Herr Buß verweist auf die Ausführungen hierzu unter TOP 5 „Einwohnerfragestunde“.

 

Zum Schuljahr 2012/2013 sei keine neue Sprachheilklasse mehr gegründet worden. Seinerzeit seien von dieser Situation fünf Kinder, davon drei Emder Kinder, betroffen gewesen. Zurzeit laufe noch eine Sprachheilklasse im 3. Jahrgang an der Schule Grüner Weg, aber ab dem kommenden Schuljahr 2014/2015 werde es in Emden keine Sprachheilklassen mehr geben.

 

Er hätte auch noch einmal Kontakt mit dem Leiter der Förderschule, Herrn Beckmann, aufgenommen. Bisher seien an die Verwaltung keine Probleme von Kindern, die die Grundschulen besuchten, herangetragen worden.

 

Die Verwaltung, der zuständige Mitarbeiter der Landesschulbehörde für die Inklusion, Herr Krömer, und auch der Leiter der Förderschule, Herr Beckmann, seien sich darüber einig, dass es nur schwer zu vermitteln sei, SchülerInnen mit vermutetem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen in die Grundschule einzuschulen und gleichzeitig potentielle GrundschülerInnen mit Sprachschwierigkeiten in Sprachheilklassen zu separieren. Es gäbe natürlich Härtefälle, wie von Frau Hinrichs geschildert, aber der Inklusionsgedanke sei natürlich ein anderer. Diese SchülerInnen müssten dann auch entgegen dem Inklusionsgedanken bereits vor der Einschulung, u. a. mit einem Intelligenztest, getestet würden. Erfahrungsgemäß würden viele SchülerInnen gemeldet, die neben ihren sprachlichen Problemen eher einen Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen hätten. Insofern spreche sich die Verwaltung dafür aus, keine Sprachheilklassen wieder einzurichten.

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Auf Anfrage teilt er mit, dass es nach seiner Kenntnis kein Kind gäbe, welches derzeit die Sprachheilschule in Wilhelmshaven besuche.

 

Herr Fooken bedankt sich für den Vortrag von Herrn Buß. Er möchte wissen, ob es eine Kooperation für den eingangs geschilderten Fall geben könnte, so dass vielleicht über den LK Aurich noch eine gesonderte Unterstützung erfolgen könnte, ohne dass die Sprachheilschule in Wilhelmshaven hier eingeschaltet werden müsse. Herr Buß sagt eine Überprüfung zu.

 

Frau Meinen geht auf die Institution NIFBE (Niedersächsisches Institut für Bildung und Entwicklung) ein, welches Sprachheilunterricht in den Grundschulen anbiete. Sie möchte wissen, ob Herr Sprengelmeyer hierzu Näheres sagen könne. Insbesondere interessiere sie,

 

a) ob die Kinder im Unterricht direkt von NIFBE betreut würden

b) wie viel BetreuerInnen es gäbe

c) wie die Finanzierung sei und

d) in welche Projekte NIFBE einbezogen worden sei

 

Herr Seeck schließt sich den Ausführungen von Frau Meinen an. Ihm sei nicht klar, wie in einer Klasse mit LehrerInnen und evtl. Helferinnen ein Kind die optimale Förderung erfahren könne. Frau Stüber erklärt, aus Lehrersicht könne sie dies nur bestätigen. Die LehrerInnen seien natürlich nicht in dem Sinne geschult wie LehrerInnen der Förderschule. Sie hätten z. B. an der Grundschule Herrentor keine Logopädin. Und letzten Endes gäben die Räumlichkeiten diese Möglichkeiten auch nicht her. Außerdem hätte sie noch nie gehört, dass NiFBE eine Sprachförderung in der Grundschule durchführe. Dies wäre ihr absolut neu.

 

Frau Lechner meint, hinzu kämen im Sek. I-Bereich die Mängel, die momentan im Bereich „emotionale soziale Entwicklung“ herrschten, für die in Emden – im Gegensatz zu den Städten Oldenburg und Lüneburg z. B. - kein mobiler Dienst vorgehalten werde. Die Schulen bekämen zwar für das Stundenkontingent 3,5 Stunden gutgeschrieben, aber man bekäme nicht die Förderlehrerstunden. Hier stehe auch noch ein Antrag aus.

 

Herr Bongartz schließt sich den Ausführungen von Frau Stüber und Herrn Seeck an. Er halte auch die LehrerInnen, selbst wenn sie dafür ein bisschen ausgebildet seien, nicht für fähig, diese Probleme zu lösen. Und von daher glaube er, dass für das Kind von Frau Hinrichs eine ganz gezielte Sprachförderung an eine Schule angekoppelt werden müsste. Inklusion sei ein Segen, aber Inklusion dürfe kein Zwang sein, sondern müsse vom Willen der Eltern umfasst werden.

 

Herr Götze geht näher auf die Behandlung des Themas in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales in der Sitzung am 20.11.2013 (Vorlage 16/1003 „Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes, einschl. Schulsozialarbeit in Emden) ein. Hier sei in erster Linie auf die Finanzierung, aber auch auf eine Liste über die Stellen eingegangen worden, bei denen eine Sprach- und Lernförderung stattfinden könne.

 

Herr Sprengelmeyer bemerkt, unter TOP 7, Vorlage 16/1010 sei beanstandet worden, dass über den Begriff Inklusion gesprochen werde. Er wundere sich daher, dass jetzt doch eine inklusive Diskussion entstanden sei. Anschließend geht er auf die Aufgaben des seit fünf Jahren existierenden NIFBE ein:

 

Das NIFBE sei u. a. für die Wahrnehmung der Bildungsschwerpunkte, z. B. die Sprache, zuständig. Dies hätte NIFBE sich nicht ausgesucht, sondern sei vom Land so angeordnet worden. Er verweist auf die Vorstellung des Projektes Sprachförderung in der letzten Sitzung des Arbeitskreises Grundschulen.

 

Er bestätigt, dass es für den Sek.I-Bereich keinen mobilen Dienst gäbe. Gleichwohl gäbe es ihn durch MESEO im Grundschulbereich. Das Projekt laufe außerordentlich gut in Emden, in den anderen Standorten nicht ganz so gut.

 

Frau Stüber entgegnet, ihres Erachtens bringe der Einsatz des NIFBE in den Schulen nichts. Es sollte daher überlegt werden, wie man im Bereich Sprache ein gemeinsames Bildungsverständnis erhalte. Herr Sprengelmeyer erwidert, der Einzelfall sei vorher überhaupt nicht planbar. Gleichwohl müsse es eine Grundqualifizierung geben. Nicht jeder Lehrer müsse alles können. Er spricht sich für interdisziplinäre Teams aus, z. B. im Bereich Sprache, aber auch bei körperlichen Handicaps.

 

Er informiert, dass im nächsten Jahr ein mehrfach belastetes Kind an einer Grundschule eingeschult werde. Dies sei eine ganz besondere Situation.