Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Strelow begrüßt Herrn Strieb und bittet ihn um seine Ausführungen.

 

Herr Strieb stellt den Spielplan 2014/2015 der Landesbühne Niedersachsen Nord im Neuen Theater vor.

 

Herr Strelow bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Bornemann stellt heraus, im Aufsichtsrat habe man sehr intensiv über das Angebot gesprochen. Alle Mitglieder seien sehr überzeugt von diesem neuen Programm, sodass man davon ausgehe, dass man damit letztendlich ein breiteres Publikum ansprechen werde.

 

Herr Klein bemerkt, es werde traditionell das Theaterprogramm im Neuen Theater vorgestellt. Jedoch würde das „Junge Theater“ der Landesbühne hier immer ein wenig unter den Tisch fallen. Doch gerade dieses sei sehr wichtig, um die Kinder an das Theater heranzuführen. Dieses geschehe so nicht mehr in den Familien. Daher seien die Schulen wichtige Partner. Auch die Landesbühne sei für die Stadt Emden im Bereich Kinder- und Jugendtheater ein wichtiger Partner und würde eine Menge Produktionen in jedem Jahr für jedes Alter abgesehen von dem traditionellen Weihnachtsmärchen anbieten.

 

Herr Strieb führt aus, in diesem Jahr habe sich die Landesbühne mit einem Anschreiben des Intendanten an die Landesschulbehörde gewandt, mit der Bitte, sich direkt an die Schulen zu wenden, um ein Netzwerk aufzubauen und in allen Schulen im Spielgebiet einen sogenannten Theaterboten bzw. –botin etablieren zu können. Damit sei eine Lehrkraft aus dem jeweiligen Kollegium gemeint, die für die Landesbühne als Ansprechpartner fungiere. Von 500 angeschriebenen Schulen hätten momentan ca. 15 bis 20 Schulen geantwortet. Dieses sei sehr ernüchternd. Die Landesbühne biete ein wirklich breit gefächertes Angebot für jede Altersgruppe an. Hierbei gehe es auch um Unterrichtsvor- und –nachbereitung und um theaterpädagogische Betreuung. Daher wünsche man sich, was die Zusammenarbeit der Schulen und der Landesbühne angehe, eigentlich einen größeren Rücklauf.

 

Frau Burfeind bedankt sich für die Vorstellung des breitgefächerten Angebotes. Sie hoffe, dass viele Leute die Veranstaltungen besuchen würden. Bezüglich des geringen Rücklaufs der Schulen hoffe sie, dass sich die Emder Schulen gemeldet hätten. Wenn das nicht der Fall sein sollte, müsste man überlegen, wie man dieses forcieren könnte. Ihre Fraktion begrüße die Idee, Kinder über Theaterboten an das Theater heranzuführen und neugierig zu machen. Falls für Emden Handlungsbedarf bestehen sollte, sage sie gerne ihre Unterstützung zu.

 

Herr Strieb entgegnet, er könne momentan nicht sagen, ob und inwieweit Emder Schule bereits in irgendeiner Form mit der „Jungen Landesbühne“ kooperieren würden.

 

Frau L. Meyer ist ebenfalls der Meinung, dass bei diesem Programm für jede Person etwas dabei sei. Sie fragt an, wie sich die Zuschauerzahlen entwickelt hätten und ob festzustellen sei, dass mehr jüngere Zuschauer die Vorstellungen besuchen würden.

 

Herr Strieb führt aus, es sei mittelfristig das Bestreben der Landesbühne, durch das Kinder- und Jugendtheater die Jugendlichen an das Theater heranzuführen, denn sie seien die zukünftigen Zuschauer. Kinder und Jugendliche würden durch die Schulvorstellungen „gezwungenermaßen“ das Theater besuchen. Danach habe man bis zum ca. 35. Lebensjahr wieder eine Lücke. Danach gehe es wieder aufwärts mit den Zahlen. Das Bestreben der Landesbühne sei, diese Lücke zu schließen. In der kommenden Spielzeit werde die Kinder- und Jugendtheaterleiterin ein Stück im Abendspielplan inszenieren, welches ganz bewusst für ein Publikum ab 15 Jahren beworben werde. Man wolle so Jugendliche an den Abendspielplan heranführen.

 

Herr Klein führt bezüglich der Zahlen aus, ihm würden zurzeit die Zahlen der Saison 2012/2013 vorliegen. Dort habe man 1.800 Besucher insgesamt gehabt. Man habe 2006/2007 1.400 Zuschauer gehabt. Im Jahr 2010/2011 habe man 2.600 Besucher verzeichnen können. Dieses würde aber ganz klar mit dem Musical „Meta“ zusammenhängen. Oftmals würden die Besucherzahlen auch mit dem Weihnachtsmärchen zusammenhängen, da es manchmal Themen geben würde, die die Schulen eher ansprechen würden. Insgesamt über eine lange Sicht betrachtet habe man im letzten Jahr mit dem „Jungen Theater“ bei rund 4.400 Besuchern gelegen. Im den Jahren 2008/2009 habe diese Zahl von bei 3.700 gelegen. Man bewege sich hier langsam aufwärts.

 

Herr Klein weist darauf hin, auch bereite das Neue Theater dahingehend Schwierigkeiten, da manche Stücke vielleicht nur ein Publikum von 200 Leuten interessiere. Auch wenn es gelingen würde, immer wieder neue Leute anzusprechen, wenn diese dann in den Theatersaal mit 680 Plätzen gehen würden und es seien nur 100 Leute im Publikum, dann hätten diese das Gefühl, nicht in der richtigen Veranstaltung zu sein. Hier stimme einfach die Atmosphäre nicht, obwohl man für diese Veranstaltung sicher 200 bis 300 Leute begeistern könne. Seine Hoffnung sei es, dass etwas an dieser Situation geändert werden könne, indem z. B. Studioproduktionen im Apollo Theater gezeigt werden könnten. Das würde sicherlich nicht mit den großen Produktionen gehen, aber für kleinere sei ein kleinerer Saal hilfreich.

 

Herr Strieb stellt heraus, in vielen anderen Häusern habe man mittels eines einzuziehenden Vorhangs den Zuschauerraum optisch verkleinert. Er könne sich gut vorstellen, dass neu gewonnenes Publikum sich durch diese Atmosphäre auch eher halten lasse.

 

Herr Klein führt aus, man verkaufe den Theaterbesuchern immer ein Gesamtpaket. Dazu gehöre nicht nur das, was auf der Bühne passiere, sondern auch der Empfang der Gäste im Foyer, die Freundlichkeit des Personals, die Atmosphäre im Saal und die Pausengastronomie.

 

Herr Bornemann erklärt, über einen Vorhang im Zuschauersaal des Neuen Theaters werde schon seit längerer Zeit diskutiert. In diesem Zusammenhang erinnere er jedoch an den Haushalt. In jedem Jahr würde die eine oder andere Investition im Neuen Theater vorgenommen. Aber auch hier seien die Mittel begrenzt.

 

Frau Eilers bedankt sich für den Vortrag von Herrn Strieb und führt aus, sie möchte auch die Gelegenheit nutzen, sich bei Herrn Klein zu bedanken, der die Vorbereitung hervorragend durchgeführt habe. Die Zusammenarbeit mit den Leuten, die an der Vorauswahl beteiligt gewesen seien, sei begrüßenswert. Herausgekommen sei dabei ein ausgewogenes Programm, welches ihrer Ansicht nach für Emden geeignet sei. Weiter gibt sie zu bedenken, dass für den ländlichen Raum auch etwas für die Schulen dabei sein müsse. Die Idee, die Jugend über einen Theaterboten ansprechen zu wollen und somit einen neuen Weg zu gehen, gefalle ihr gut.

 

Bezüglich der Spielorte führt Frau Eilers aus, in der Vergangenheit sei bereits ein Versuch gemacht worden, mit einer Trennwand die Atmosphäre im Neuen Theater zu verändern. Hier sollten ihrer Ansicht nach unbedingt Vorschläge eingeholt werden. Sie erinnert daran, dass es in Emden ausreichend andere Spielorte wie die Neue Kirche oder den Raum in Barenburg geben würde. Im Einzelfall sollte auch noch einmal geprüft werden, inwieweit diese Räumlichkeiten in Frage kämen. Ihres Erachtens würde es in Emden durchaus Möglichkeiten eben, das Spektrum zu erweitern, auch wenn man das Apollo Theater nicht nutzen würde.

 

Weiter fragt Frau Eilers an, ob sich die Kooperation mit Papenburg nur auf die Dauer der Landesgartenschau beziehen würde. Sie bittet um Auskunft, wie sich die nächste Zielvereinbarung der Landesbühne mit dem Land Niedersachsen darstelle.

 

Herr Strieb entgegnet, die Kooperation bezüglich der Landesgartenschau werde in dieser Form nur eine Einmaligkeit bleiben. Man hoffe, dass es gelingen werde, bei dieser Freilichtbühne mit 1.000 Sitzplätzen mit einem Plus aus dieser Veranstaltung zu gehen. Mit einem kleineren Rahmen von 200 bis 300 Sitzplätzen zu spielen, würde sich überhaupt nicht rechnen.

 

Hinsichtlich der aktuellen Zielvereinbarung führt Herr Strieb aus, diese laufe noch bis zum Ende des Jahres. Eigentlich würde in den Statuten stehen, dass man sich zum Jahreswechsel bezüglich der Verhandlungen in Verbindung hätte setzen sollen. In der letzten Aufsichtsratssitzung habe man beschlossen, sich nunmehr schriftlich an das Ministerium zu wenden. Daraufhin sei ein sehr rascher Anruf vom Ministerium erfolgt. Herr Strieb erläutert dann den Ablauf einiger Terminabsprachen und stellt heraus, es würde nunmehr eine Einladung für Anfang März vorliegen, dessen Inhalt ihm aber ein wenig suspekt vorkäme. Herr Strieb geht dann auf die Zusammenarbeit mit dem Ministerium ein und nimmt dazu Stellung.

 

Herr Bornemann hält es für ein gutes Zeichen, wenn man nunmehr ins Gespräch komme und bittet darum, zunächst einmal diese Aussprache abzuwarten.

 

Frau Baumfalk begrüßt es, dass die Schulen seitens der Landesbühne angeschrieben worden seien. Sie frage sich aber, warum dieses nicht von Emden aus gemacht werde und man warten wolle, was bei der Landesbühne herauskomme. Hinsichtlich des Vorhangs fragt sie an, welche Möglichkeiten es geben würde und was ein solcher Vorhang kosten würde.

 

Herr Klein führt aus, das Kulturbüro arbeite mit dem „Jungen Theater“ der Landesbühne eng zusammen. Pro Saison werde ein Termin durchgeführt, bei dem die Schulen gemeinsam mit der Landesbühne zu einer Programmvorstellung eingeladen würden. Darüber hinaus habe man laufend Kontakt zu den Schulen. Bei jedem neuen für Jugendliche interessanten Theaterstück würden die einzelnen Schulen in Emden angeschrieben. Zudem sei er bei Schulkonferenzen zu Gast und stelle dort das Programm vor. Eine Abstimmung seitens des Kulturbüros mit der „Jungen Landesbühne“ würde auch stattfinden. Das Schulpatenprojekt sei ihm bekannt. Dennoch sei es seiner Meinung nach sinnvoller, wenn die Landesbühne direkt mit den Schulen Kontakt habe. Zusammenfassend stellt Herr Klein fest, die Schulen würden permanent auch zu Informationsveranstaltungen eingeladen, um auf Theaterstücke aufmerksam zu machen. Mehr könne man aber nicht machen.

 

Herr Strieb regt an, seitens des Oberbürgermeisters ein Schreiben zu verfassen und dieses an die Schulen zu versenden. Seiner Meinung nach würden solche Schreiben mit Sicherheit nicht ungelesen vernichtet.

 

Herr Kronshagen ist der Ansicht, dass Vertreter der Schulen eine Einladung zu einem Gespräch erhalten sollten, bei dem dann die Ideen vorgestellt würden. Seiner Meinung nach wäre das erfolgsversprechender, als wenn Papier verschickt würde.

 

Herr Klein weist darauf hin, dass das Kulturbüro gemeinsam mit der Landesbühne eine derartige Veranstaltung in jedem Jahr durchführe und auf die nächste Programmsaison des „Jungen Theaters“ hinweise.

 

Herr Bornemann schlägt vor, zunächst die Rückmeldungen abzuwarten, welche Schulen aus Emden sich gemeldet hätten. Man habe nunmehr einige Anregungen gehört und müsse dann überlegen, welche Möglichkeiten es noch geben würde.

 

Herr Strelow bittet darum, bezüglich der Frage nach den Kosten für einen Vorhang Herrn Janssen in die nächste Sitzung des Ausschusses für Kultur und Erwachsenenbildung einzuladen, da er für das Neue Theater verantwortlich sei. Bis dahin könnten auch Angebote zusammengetragen werden.

 

Herr Klein schlägt vor, evtl. vorhandene Angebote über das Protokoll mitzuteilen.

 

Herr Bornemann regt an, in die Haushaltsinvestitionslisten der letzten Jahre zu sehen. Dort seien die Summen enthalten. Das Neue Theater gehöre baulich zum Betrieb Nordseehalle, dessen Betriebsleiter Herrn Janssen sei. Daher könne eine Beantwortung nur von ihm erfolgen.

 

Anmerkung der Protokollführung:

Die Kosten für einen Vorhang zur Verkleinerung des Zuschauersaals belaufen sich laut Angebot der Firma bue-node Berlin auf ca. 24.000 €.

 

Frau Eilers erinnert daran, dass in der Haushaltsstrukturkommission über dieses Thema durchaus gesprochen worden sei. Daher würden keine veralteten Zahlen vorliegen. Es fehle lediglich die Entscheidung für das Projekt. Ihres Erachtens sei es ein Anlass, im Neuen Theater zu einer Begehung zusammenzukommen.

 

Weiter führt sie aus, die Förderung des Landes sei Voraussetzung dafür, dass überhaupt weitergearbeitet werden könne. Sie würde es sehr bedauerlich finden, dass die Ministerin in einem Jahr die Landesbühne noch nicht besucht habe, da diese durchaus eine Sonderstellung einnehmen würde. Jetzt höre man aus anderen Verbänden oder aus kommunalen Theatern, dass die Sorge recht groß sei. Sie bittet um Ausführung, wie der weitere Zeitablauf aussehen würde, da bis zum Ende des Jahres neue Zielvereinbarungen geschlossen werden müssten.

 

Herr Strieb entgegnet, in den letzten Jahren sei nur eine Ministerin in Wilhelmshaven bei der Landesbühne gewesen. Bezüglich der Planung führt er aus, in den Zielvereinbarungen stehe, dass die Vertragspartner zum Jahreswechsel 2013 Kontakt miteinander hätten aufnehmen sollen. Bei der letzten Aufsichtsratssitzung habe man sich darauf geeinigt, nicht abzuwarten, sondern sofort zu schreiben. Dieses sei entsprechend im Protokoll vermerkt worden. Daraufhin habe sich das Ministerium gemeldet. Er hoffe nicht, dass es mit dieser Art des Schriftverkehrs zu einer Hinhaltetaktik komme, die die Zeit im Jahr soweit voranschreiten lasse, dass es zum Schluss keinerlei Verhandlungsspielraum mehr geben würde.

 

Herr Bornemann stellt heraus, noch seien die Gespräche nicht geführt. Er bittet darum, zunächst diese abzuwarten und erst, wenn die Inhalte und Ergebnisse vorliegen würden, sie zu bewerten und sich dazu entsprechend zu äußern.

 

Herr Züchner bemerkt, oftmals würden die Eltern ihren Kindern nicht mehr empfehlen, dass ein Theaterbesuch etwas Gutes für sie sei. Es müsse wieder eine gewisse Begeisterung dafür geweckt werden, dass es sich lohne, bestimmte Dinge zu tun.

 

Herr Strelow erinnert daran, dass das Weihnachtstheaterstück „Lebkuchenmann“ hervorragend nachgefragt worden sei, zumal es auch sogenannte Familiennachmittage gegeben habe. Doch würden Theater grundsätzlich in einem Wettbewerb mit anderen kulturellen Angeboten oder den neuen Medien stehen. Deswegen sei es wichtig, dass gerade auch die Jugendlichen angesprochen würden.

 

Frau Baumfalk erinnert Herr Strelow daran, dass er seinen Vorsitz abgeben müsse, wenn er derartige lange Ausführungen tätige.

 

Herr Strelow bedankt sich bei Herrn Strieb für sein Kommen und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg.