Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Sprengelmeyer stellt anhand einer PowerPoint-Präsentation den Übergang Schule – Beruf und insbesondere die Ausbildungssituation dar. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

Herr Renken bittet Herrn Voortmann von der Bundesagentur für Arbeit um seine Ausführungen.

Herr Voortmann stellt sich zunächst vor und erläutert anschließend anhand einer PowerPoint-Präsentation den Ausbildungsmarkt in der Stadt Emden. Diese Präsentation ist ebenfalls im Internet unter www.emden.de einsehbar.

Herr Renken bittet Herrn Bleeker von der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg um seinen Beitrag.

Herr Bleeker stellt sich ebenfalls vor und erläutert die Einschätzung zum Arbeitsmarkt und zur Ausbildungssituation aus Sicht der IHK.

Herr Renken bittet dann Herrn Berenstecher von der Handwerkskammer um seinen Vortrag.

Herr Berenstecher erläutert die Daten und Einschätzungen der Handwerkskammer.

Herr Renken bittet Frau Hahnke und Herrn Harms von der Landwirtschaftskammer um ihre Ausführungen.

Herr Harms und Frau Hahnke stellen sich zunächst vor und gehen dann auf die Entwicklung der Ausbildungszahlen im Beruf Landwirt/Landwirtin und Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin ein.

Herr Sprengelmeyer gibt anschließend einen Blick auf die Qualifizierung, Förderung und Betreuung der jungen Menschen, die zunächst nicht in die Ausbildung gehen würden, sondern qualifiziert und betreut werden müssten und stellt die entsprechenden Bereiche vor.

Herr Renken bedankt sich für die Vorträge und bittet um Wortmeldungen.

Herr Götze stellt heraus, inzwischen würde es bundesweit viele Projekte geben, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. Allgemein sei festzustellen, dass der Ausbildungsmarkt zunehmend gespalten bleibe. Die demografische Entwicklung habe zwar für eine leichte Entspannung gesorgt, aber überwiegend für Menschen mit einem guten Schulabschluss. Die anderen hätten immer noch wenige Chancen, überhaupt in den Beruf zu kommen. Auch sei Jugendarbeitslosigkeit noch vorhanden, da der Übergang von der Schule in den Beruf nicht gelingen würde. Jedoch würden immer mehr Betriebe erkennen, dass die demografische Entwicklung zuschlage und deshalb bereit seien, auch leistungsschwache Schülerinnen und Schüler einzustellen.

Herr Götze führt weiter aus, in Emden würden dringend verbesserte Konzepte benötigt, da sich die Arbeitslosigkeit von erwerbsfähigen Jugendlichen mit multiplen Vermittlungshemmnissen und komplexen Problemlagen in 2013 gegenüber dem Vorjahr von 133 auf 164 erhöht habe. Das Entscheidende sei eigentlich, dass die Problemlagen der Jugendlichen im Schulalltag gegenwärtig und auch sehr frühzeitig bekannt seien. Damit diese Jugendlichen nicht verlorengehen würden, sei es dringend geboten, dass jeder Schulabgänger zu einem möglichst frühen Zeitpunkt noch während der Schulzeit ein verbindliches Angebot für Entwicklungsmöglichkeiten in einem Beruf oder eine weiterführende Schule erhalte. Die heutige Gesellschaft könne es sich nicht mehr erlauben, auch nur einen Jugendlichen zu verlieren.

Herr Mecklenburg erklärt, es zeige sich hier eigentlich ziemlich deutlich, wie richtig es vor Jahren gewesen sei, in der kommunalen Landschaft Jugend und Schule zusammenzubringen. In dem Bericht, wer sich alles um Jugendliche kümmere, die mit besonderen Schwierigkeiten oder auch ohne Abschluss die Schule verlasse, habe er eigentlich die Volkshochschule vermisst. Auch dort seien relativ viele Jugendlichen an einen Schulabschluss herangeführt worden.

Er stellt heraus, die Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die ohne Abschluss die Schule verlassen würden, müsse für alle ein Appell sein, sich ganz intensiv zu kümmern. Dieses könne nicht erst in der Schule anfangen, sondern müsse weitaus früher geschehen. Daher sei die Gesamtsicht von der Schwangerschaft bis hin zur Integration in einen Beruf so wichtig. Bundesweit würden 8 % der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss die Schule verlassen. Seiner Ansicht nach sei das ein absoluter Skandal. Durch die Demografie würde inzwischen jeder merken, dass man sich das nicht mehr leisten könne. Darum müsse alles dafür getan werden, dass alle einen Schulabschluss bekämen. Dieses sei die Grundlage für eine erfolgreiche Berufsausbildung.

 

Herr Ohling fragt an, wie viele Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen würden,  eine anerkannte Lernschwäche hätten, sodass sie eine theoriereduzierte Ausbildung machen könnten.

Herr Voortmann führt aus, dieses sei immer eine individuelle Entscheidung des Reha-Beraters. Dazu würde es einen berufspsychologischen Service geben, der ein entsprechendes Gutachten machen würde. Mit Hilfe dieses Gutachten und den geführten Gesprächen forme man sich ein Bild und entscheide entsprechend.

Herr Bleeker weist darauf hin, dass in Emden zwölf Ausbildungsplätze mit den Fachpraktikern in sozialen Einrichtungen besetzt würden, die aus dieser Klientel kämen.

Herr Buisker fragt an, wie Ausbildungsbetriebe, die einige Jahre nicht ausgebildet hätten, regelmäßig angesprochen würden, dass es solche Möglichkeiten geben würde und wer dieses koordiniere.

Herr Voortmann erklärt, freie Ausbildungsstellen müssten nicht bei der Agentur gemeldet werden, er könne es aber nur dringend raten. Die Agentur habe auch die Jobbörse, auf die die Bewerber zurückgreifen könnten. Diese sei das größte Portal in Deutschland. Zudem habe die Agentur einen Arbeitgeberservice, der auch für die Beratung verantwortlich sei. Auch trete man bei speziellen Fragen z. B. mit der Landwirtschaftskammer in Kontakt. Insofern sei der Arbeitgeberservice der Agentur vor Ort immer der richtige Ansprechpartner.

Herr Harms ergänzt, die Berufsberater der Landwirtschaftskammer in Aurich würde sich regelmäßig mit den Beratern der Agentur für Arbeit treffen. Obwohl die Berufsberater häufig wechseln würden, laufe die Zusammenarbeit mit der Agentur gut. In diesem Zusammenhang wolle er auf die Ausbildungslandkarte der Ausbildungsbetriebe in den „Grünen Berufen“ auf Seiten der Landwirtschaftskammer hinweisen, auf der alle aktiven Ausbildungsbetriebe aufgeführt seien.

Herr Bleeker ergänzt, erster Ansprechpartner sei natürlich die Agentur für Arbeit, aber auch ausbildungsinteressierte Unternehmen würden an die Kammern herantreten, die Ausbildungsberater hätten und immer im engen Austausch mit der Agentur für Arbeit stehen würden. 

Herr Sprengelmeyer bezieht sich auf die Frage von Herrn Mecklenburg, was mit der VHS sei. Die freien Träger seien nicht explizit benannt worden und würden von der Agentur und dem Jobcenter mit verschiedenen Maßnahmen beauftragt werden.

Frau Hahnke bemerkt, die Maßnahmen würden von der Arbeitsagentur ausgeschrieben und die Träger könnten sich darauf bewerben. Nicht jeder Träger würde sich darauf bewerben. Die VHS in Emden habe sich auf die Fachpraktiker Hauswirtschaft beworben.

Herr Renken bedankt sich bei den Vertretern der Kammern und der Bundesagentur für ihre interessanten Beiträge. Da man es sich nicht mehr leisten können, irgendjemanden auf seinem Weg durch Schule und Beruf zurückzulassen, werde man sich in den folgenden Jahren mit diesem Thema noch weiter beschäftigen müssen. 

Herr Bornemann schließt sich den Worten von Herrn Renken an. Ein Leitmotiv seiner Amtszeit sei genau diese Aussage, dass niemand zurückgelassen werden dürfe. Er bedankt sich bei den Vertretern der IHK, der Handwerkskammer, der Landwirtschaftskammer und der Agentur für Arbeit für die Vorträge. Sein besonderer Dank geht an Herrn Sprengelmeyer für seine Ausführungen. Abschließend stellt er heraus, dass dieses ein ganz wichtiger Tag gewesen sei, sei an der interessierten Diskussion deutlich geworden.