartige Zusammenarbeit mit dem Volkswagenwerk hier vor Ort ergeben.

 

 

Herr Ouedraogo fragt an, ob das Skelett der Moorleiche wieder ausgestellt werde.

 

Herr Dr. Bär entgegnet, das Original bleibe dem Museum auf jeden Fall erhalten. Man müsse sich jedoch Gedanken machen, in welcher Form man es ausstellen wolle.

 

Frau L. Meyer bemerkt, sie habe gelesen, dass man der Moorleiche einen Knochen entnehmen müsse.

 

Herr Dr. Bär bestätigt, es werde eine kleine Knochenscheibe aus dem Oberschenkelknochen entnommen, um einen histologischen Befund machen zu können. Damit sei jedoch keine Beeinträchtigung bei der Ausstellung verbunden.

 

Herr Strelow bedankt sich bei Herrn Dr. Bär für den sehr informativen Vortrag. Die überregionalen Perspektiven, die sich sowohl auf internationaler wissenschaftlicher Ebene und auch in der überregionalen Presse und Berichterstattung ergeben hätten, könnten der Stadt Emden nur zugutekommen.