Beschluss: einstimmig

Der FB 600 wird beauftragt, zunächst für die Dauer von zwei Jahren einen Qualitätszirkel einzurichten.


Die Tagesordnungspunkte 7 und 11 werden gemeinsam beraten.

 

Herr Ubben führt aus, die Aufgaben und Anforderungen an Kindertagesstätten seien in den letzten Jahren enorm gestiegen. Im Nds. Kindertagesstättengesetz seien nur Mindeststandards definiert, wie eine Kindertagesstätte auszusehen habe, wie die Gruppengruppe sei usw. Wenn man sich nunmehr das aktuelle 10-Punkte-Programm des Bundesfamilienministeriums ansiehe, könne man feststellen, dass die Qualität in den Einrichtungen erhöht werden solle und bis zum Jahr 2020 wissenschaftlich fundierte qualitative Mindeststandards erreicht werden sollen. Vor diesem Hintergrund schlage die Verwaltung vor, einen Qualitätszirkel einzurichten, der sich insbesondere mit diesen Fragen beschäftige. Die GEW habe ihre schon seit langer Zeit bestehende Forderung neu formuliert, die Gruppengröße in den Regelgruppen zu reduzieren und auch in den Krippengruppen die Gruppengröße zu reduzieren bzw. eine dritte Fachkraft einzusetzen. Die Stadt Emden wolle mit diesem Qualitätszirkel diese Standards schon vorab definieren, insbesondere auch im Hinblick auf die Entwicklung zu Familienzentren. Dieses wolle man in Zusammenarbeit mit den freien Trägern, mit Fachberatern und Kindertagesstättenleitungen erarbeiten.

 

Frau Grix bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau Meinen erklärt, die SPD-Fraktion begrüße die Einrichtung eines Qualitätszirkels und werde der Vorlage zustimmen.

 

Frau Obes bemerkt, der Stadtelternrat der Kindergärten begrüße diese Einrichtung und bitte darum, auch die Eltern bei der Zusammensetzung des Qualitätszirkels einzubeziehen.

 

Herr Ubben bezieht sich auf den Antrag der GEW und erklärt, die Verwaltung stimme dem inhaltlich voll zu. Hinsichtlich der Forderung, die Gruppengröße in den Krippen zu reduzieren, führt er aus, grundsätzlich werde auch diese Forderung unterstützt. Er gibt allerdings zu bedenken, dass diese Forderung vor dem Hintergrund des Tagesstättenausbaus nicht zum 01.08.2013 umgesetzt werden könne, da dann die Krippenplanung völlig umgestellt werden müsse und man nicht mehr genug Krippenplätze zur Verfügung habe. Gleichwohl müsse man auch darüber nachdenken, die schon lange geforderte dritte Fachkraft in den Krippen einzusetzen. In der Anlage 1 der Vorlage habe er dargestellt, was dieses an zusätzlichen Kosten bei den bestehenden Krippengruppen verursachen würde.

 

Frau Meinen erklärt, es sei sehr wichtig, dass über die Standards, die Krippengrößen und auch über das Personal nachgedacht werde. In den Krippen werde eine hoch geachtete pädagogische Arbeit geleistet. Ihre Fraktion werde diese Vorlage mitnehmen und rechnerisch in die Haushaltsberatung einfließen lassen.

 

Herr Sprengelmeyer ergänzt, auf Einladung der GEW hätten sehr eindrucksvolle Termine stattgefunden. Aber auch das heutige große Interesse zeige, dass mit den Rahmenbedingungen nicht mehr zu arbeiten sei. Aus diesem Grunde unterstütze die Verwaltung diese Anträge und wolle diese in dem Qualitätszirkel mit den Erzieherinnen und Erziehern sowie den Vertretungen weiter entwickeln.

 

Herr Grix stellt heraus, die von der GEW zusammengefassten Forderungen würden seit Jahren von den Trägern gestellt. Seiner Ansicht nach sei in der Stadt Emden damit bisher recht gut umgegangen. Dennoch müsse man intensiv daran arbeiten. Bund und Land dürften dabei aber nicht außen vor gelassen werden.

 

Herr Fooken erklärt, auch seine Fraktion unterstütze diese Vorlage und werde versuchen, über die Landespolitik in Richtung Bundespolitik auch Einfluss darauf zu nehmen, dass das Betreuungsgeld gekippt werde. Sowohl seitens des Emder Kreisverbandes der FDP als auch die Landes-FPD sei strikt dagegen. Seiner Ansicht nach sei das Geld viel sinnvoller in solche Projekte angelegt, wie sie jetzt von der GEW beantragt würden.

 

Frau Jensen erklärt, sie schließe sich den Worten ihrer Vorredner an. Sie bemerkt, die Erzieherinnen und Erzieher würden eine vierjährige Ausbildung absolvieren und seien hochqualifiziert, um eine entsprechende Arbeit zu leisten. Nur die in den Kindergärten vorhandenen Rahmenbedingungen würden diese Arbeit verhindern. Die Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher seien in den letzten 10 bis 20 Jahren gewaltig gestiegen. Daher sei dieses ein brennendes Problem uns schon lange überfällig.