Herr Bolinius erläutert kurz den Antrag der FDP-Fraktion und gibt das Wort an Herrn Ackermann und Frau Müller.

 

Herr Ackermann führt aus, er habe ein erstes grobes Konzept bekommen wie eine Weiterentwicklung der Friesentherme aussehen könnte. Ein erster Punkt sei gewesen, dass eine allgemeine Marktentwicklung im Bädermarkt durchleuchtet worden sei. Diese halte fest, dass momentan mehr Gesundheitsangebote auf dem Markt bei neuen Bädern eingerichtet würden und das Thema Fitness mehr an Bedeutung gewinne. Die Bäder entwickeln sich immer mehr zu Begegnungszentren. Die Fragestellung sei, ob man diesen Entwicklungen Rechnung tragen müsste und wie bestehen die Möglichkeiten, die Friesentherme zeitgemäß weiterhin zu attraktiveren. Grundsätzlich seien die Angebote, die es in der Friesentherme gäbe, sehr gut, insbesondere die Therme und die Saunalandschaft. Sowohl die Saunalandschaft, die in der Region seinesgleichen sucht. Die Frage sei nun, ob unter der Prämisse eines adäquaten Kosten-Nutzen-Verhältnisses weiter in die Friesentherme investiert werden solle und wenn dieses bejaht würde, wäre dann eine große Investition oder eher eine Investition mit kleinen Schritten sinnvoll. Insbesondere sei festzustellen, dass es wichtig sei, ein sauberes Bad und ein hohes Serviceniveau zu haben. In jüngster Zeit seien einige Maßnahmen schon verwickelt worden z. B. im Sauna- und Badbereich und in das Thema Seniorengymnastik. In den im Bad befindlichen Shop könnte ebenfalls weiter investiert werden. Bei dieser Angelegenheit komme man aber auch schnell zur Fragestellung, wieviel Geld müsse in die Hand genommen werden, um evtl. in eine Rutsche zu investieren. Da wäre schnell eine Investitionssumme im sechsstelligen Bereich möglich. Eine Umgestaltung des Wasserspielbereiches für Kleinkinder könne dann auch mit einer halben Millionen zu buche schlagen und bei einem zusätzlichen externen Solebecken seien es geschätzte 1,1 Mio. €. Sollte nur eine Salzgrotte entstehen, belaufen sich die Kosten auf ca. 150.000 € und die könnten evtl. über zusätzliche Eintrittsgelder finanziert werden. Diese Fragen seien bereits im Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Emden diskutiert worden und könnten auch in diesem Gremium richtig aufgehoben sein. Ich gebe jetzt das Wort an Frau Müller.

 

Frau Müller führt aus, welche Maßnahmen zur Attraktivierung ergriffen werden könnten, dies beinhaltet keine baulichen Veränderungen, sondern eine Erweiterung des Angebotes z. B. Kurse. Derzeit würden die Kurse Aqua-Zumba und Aqua-Power angeboten werden. Im Hinblick darauf würden Emder Betriebe im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement angesprochen werden, d. h. um die Leute, die den ganzen Tag im Büro eine sitzende Tätigkeit haben würden, abends dazu zu bringen noch mal eine Runde schwimmen zu gehen oder sich anderweitig körperlich dort zu betätigen. Im September letzten Jahres habe die Friesentherme die Gastronomie übernommen und könne jetzt auch ein weitaus größeres Angebot anbieten als bisher, da vorher ein nicht so großer Einfluss drauf genommen werden konnte. Daher konnte zum Valentinstag ein Candle-Light-Diner und im Hinblick auf die Sauna den Gästen andere Angebote angeboten werden. Seit längerem werde am Dienstag ein Spieletag mit Spielgeräten im Wasser und einem Animationsprogramm in Zusammenarbeit mit der Drogerie DM angeboten, für Kinder bis 14 Jahren, aber die Teilnahme sei etwas schleppend. Aus Sicht der Friesentherme verlaufe die Kooperation mit den Vereinen wesentlich besser, daher werde im Sommer nochmals ein Bewegungspicknick für Schüler geplant, um sie von den Spielkonsolen wegzuholen und somit den Vereinssport wieder aufleben zu lassen

 

Frau Risius bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Bolinius bemerkt, diese Verbesserungen und zukünftigen Änderungen seien positiv. An Herrn Ackermann gerichtet, dies seien natürlich erhebliche Summen. Herr Bolinius wird die Frage auf, könne überhaupt damit gerechnet werden, das so etwas kommen würde. Aus wirtschaftlicher Betrachtung gesehen, wenn es eine Rutsche geben würde, würden die Einnahmen soviel mehr sein. Weiter führt Herr Bolinius aus, ob die Kinder nicht wegen der Rutsche nach Aurich abwandern würden.

 

Herr Bongartz erklärt, er habe die positiven Veränderungen in der Friesentherme wahrgenommen, da er regelmäßiger Gast der Sauna sei. Er stelle ebenfalls fest und unterhielte sich mit vielen Leuten, das auch viele Auricher nach Emden kommen würden um die Friesentherme zu nutzen. Es sei daher nicht zu erkennen, dass ein großes Abwanderungspotenzial nach Aurich bestehen würde. Eher könne gesagt werden, sogar Gäste aus den Niederlanden kommen nach Emden um die Sauna zu nutzen. Das Hauptaugenmerk sollte drauf liegen auch weiterhin in der finanziellen Lage zu sein, den ordentlichen und technischen Zustand sowie die Außenanlagen zu halten. Dieses Bad so zu errichten, war vor Jahren in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund und den Vereinen, eine große Aufgabe. Aber letztendlich sei es so geplant worden, wie es jetzt sei. Wenn dieses Niveau gehalten werden würde, könne die Stadt sich glücklich schätzen, soll ein Bad zu besitzen.

 

Herr Ackermann ergänzt, es gäbe keine detaillierten Wirtschaftsanalysen für jeden dieser einzelnen Maßnahmen aber von der GMF, die mehrere Bäder in Deutschland betreibt, könne klar gesagt werden, das dieser Aufwand und diese Investitionen die erbracht werden müssten, könnten nicht durch zusätzliche Erlöse kompensiert werden. Bei Schaffung eines Solebades in Höhe von 1,1 Mio. € und in Anbetracht der Gesamtinvestition des Bades in Höhe von knapp 9 Mio. €, stehe diese Investition in keinem Verhältnis. Aus diesem Grunde sollte den Aussagen von GMF Rechnung getragen werden und sollte von solchen Investitionen Abstand nehmen.

 

Herr Bolinius erwidert, die FDP-Fraktion habe keine Forderungen gestellt, sondern lediglich eine Anfrage gestellt, dies zur Erklärung für die Herren Ackermann und Bongartz. Herr Bolinius entnimmt den Ausführungen von Herrn Ackermann, das sicher im Aufsichtsrat alle Möglichkeiten errechnet werden, ob in dieser Größenordnung etwas zu leisten sei ohne dafür zusätzliche Erlöse zu bekommen. Diesem könne die Fraktion zustimmen.

 

Herr Ackermann ergänzt, es würden definitiv immer wieder einmal kleine Maßnahmen ergriffen werden wie z.B. im Sommer, wo die Unterwasserbeleuchtung im großen Becken evtl. mit LED-Lampen mit Farbwechsel zu erneuern. Es seien also kleine Schritte um einfach das Bad attraktiver und auf großem Niveau zu halten. Herr Ackermann könne nur befürworten, sich von großen Investitionen zu distanzieren.

 

Frau Burfeind merkt an, wie auch bereits von Herrn Bongartz ausgeführt, könne auch sie als häufiger Gast der Friesentherme bestätigen, das Emden stolz sein könnte auf dieses Bad. Es könne auch ein Lob in Richtung von Frau Müller ausgesprochen werden, da sie immer ein offenes Ohr für alle Anfragen hätte.

 

Herr Ackermann lädt die Ausschussmitglieder ein, in die Friesentherme zu kommen, um sich alles anzuschauen und so evtl. auch als Botschafter für die Friesentherme zu fungieren.

 

Frau Müller könne den Worten von Herrn Ackermann nur zustimmen und schlägt vor, die nächste Sitzung in der Friesentherme stattfinden zu lassen, mit einer vorherigen Besichtigung. Dort könnten bei einem Rundgang der Badbereich, der Sauna/Wellness und auch die technischen Bereiche angesehen werden.

 

Frau Risius bedankt sich für die Einladung.

 

Herr Wehmhörner betont, er wolle jetzt von diesen Millionenbeträgen abweichen und in die Niederungen gehen. Dem Ausschuss sei bekannt, das drei Vereine in der Friesentherme ihr Domizil hätten und bei der letzten Begehung mit Frau Müller, sei festgestellt worden, das die Räume für die Vereine zu klein seien, genau wie es prophezeit worden sei. Es stünden Sachen auf dem Flur und in dem Raum für die Vereine, die dort nicht hingehören würden. Der vorgesehene Raum für die Vereine sei einfach zu klein. Der Stadtsportbund habe überlegt, ob es eine kostengünstige Möglichkeit für diese Problem gebe und würde einen Container bezuschussen, der bei der Friesentherme angesiedelt werden könnte. Seitens der Vereine gab es Zustimmung, aber die Winterzeit stelle ein Problem da. Die Gerätschaften könnten bei den Witterungsverhältnissen Schaden nehmen. Daher müsste mit den Vereinen und den Verantwortlichen ein Gespräch zur Klärung der Missstände erfolgen, da diese Zustände nicht mehr zumutbar seien.

 

Herr Sprengelmeyer bemerkt, für die Stadt Emden seien die Friesentherme und insbesondere der Wellnessbereich eine besondere Bereicherung. Er könne ebenfalls bestätigen, dass viele Gäste aus Norddeich, Aurich und den Niederlanden kommen würden, trotz der dort ähnlichen Angebote vor Ort. Gleichfalls müsse gesagt werden, der derzeitige Standard müsse gehalten werden und das die Friesentherme den Cateringbereich in Eigenregie leitet, könne nur positive Auswirkungen mit sich ziehen.

 

Frau Risius fragt an, ob zu den Anmerkungen der Vereine Herr Ackermann oder Herr Mensen antworten möchten.

 

Herr Mensen ergänzt kurz die Ausführungen von Herrn Wehmhörner. Es sei nun mal so, wir befinden uns hier im Sportausschuss und seien in erster Linie für die Sportvereine in Emden zuständig. Für die Öffentlichkeit und das sagte auch Herr Sprengelmeyer, sei die Friesentherme eine tolle Einrichtung. Aber letzendes seien die Vereine in Not, das müsste klar herausgestellt werden, weil die Geräte der Friesentherme auf den Fluren herumstehen würden und auch eine Gefahrenquelle darstellen. Bei dem Rundgang würde allen klarwerden, dass dort ein heilloses Durcheinander herrsche und bitte Frau Müller und Herrn Ackermann um eine kurze Stellungnahme für andere Möglichkeiten außerhalb der Containerlösung, da dies das Bild der Friesentherme nicht unbedingt verschönern würde. Vielleicht könne der jetzige Gruppenraum aufgegeben werden um die Unterbringung der Geräte bzw. von der Friesentherme oder den Vereinen zu veranlassen. Ebenso könnte der große Kellerraum durch Einziehen einer Wand brandschutzmäßig so hergerichtet werden, um dort Geräte unterzubringen. Aber so wie es im Moment sei, gehe es auf keinen Fall. Noch eine ganz kurze Anmerkung zu der architektonischen Leistung der Friesentherme. Im alten Hallenbad befand sich ein riesiger Veranstaltungs- und Vereinsraum, leider fehle dieser Raum in der Friesentherme gänzlich.

 

Herr Jahnke macht ergänzend zu den Worten von Herrn Mensen eine Bemerkung. Das die Räume nicht sonderlich groß geplant seien, sei von Anfang an bei der Konzeption bekannt gewesen und hatte auch Gründe. Das Gesamtbudget und der umbaute Raum hingen mit dieser Entscheidung zusammen. Zum damaligen Zeitpunkt wurde aus Kostengründen ganz bewusst die Entscheidung für einen Neubau und nicht für eine Sanierung im Bestand gewählt. Diese Kosten werden die Stadt Emden auch noch Jahre begleiten. Vielleicht könne gemeinschaftlich in der einen oder anderen Stelle in der Friesentherme, mit relativ wenig Mitteln, Abhilfe geschaffen werden. Die Stadt Emden und auch die Vereine wussten, das mit einem begrenzten Budget, keine riesen Räumlichkeiten zu erwarten seien. Die Entscheidung sei dann für ein Wellness und Saunabereich gefallen und nicht nur für ein Bad, weil da auch gesagt werden müsse, nur mit diesem Angebot könne Geld eingenommen werden. Mit einem Schwimmbad selber, das sehe man auch in Aurich, ein Schwimmbad träge sich nicht, ob Rutsche oder ähnliche Dinge eingebaut seien. Kein einziges Bad in Deutschland würde sich alleine als Bad finanziell bewerkstelligen lassen.

 

Herr Wehmhörner könne den Ausführungen von Herrn Jahnke zustimmen, aber die Vereine seien, weil das Geld nicht da gewesen sei, hinten runtergefallen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt müsse dieses Problem zu frieden stellend für die Vereine gelöst werden.

 

Herr Ackermann ergänzt, um zu einer Lösung zu kommen, sollte das gestellte Angebot, zur Besichtigung der Friesentherme, zur Realisierung kommen. Hierbei könnten etwaige Lösungsansätze vor Ort besprochen werden. Herr Ackermann und Frau Müller seien für alle Lösungen offen, wenn sie in einem angemessenen Kostenverhältnis realisierbar seien.

 

Frau Risius führt aus, dann könne festgehalten werden, dass die nächste Sitzung des Sportausschusses, mit vorherigem Rundgang, in der Friesentherme stattfinden würde.