Beschluss: Kenntnis genommen.

 

 


Herr Renken begrüßt Herrn Conring und erklärt, es ist ein außerordentliches Ereignis, dass eine Emder Schule den Niedersächsischen Schülerfriedenspreis errungen habe.

 

Herr Conring stellt sich zunächst vor und erklärt, die Urkunde sei in der vergangenen Woche in Hannover im Gästehaus der Landesregierung überreicht worden. Für die Schülerinnen und Schüler sei dieses sehr interessant und sie seien sehr beeindruck von dem Ambiente gewesen. Das Auswahlgremium habe offensichtlich aufgrund einiger zu Grunde gelegter Kriterien entschieden, dass die BBS II diesen Preis bekomme. Er gehe davon aus, dass man mit der Arbeit auf dem richtigen Weg sei, wenn man sich die Entwicklung in Leipzig oder die Ereignisse in Paris vor Augen führe. Im Jahre 2011 habe er sich gemeinsam mit Herrn Dr. Uphoff überlegt, welches Projekt man mit den Schülern machen könne. Durch einen Vortrag von Frau Dr. Andrea Löw, die einen Vortrag zum Thema Ghetto Lodz gehalten habe, sei er darauf aufmerksam gemacht worden, dass es im Staatsarchiv von Lodz eine Reihe von Briefen und Postkarten auch von ostfriesischen Juden geben würde. Durch die Vermittlung einer städtischen Einrichtung von Lodz sei ihm eine polnische Schule vermittelt worden. Danach sei ein Konzept entwickelt worden. Es sei dann zu einem gegenseitigen Schüleraustausch gekommen. Dabei sei die Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte in den Vordergrund gestellt worden. Zwischenzeitlich sei dann gemeinsam eine Broschüre entwickelt worden, die im Stadtarchiv Emden verlegt worden sei. Im letzten Jahr seien die Schülerinnen und Schüler erneut in Lodz gewesen, um mit der Kulturabteilung der Stadt Lodz den Besuch der Delegation der Stadt Emden vorzubereiten. Herr Dr. Uphoff und Herr Mecklenburg seien als Vertreter der Stadt Emden in Lodz gewesen. Seiner Meinung nach sei es gut und wichtig, dass die Stadt Emden auch zu ihrer Verantwortung in diesem Punkt stehe. In diesem Jahr würde eine polnische Gruppe nach Emden kommen und das Projekt entsprechend fortführen.

 

Er stellt heraus, seiner Meinung nach sei dieser Preis Ansporn und Bestätigung. Er beglückwünscht das GaT zu seiner Entscheidung, sich Max-Windmüller-Gymnasium zu nennen und erklärt, die BBS II sei auch bereits im Gespräch mit den Herren Tapper und Gembler, was die Erarbeitung gemeinsamer Projekte hinsichtlich dieses Thema angehe.

 

Herr Renken bedankt sich für die Erläuterung zu der Preisverleihung.

 

Herr Sprengelmeyer führt aus, er wolle darauf aufmerksam machen, dass die Stadt Emden diese Aktivitäten finanziell im Rahmen der Richtlinien zur Förderung der Jugendarbeit unterstütze. Für derartige Schulveranstaltungen würde es kein Budget geben. Im Jugendhilfeausschuss sei dieses immer wieder Thema, sodass durchaus zu überlegen sei, ob dieses auch weiterhin so sein solle oder ob für die Schulen ein Budget für derartige Austauschprogramm aufgelegt werde.

 

Herr Mecklenburg erklärt, er sei von dieser Delegationsreise nach Lodz tief beeindruckt, zumal ihn das dort Erlebte immer wieder bewege. Im Jahre 2019 würde der 75. Jahrestag der Liquidation des Ghettos Lodz anstehen. In Polen würde man sich bereits jetzt auf das große Thema intensiv vorbereiten.

 

Weiter führt er aus, Herr Dr. Uphoff und er hätten diese beschwerliche Reise gerne auf sich genommen, um Emden dort zu vertreten. Gerne wenn man liest, dass 81 % der Deutschen über dieses Thema nichts mehr hören wollen, sei es umso bemerkenswerter, was hier in Emden auf diesem Gebiet in den letzten Jahren an Arbeit geleistet worden sei, welche Früchte es nunmehr trage und dass es auch international wahrgenommen werde. Er habe ein persönliches Dankesschreiben des Stadtpräsidenten aus Lodz erhalten, der sich für das Emder Engagement bedanke. Er erinnert daran, dass dort insgesamt über 30.000 Menschen aus dem deutschen Reichsgebiet damals umgekommen seien. Von den 122 Menschen aus Ostfriesland habe niemand überlebt. Er werde versuchen, für ganz Ostfriesland etwas für das Jahr 2019 zu organisieren. Auch wolle er besonders Herrn Dr. Uphoff erwähnen, der auf diesem Gebiet Enormes leiste, Kontakte knüpfe und Dinge organisiere.

 

Herr Renken bedankt sich im Namen des Ausschusses für diesen emotionalen Beitrag. An Herrn Conring gerichtet bittet er darum, den Dank des Schulausschusses an die Schülerinnen und Schüler weiterzureichen. Auch sie hätten diesen langen beschwerlichen Weg zu den Stätten des Grauens auf sich genommen, um dort Erkenntnisse und Daten gegen das Vergessen zu sammeln.