Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Renken begrüßt den neuen Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums, Herrn Stracke, und bittet um seinen Vortrag.

 

Herr Stracke stellt sich vor und erläutert anschließend den Antrag des Modellprojekts zur Mediennutzung am Johannes-Althusius-Gymnasium.

 

Herr Renken bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Sprengelmeyer erklärt, die Verwaltung stehe dem Modellversuch grundsätzlich positiv gegenüber. Aus den Ausführungen von Herrn Stracke sei deutlich geworden, in welche Richtung das Konzept gehen solle. Eine detaillierte Ausarbeitung werde allerdings dann vorgenommen, wenn klar sei, dass es zu einer Umsetzung käme. Weiter führt er aus, möglicherweise könnten Drittmittel eingeworben werden, zumal das Projekt zunächst einmal auch auf drei Jahre befristet werden sollte. Die Verwaltung könne sich auch vorstellen, dass dieses Thema, welches international sei, durchaus auch im Rahmen der EU oder der EDR von Bedeutung sein könne. Möglicherweise würden sich Partnerstädte finden, die auf internationaler Ebene dieses Thema gemeinsam bearbeiten möchten. Abschließend stellt er fest, er würde sich sehr darüber freuen, wenn der Ausschuss hier zumindest positive Signale senden würde.

 

Herr Götze ist der Ansicht, dass dieses Thema insgesamt schon längst überfällig sei. Er weist darauf hin, dass im Präventionsrat das Thema Medienkompetenz behandelt worden sei und man auf die Schulen zugegangen sei. In der letzten Präventionsratssitzung sei ein ähnliches Modell von der Fachhochschule vorgestellt worden. Er regt an, sich mit der Fachhochschule diesbezüglich kurzzuschließen.

 

Herr Sprengelmeyer stellt heraus, natürlich seien ihm die Maßnahmen und Programme des Präventionsrates bekannt, zumal dieser auch in seinem Fachbereich angesiedelt sei. Doch dürfe man nicht alles miteinander vermischen. Zudem tue es auch gut, an einzelnen großen Standorten schulbezogen zu gucken. Natürlich könnten die verschiedenen Dinge miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt werden.

 

Herr Bongartz erklärt, er begrüße dieses Projekt am JAG sehr und seine Fraktion werde es auch entsprechend unterstützen. Er freue sich, dass die Verwaltung hinter dem Projekt stehe. Seiner Ansicht nach sei das Projekt der Fachhochschule anders, doch das halte nicht davon ab, im Laufe der Zeit die an der Fachhochschule gesammelten Erfahrungen in diesem Themenkomplex einzubeziehen und auszuwerten. Abschließend stellt er heraus, dass man sich mit diesem Thema auseinander setzen müsse, da sich heute viele Kinder und Jugendlich sehr intensiv mit diesen Medien beschäftigen würden. Das Ergebnis sei nicht nur für das JAG interessant, es sei überall umzusetzen. Von daher müsse das Thema angegangen werden.

 

Herr Lorenz führt aus, auch er spreche sich dafür aus, dass die Stadt Emden dieses Projekt unterstütze. Seiner Meinung nach würden diese Computerspiele eine sehr große Faszination auf Kinder und Jugendliche ausüben und man müsse früh an dieses Problem herausgehen.

 

Herr Seeck stellt heraus, es würden schon sehr gute Untersuchungen über das unterschiedliche Internetverhalten bei Jungen und Mädchen vorliegen, welche deutlich machen würden, dass Computerspiele eine Ursache von Schulversagen sei. Er würde es begrüßen, wenn dieses wissenschaftliche Ergebnis auf die Emder Situation heruntergebrochen würde. Weiter würde er es begrüßen, wenn eine Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Zentrum in Aurich und dem Kriminalwissenschaftlichen Institut von Christian Pfeiffer stattfinden würde. Anschließend bittet er um Auskunft, an welche kompetente Person gedacht worden sei, da ihm die Besoldung ein wenig zu gering erscheine.

 

Herr Fooken erklärt, aus Sicht der FDP-Fraktion sollten solche Projekte gefördert werden, um dem Medienkonsum entgegenzusteuern. Er frage sich jedoch, ob man die hier angesetzten Gelder im Rahmen eines solchen Modellversuchs tatsächlich sinnvoll einsetze, da das Ergebnis bereits bekannt sei. Er würde eher einen etwas anderen Weg gehen und im Sinne von Präventivmaßnahmen Sozialpädagogen einstellen, die dann unterstützend auf die Schüler einwirken und ihnen deutlich machen würden, wie sehr sich Medienkonsum auf das Lernverhalten auswirke.

 

Herr Lichtenborg ist der Meinung, dass es darum gehen müsse, wie den Schülerinnen und Schüler beigebracht werde, die Medien richtig zu nutzen.

 

Frau Eggerking bemerkt, sie stelle sich die Frage, warum Kinder und Jugendliche in diese virtuelle Welt flüchten würden. Vielleicht sei Schule an vielen Stellen nicht mehr für die Kinder wirklich interessant.

 

Herr Lichtenborg stellt heraus, bei den Spielen gehe es um Erfolgserlebnisse und Anerkennungen, die die Schülerinnen und Schüler in der Schule nicht finden würden.

 

Herr Stracke erklärt, das vorgeschlagene Modell sei lösungsorientiert und am Ende sollten Beratungsstrukturen getestet und vorgestellt werden. Somit handele es sich nicht nur um eine Analyse, sondern es sollten auch Lösungsvorschläge vorhanden sein. Auch sei es absolut schülerorientiert, da die Schüler befragt und die Durchführung durch die Oberstufenschüler verantwortungsbewusst gestaltet würden. Dieses schüler- und lösungsorientiere Vorgehen sei bisher in den Untersuchungen nicht berücksichtigt worden.

 

Hinsichtlich der Qualifikation der Kraft bemerkt Herr Stracke, bisher würde es eine ganze Reihe von sehr interessierten Kollegen und Kolleginnen geben, die für Beratungsstrukturen auch zur Verfügung stehen würden. Seines Erachtens sei es sinnvoll, eine junge aufgeschlossene Kraft mit dieser Aufgabe zu betrauen, da die Vorbildung schon eine Segmentierung voraussetze, wie man an das Problem herangehe. Er gehe aber nicht davon aus, dass es sich um eine hochqualifizierte Kraft handeln müsste.

 

Herr Bornemann führt aus, bei der Sitzung des Präventionsrates sei beschlossen worden, das Projekt Medienkompetenz um ein weiteres Jahr zu verlängern. Er habe sich verschiedene Vorträge von Herrn Christian Pfeiffer angehört, da das System brennend in vielen Bereichen auf der Hand liegen würde. Herr Stracke habe ihm vorgestellt, wie man mit so einem Projekt heruntergebrochen auf Emden umgehen könne, welches aufgrund der Basis aller vorliegenden Theorien und wissenschaftlichen Auswertungen dann auch ganz konkret in die Umsetzung gelangen könnte. Aus diesem Grunde habe er angeregt, dass der Fachbereich 600 dieses Thema weiterbehandelt. Abschließend stellt Herr Bornemann fest, dass der Bereich Medienkompetenz, Umgang mit Medien im Bereich Kinder und Jugend auch aufgrund der Ereignisse der vergangenen Wochen von allerhöchster Priorität sei.

 

Herr Sprengelmeyer erklärt, vor einem Jahr habe der kommunale Präventionsrat das Thema Medienkompetenz aufgegriffen und werde es auch weiter tun. Gerade vor dem Hintergrund der Vorkommnisse in diesem Jahr werde dieses noch lange ein Thema in Emden sein. Es seien bereits ganz unterschiedliche Dinge im Bereich Kindertagesstätten und im Primarbereich angeschoben worden, sodass der vorliegende Antrag im Grunde genommen die vielen Dinge ergänzen würde. Er schlage vor, dazu einen Sondertermin gemeinsam mit dem Jugendhilfeausschuss zu machen, um beiden Ausschüssen komprimiert darzustellen, an welcher Stelle man stehe.

 

Herr Seeck bittet abschließend noch einmal darum, sich mit der Hochschule Emden/Leer oder mit dem Institut von Christian Pfeiffer diesbezüglich in Verbindung zu setzen.

 

Herr Sprengelmeyer betont, er verbürge sich für diese Form der Vernetzung. Weiter erklärt er, ihm liege auch ein Schreiben des Schulelternrates des JAG vor, in dem die Eltern dieses Projekt insgesamt unterstützen würden.