TOP Ö 6: Konzept zur Förderung von Jugendkulturprojekten

Beschluss: mit Stimmenmehrheit

Abstimmung: Ja: 9, Nein: 1, Enthaltungen: 0, Befangen: 0

Die Stadt Emden setzt in der Verantwortung des FD Jugendförderung das hier vorgestellte Konzept zur Förderung von Jugendkulturprojekten um, um einerseits selbstbestimmte Jugendkulturprojekte von Jugendlichen im Alter von 14 – 27 Jahren zu fördern und andererseits ein Beteiligungsverfahren der Jugendlichen zu initiieren.

Vorab ist noch eine Beratung in der Haushaltsstrukturkommission erforderlich.


Herr Sprengelmeyer erklärt, die Verwaltung wolle dem Jugendhilfeausschuss heute ein neues Konzept zur Förderung von Jugendkulturprojekten vorstellen. Bevor Herr Reibe und Frau Ricken nähere Einzelheiten erläutern, wolle er kurz auf die Vorgeschichte eingehen. Er führt aus, vor dem Hintergrund, dass die Stadt Emden einen großen Beitrag zur Finanzierung der Landesbühne beitrage, habe Ende der 90-er Jahre die Landesbühne Wilhelmshaven sozusagen als Bonbon ein Konzept für ein Deutsch-Holländisches Kinder- und Jugendtheaterfestival „Vis-a-Vis“ entwickelt. Dieses sei im Turnus von zwei Jahren durchgeführt und wäre jeweils mit 20.000 € von der Stadt Emden bezuschusst worden. Die Stadt Emden habe seinerzeit über den Fachbereich Jugend, Schule und Sport versucht, dieses Festival zu einem Emder Festival zu machen, an dem sich insbesondere auch Emder Kinder und Jugendliche beteiligten sollten. Das habe jedoch nicht so recht funktioniert. Es sei das Bestreben gewesen, Emder Nachwuchskünstler und Kulturschaffende in dieses Programm einzubeziehen, Workshops aufzubauen und auch die Multiplikatoren in die Programmauswahl einzubinden. Da dieses von der Landesbühne nicht nachhaltig mitgetragen worden sei, habe die Verwaltung dem Jugendhilfeausschuss empfohlen, dieses Festival in der Form nicht mehr durchzuführen. Unter dem damaligen Kämmerer sei beschlossen worden, die dafür bisher eingesetzten Mittel für die Förderung der Kinder- und Jugendkultur bereitzustellen und ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendförderung, die im Bereich Kinder- und Jugendkultur tätig seien, ein Konzept entwickelt, dass darauf ziele, Jugendliche zu motivieren, in Form von kleineren Kulturprojekten aktiv zu werden und diese jährlich mit einem Betrag von 10.000€ zu fördern.

 

Herr Sprengelmeyer weist darauf hin, bei der Beschlussfassung sei zu berücksichtigen, dass im Rahmen der Haushaltsstrukturkommission diese 10.000 € jährlich im Moment eingespart würden. Seiner Ansicht nach sollte man dennoch über das Konzept beraten und vorbehaltlich der Zustimmung der Haushaltsstrukturkommission diesen Beschluss auch fassen.

 

Herr Reibe und Frau Rieken erläutern anhand einer PowerPoint-Präsentation das Konzept zur Förderung von Jugendkulturprojekten. Die Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau Grix bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Dietz bedankt sich für das durchgedachte Konzept. Er fragt an, ob den Theater- und Tanzgruppen etc. auch die Möglichkeit für einen öffentlichen Auftritt gegeben werde. Weiter erkundigt er sich, ob aufgrund des Ganztagsangebotes die Schule Wybelsum in Verbindung mit dem Jugendtreff hier auch ein Projekt auf die Beine stellen könnte.

 

Frau E. Meyer erklärt, sie finde das vorgelegte Konzept sehr gut und hoffe, dass es auch umsetzbar sei. Sie freue sich schon auf die ersten Berichte, die dem Jugendhilfeausschuss geliefert würden.

 

Herr Grix bezieht sich auf die Aussage von Herrn Dietz und stellt heraus, die Jugendlichen, die sich in einer Institution betätigen und auch außerschulische Bildung- und Freizeitgestaltung machen würden, bekämen im Jahr 150 €. Für das nunmehr dargestellt Projekt würden von vornherein 500 € möglich gemacht. Er stelle sich die Frage, ob sich dann nicht aus den Institutionen welche herauskristallisieren und ihr eigenes Projekt machen würden, weil sie dort mehr Geld bekämen.

 

Herr Ohling bedankt sich für die Ausführungen. Obwohl die CDU-Fraktion das Projekt eigentlich auch sehr gut finden würde, könne sie dem in Anbetracht der Haushaltsstrukturkommission nicht zustimmen.

 

Herr Fielers erklärt, er würde das Projekt sehr gut finden und fragt an, wie es publik gemacht werde.

 

Frau Ricken führt aus, ein Beteiligungsprojekt würde dadurch leben, dass die Jugendlichen selber entscheiden würden, was mit ihrer Kunst geschehe. Erwachsene dürften dem nicht vorgreifen und sagen, wo und wann sie aufzutreten hätten. Es würde genügend Stadt- und Stadtteilfeste geben, doch darüber abstimmen sollten die Jugendlichen selber.

 

Herr Reibe stellt heraus, mit diesem Projekt wolle man keine Institution fördern, sondern die Jugendlichen ermuntern, selbstständig zu werden. Es sei ihm bewusst, dass man sich außerhalb der Institutionen bewege. Aber man wolle ausdrücklich diesen Weg gehen, um den Jugendlichen das Feld von informellem und gegenseitigem Lernen zu geben.

 

Hinsichtlich der Haushaltsprobleme erklärt Herr Reibe, diese seien ihm bekannt. Aus diesem Grunde würde in der Vorlage stehen, dass die Haushaltsstrukturkommission letztendlich über das Konzept entscheiden müsse. Dennoch wollte man dem Jugendhilfeausschuss das Konzept vorlegen, um auch diesen neuen Weg ein wenig deutlich zu machen. In der Vergangenheit hätten die Einrichtungen der offenen Jugendarbeit mit großen Veranstaltungen immer wieder gezeigt, was Jugendarbeit eigentlich kann und wozu Jugendliche in der Lage seien.

 

Herr Reibe bezieht sich auf die Frage nach der Öffentlichkeitsarbeit und führt aus, die Jugendlichen müssten selbstverständlich erreicht werden. Doch gerade in diesem Bereich sei sehr viel möglich über Mundpropaganda unter den Jugendlichen. Auch würde es über die Institutionen der Jugendarbeit öffentlich gemacht.

 

Herr Bornemann erklärt, er würde dem ganzen Fachbereich Jugend, Schule und Sport ein besonderes Schwergewicht beimessen. Daher könne er kulturelle Bildung von Jugendlichen natürlich nur begrüßen und unterstützen. Er habe aber den Zusatz hinsichtlich der Beratung in der Haushaltsstrukturkommission persönlich hinzugefügt, da die bisherigen zur Verfügung stehenden Mittel durch Ratsbeschluss im letzten Haushalt zunächst eingespart worden seien. Er bemerkt, um auf Dauer eine Haushaltsgenehmigung überhaupt zu bekommen, müsse die Strukturkommission pro Jahr 1 Mio. € einsparen. Jeder Betrag, der zusätzlich ausgegeben werde, müsse auch zusätzlich eingespart werden. Aus diesem Grunde sei es nicht einfach, über zusätzliche Ausgaben überhaupt zu diskutieren. Letztendlich müssten sich aber die Fraktionen in der Strukturkommission intensiv mit diesem Thema beschäftigen.

 

Herr Sprengelmeyer stellt heraus, Emden verstehe sich als Kulturstadt und würde erhebliche Mittel im Rahmen der Kunsthalle, des Landesmuseums, des Filmfestes, des Neuen Theaters usw. ausgeben. Seiner Meinung nach sei man auch gut beraten, wenn Nachwuchsförderung betrieben werde und die zukünftigen Generationen an Kultur herangeführt würden.

 

Ja-Stimmen: 9

Nein-Stimmen: 1

Enthaltungen: 0