TOP Ö 6: Vorstellung des Nutzungskonzepts der Neuen Kirche Emden durch die Vorsitzende des Bauvereins, Frau Elke Brüning und den Kirchenratsvorsitzenden der Reformierten Gemeinde, Herrn Pastor Manfred Meyer

Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Strelow begrüßt Frau Elke Brüning sowie die Herren Manfred Meyer, Bert Gedenk und Edzard Wagenaar vom Bauverein Neue Kirche und bittet um ihre Ausführungen.

 

Frau Brüning bedankt sich seitens des Bauvereins für das Interesse am Projekt Neue Kirche und die Möglichkeit, hier vortragen zu dürfen.

 

Die Herren Meyer, Gedenk und Wagenaar stellen dann gemeinsam das Nutzungskonzept der Neuen Kirche Emden anhand einer PowerPoint-Präsentation vor. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Herr Strelow bedankt sich für den Vortrag und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Haase bedankt sich ebenfalls für die Vorstellung des Konzeptes. Er habe bei der Begehung in der Neue Kirche festgestellt, dass hier sowohl das Geld vom Land Niedersachsen als auch von der Stadt Emden gut angelegt sei. In diesem Zusammenhang möchte er auch Herrn Steenhardt  von der Zukunft Emden GmbH erwähnen.

 

Weiter führt er aus, er halte das Konzept für sehr ambitioniert und sehe es allerdings nur als Ergänzung des vorhandenen breit aufgestellten kulturellen Programms der Stadt Emden. Seiner Ansicht nach könne es nicht sein, dass sozusagen alle Bereiche erst einmal für die Neue Kirche vereinnahmt würden. Insoweit müsse das Programm mit Sicherheit noch ergänzt werden, um deutlich zu machen, wo einige Highlights auch stattfinden könnten. Herr Haase bemerkt, jeder, der sich mit Kulturpolitik beschäftige, wisse, dass Konzerte nicht unbedingt kostendeckend seien. Daran schließe er die Fragen an, ob es ein Finanzkonzept geben würde und wer die einzelnen Veranstaltungen managen würde. Auch seien in dem Konzept Ausstellungen angesprochen worden. Hier stelle er sich die Frage, ob ein Finanzkonzept vorhanden sei oder ob die Stadt Emden mit zusätzlichen Subventionen rechnen müsse. Gerade in Zeiten der Schuldenbremse sei dieses seines Erachtens eine berechtigte Frage. Er fragt an, ob daran gedacht sei, Personal einzustellen und inwieweit die Kooperation bei der Aufstellung der kulturellen Teile mit dem Verein Neue Kirche stattfinde. Ihm sei es schon wichtig, dass z. B. der Kulturausschuss jährlich über Programme entscheide, was hier in der Stadt gemacht werde. Die Trennung von Staat und Kirche wolle er auch in diesem Bereich schon aufrechterhalten.

 

Frau Brüning erklärt, wie bereits bei der Begehung dargestellt, basiere die Finanzierung dieser ganzen Baumaßnahme auf den 900.000 €, die von der Stiftung Niedersachsen durch das Zutun der Stadt Emden auch in Form der Zukunft Emden GmbH zur Verfügung gestellt worden seien. Man sei sich bewusst, dass hier ein Werk der Vorväter weitergeführt werde, auch wenn es nunmehr auf ganz anderen Beinen stehe und ein anderes Volumen angenommen habe. Weiter führt sie aus, die Neue Kirche habe ein Alleinstellungsmerkmal. Dieses Projekt sei etwas Neues und keine Ergänzung oder Erweiterung, sondern etwas, was sie natürlich auch irgendwo im Kulturstrukturprogramm verankert sehen möchte.

 

Herr Meyer führt aus, der Bauverein habe sich auch bereits der Frage gestellt, welche Auswirkungen die Neue Kirche im Hinblick auf kulturelle Angebote in der Stadt Emden habe. Es sei vor einiger Zeit bereits angeregt worden, einen Kulturleitplan mit allen Partnern, im dem sich z. B. auch die Neue Kirche gerne einbringen möchte, zu erstellen. Hinsichtlich der  Fragen der Finanzen sei nach vielen Überlegungen und Beratungen ganz bewusst die Entscheidung getroffen worden, dass dieses organisatorisch unter dem Dach der reformierten Kirche angesiedelt werde. Es sollte versucht werden, eine möglichst schlanke Organisation zu ermöglichen, um Kosten einzusparen. Es sei bekannt, dass gerade die Kultur tendenziell ein defizitärer Bereich sei, in dem man keine großen finanziellen Sprünge machen könne. Aber gerade dadurch, dass seitens der Neue Kirche niemand vereinnahmt werde, sei es ein guter Weg. Herr Meyer geht anschließend auf die drei Säulen der Finanzierung ein, die für die Neue Kirche von Bedeutung seien. Er sei zuversichtlich, dass es auch gelingen werde, diesen Weg zu gehen.

 

Abschließend geht Herr Meyer auf die Anmerkung von Herrn Haase bezüglich der Trennung von Staat und Kirche ein und erklärt, seiner Ansicht nach trage man gemeinsam die Verantwortung für die Gesellschaft.

 

Herr Docter erklärt, es sei schön, durch den umfangreichen Vortrag zu einem sehr frühen Zeitpunkt das Zielprogramm kennenzulernen. Auch im Hinblick auf die Kulturentwicklungsplanung in Emden biete dieses die Möglichkeit, sich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen, sodass immer noch Zeit bleibe, sich neu auszurichten. Insofern freue sich die Verwaltung über die deutliche Aussage, wohin man wolle. Er halte es für wichtig, dass alles Vorhandene seine Bestandsberechtigung habe und nicht in Frage gestellt werde. Im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung werde eine Untersuchung durchgeführt, um die Vielfältigkeit zu optimieren.

 

Herr Züchner bemerkt, er könne dem gerade Gehörten zustimmen. Doch einige Erfahrungen würden ihn ein wenig nachdenklich machen. Er weist auf eine politische Debatte in der Schweizer Kirche vor vielen Jahren hin, bei der einige Gemeindemitglieder von der Situation überfordert gewesen seien und nicht verstanden hätten, was in ihrer Kirche passieren würde.

 

Herr Kronshagen bittet darum, den Fraktionen das Nutzungskonzept als Diskussionsgrundlage zur Verfügung zu stellen.

 

Herr Meyer ist gerne bereit, das Konzept allen Fraktionen zur Verfügung zu stellen. Er sei auch jederzeit bereit, weitere Informationen zu geben und bittet darum, sich dann an die Vertreter des Bauvereins zu wenden.

 

Herr Strelow bedankt sich bei den Vertretern des Bauvereins für den interessanten Vortrag und die Möglichkeit, sich vor Ort einen Blick über den Sanierungsstand verschaffen können. Seines Erachtens sei dieses ein offener Prozess, der jetzt starten würde. Neben der kirchlichen käme eine weitere kulturelle Nutzung hinzu, was auch im Kulturentwicklungsplan eine Berücksichtigung finden werde. Er wünsche dem Projekt weiterhin viel Erfolg, damit am 06.09.2013 eine offizielle Einweihung begangen werden könne.