Zwischen dem Jugendamt der Stadt Emden und dem Verein „Das Boot“ wird die der Vorlagen-Nr. 16/0814 als Anlage beigefügte Leistungs- und Qualitätsentwicklungsvereinbarung für das Leis-tungsangebot „Alltagshelfer/in bzw. Strukturhelfer/in gemäß § 27 SGB VIII“ geschlossen.


Herr Lücht stellt heraus, es gehe hier um den Abschluss einer Leistung- und Qualitätsentwicklungsvereinbarung mit dem Verein „Das Boot“. Im letzten Jahr sei dem Jugendhilfeausschuss bereits eine Leistungsvereinbarung zur Beschlussfassung bezüglich der sozialpädagogischen Familienhilfe vorgelegt worden. Bei der jetzt vorliegenden Leistungsvereinbarung gehe es um die Erweiterung des Angebotes. Er bittet die Vorsitzende, Frau Trinkner vom Verein „Das Boot“ das Wort zu erteilen, um das Angebot vorzustellen.

 

Frau Grix begrüßt Frau Trinkner und bittet um ihren Vortrag.

 

Frau Trinkner stellt sich zunächst vor und erklärt, da es heute um den Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit dem Verein „Das Boot“ für das Leistungsangebot „Alltags- und Strukturhelfer“ gehen würde, wolle sie diesen Bereich kurz vorstellen. Sie erläutert dann anhand einer PowerPoint-Präsentation die Aufgaben des/der Alltagshelfers/in bzw. Strukturhelfers/in im Zusammenhang mit der sozialpädagogischen Familienhilfe. Die Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau Grix bedankt sich und bittet und Wortmeldungen.

 

Frau Meinen bedankt sich ebenfalls für die Vorstellung des zusätzlichen Angebotes. Sie fragt an, wie viele Personen als Alltagshelferinnen arbeiten und ob diese zusätzlich eingestellt würden. Weiter erkundigt sie sich, ob die Familien sich beim Verein melden oder vom sozialpsychiatrischen Dienst beauftragt würden.

 

Herr Dietz fragt an, wie die Zusammenarbeit bei den Kindertagesstätten und den Schulen sei, wer dort Ansprechpartner sei und in welcher Form das funktioniere.

 

Frau Lechner bittet um Auskunft, wie lange der durchschnittliche Aufenthalt der Helferinnen in den Familien sei.

 

Frau Trinkner erklärt, da diese Leistungsvereinbarung erst jetzt abgeschlossen werde, sei der personelle Einsatz abhängig von der Nachfrage nach diesem Angebot. Der Träger werde entsprechend der Nachfrage tätig werden, um das erforderliche Personal bereitzustellen. Durch das ambulant betreute Wohnen seien bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Familien. Diese würden erkennen, wenn in der Familie ein Unterstützungsbedarf bestehe. Sie raten dann den Familien, sich an den Sozialen Dienst zu wenden, um eine sozialpädagogische Familienhilfe zu bekommen. Eine andere Möglichkeit sei, dass diese Familie direkt in die Sprechstunden käme. Da sie oftmals Scheu hätten, würden diese Familien durch den Sozialen Dienst begleitet werden. Von dort aus werde geprüft, welchen Unterstützungsbedarf diese Familie habe. Wenn man sich einig sei, dass die psychische Beeinträchtigung auch im Mittelpunkt dieser Familie stehe, könne es zu einer Zusammenarbeit kommen. Die Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schulen sei ein großer Bereich von der sozialpädagogischen Familienhilfe. Dieses geschehe aber auch immer mit Einverständnis der Eltern.

 

Bezüglich der durchschnittlichen Dauer erklärt sie, am Anfang würde es ein Hilfeplangespräch geben, bei dem die Ziele in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Dienst festgelegt würden. Danach werde mit der Arbeit begonnen. Nach einem halben Jahr würde es erneut ein Hilfeplangespräch geben, bei dem geschaut werde, ob die Ziele erreicht worden seien oder ob diese angepasst werden müssten. In der praktischen Arbeit würde man auch manchmal sehen, dass es unterschiedliche Ziele geben würde. Frau Trinkner erläutert dann ein Beispiel aus der praktischen Arbeit.

 

Herr Frein ergänzt, es handele sich bei diesen beiden Angeboten um Angebote der Hilfe zur Erziehung. Das bedeute, dass der Zugang immer über den Sozialen Dienst geschehe. Hier werde ein Kontakt hergestellt, der Bedarf werde geprüft und dann entschieden, was die geeignete Maßnahme sei. Bezüglich der Dauer führt Herr Frein aus, die Maßnahme würde solange dauern, wie es notwendig sei.

 

Herr Ouedraogo bedankt sich für die ausführliche Darstellung. Er fragt an, warum die Maßnahmen immer nur auf ein halbes Jahr verlängert würden.

 

Frau E. Meyer fragt an, über welche Ausbildung die Alltags- und Strukturhelfer verfügen würden. Weiter bittet sie um Auskunft, ob bereits abgeschätzt werden könne, wie groß der Bedarf sei.

 

Frau Trinkner weist noch einmal darauf hin, dass die Maßnahmen durchaus länger gehen würden. Nach einem halben Jahr setzte man sich mit der Familie und dem Sozialen Dienst zusammen, um zu schauen, ob das noch die Ziele seien, die man eingangs formuliert habe. Das bedeute nicht, dass in Frage gestellt werde, ob die Maßnahme weitergehe.

 

Bezüglich der Ausbildung erklärt Frau Trinkner, die Alltags- und Strukturhelferinnen könnten aus dem hauswirtschaftlichen Bereich kommen oder eine Ausbildung als Erzieher/Erzieherin, Kinderpfleger/Kinderpflegerin haben. Es könnten aber auch Menschen mit sehr viel Erfahrung im Umgang mit Kindern sein.

 

Frau E. Meyer hält es für wichtig, die persönliche Qualifikation der Alltags- und Strukturhelferinnen von der Problemstellung in einer Familie abhängig zu machen. So wäre z.B. eine Hauswirtschaftlerin in einer Familie mit besonderen sozialen Problemen nicht richtig aufgehoben.

 

Herr Frein erklärt, er werde eine Kombination von Sozialpädagogen und anderen unterstützenden Berufen geben. In den letzten Jahren habe man festgestellt, dass es in einer Familie, wo die Struktur fehle, wichtig sei, dass jemand unterstützend tätig werde. Das müsse nicht unbedingt ein Sozialpädagoge sein. Es sei wichtig, erst einmal den Zugang zu bekommen, um die Beziehung aufzubauen und dann pädagogisch arbeiten zu können.

 

Hinsichtlich der Bemerkung von Herrn Ouedraogo führt Herr Frein aus, intern würden zunächst einmal der Bedarf und danach die Eignung der Maßnahme festgestellt. Dann würden die Familie und der Anbieter zusammengebracht werden und gemeinsam die Ziele für einen bestimmten Zeitraum formuliert. Nach einem halben Jahr würden die Ziele geprüft. Dann werde festgestellt, ob die Ziele erreicht oder andere Ziele hinzukommen würden. Wenn alles erreicht worden sei, könne die Maßnahme beendet werden. Wenn es jedoch um Situationen wie z. B. Kindeswohlgefährdung gehe, sei die Zeitplanung wesentlich kürzer.

 

Frau Trinkner ergänzt, die Strukturhelfer würden nicht losgelöst von der Familienhilfe in die Familien gehen. Dadurch sei gewährleistet, dass die Hauswirtschaftlerin/der Hauswirtschaftler in einem ganz engen Kontakt mit den Sozialpädagogen stehen würde.

 

Frau E. Meyer fragt an, wer entscheiden würde, wann die Hilfe zu Ende sei.

 

Frau Trinkner entgegnet, dieses werde gemeinsam in den Hilfeplangesprächen entschieden.

 

Herr Frein führt aus, ein wesentliches Element dieser Hilfeplanung sei auch, dass erst einmal festgestellt werde, was der Bedarf sei, was passieren sollte und welches Ziel in einem halben Jahr erreicht werden sollte. Dieses werde als Ausgangslage mit dem Anbieter, der Familie und dem Sozialen Dienst besprochen. Der Soziale Dienst ziehe sich dann zurück und komme erst wieder nach dem vereinbarten Zeitraum oder wenn in der Familie Veränderungen festgestellt würden in die Maßnahme hinein. Danach werde besprochen, ob die Ziele erreicht worden seien. Natürlich habe jeder auch das Recht zu sagen, dass er diese Unterstützung nicht mehr benötige, da es sich um eine freiwillige Maßnahme handele. Allerdings sei der Soziale Dienst auch in der Position, dass er einerseits unterstütze und auf andererseits beurteilen müsse, ob die Hilfe wirklich eingestellt werden könne. 

 

Frau Spannhoff berichtet aus ihrer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern in der Kindertagesstätte, dass es für die Eltern ein ganz wertvolles Instrument gewesen sei, sich selber wieder im Leben anders aufstellen zu können. Dadurch sei es auch den Kindern besser gegangen. Abschließend betont sie, es sei wichtig, dass es Anlaufstellen geben würde, an die man sich wenden könne, um Eltern auch Hilfen mit auf den Weg geben zu können.

 

Frau Engelberts bezieht sich auf die Alltags- und Strukturhelferinnen und hält es für wichtig, dass Kinder in schwierigen Lebenslagen und Situationen auch ihren persönlichen Ansprechpartner hätten.