TOP Ö 10: Sachstandsbericht Emder Tafel;
- Antrag der FDP-Fraktion vom 21.11.2015

Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau Holle berichtet anhand einer Power-Point-Präsentation über die Situation der Emder   Tafel. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau E. Meyer bedankt sich für den Vortrag und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Fooken bedankt sich für die Ausführungen. Er fragt, ob für die Emder Tafel nach wie vor keine neuen Räumlichkeiten gefunden worden seien.

 

Herr Grendel teilt mit, er habe mit Frau Holle sehr intensive Gespräche bezüglich neuer Räumlichkeiten geführt. Die entstandenen Perspektiven müssten jedoch noch intensiver vertieft   werden. Es seien somit noch weitere Gespräche notwendig.

 

Beispielsweise könne ein wie bereits im Jahre 2014 im Ausschuss beschlossener Fehlbetragszuschuss eine Lösung sein, da durch die Anmietung von neuen größeren Räumlichkeiten ein höherer Aufwand entstehe, der derzeit nicht sicher durch Spenden und Einnahmen gedeckt sei. Der Fehlbetragszuschuss sei in der Vergangenheit nicht in Anspruch genommen worden.

 

Neuigkeiten bezüglich der Räumlichkeiten für die Emder Tafel würden selbstverständlich im Ausschuss berichtet werden.

 

Frau L. Meyer bedankt sich für die hervorragende Arbeit der Emder Tafel. Dennoch sei sie  betroffen, dass es überhaupt in der ganzen Republik diese Einrichtungen gebe müsse. Sie sei davon ausgegangen, dass diese Einrichtungen nur vorübergehend notwendig sein würden. Mittlerweile seien die Tafeln zu Dauereinrichtungen geworden.

 

Aufgrund der derzeitigen Situation schlägt sie vor, gegebenenfalls die Öffnungszeiten oder auch die Öffnungstage auszuweiten. Sie fragt, ob eine solche Ausweitung möglich wäre. Des Weiteren regt sie an, die Vergabe der Lebensmittel nach dem Alphabet zu regeln, um eine Entlastung für die Hilfebedürftigen, die Mitarbeiter sowie die Ehrenamtlichen zu erreichen.

 

Frau Holle gibt an, deutschlandweit gebe es zurzeit 900 Tafeln. Ein weiterer Ausgabetag könne aus logistischen Gründen nicht eingeführt werden. Eine Entspannung der Situation könne nur durch die Vergrößerung der Räumlichkeiten erreicht werden.

 

Herr Graf dankt dem Caritasverband für das Übernehmen dieser verantwortungsvollen Aufgabe. Des Weiteren lobt er das Engagement von Frau Risius, die selbst bei der Ausgabe geholfen habe.

 

Die Mitglieder des Ausschusses sollten sich seines Erachtens die Situation während der     Ausgabe bei der Emder Tafel anschauen, um die Probleme besser zu verstehen.

 

Er fragt, ob der Caritasverband eine finanzielle oder anderweitige Unterstützung erhalte, da es diesem an vielen Mitteln fehlen würde.

 

Herr Grendel erörtert, die Verwaltung stehe mit dem Caritasverband in engen Gesprächen, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Es sei beantragt worden, dass die Verwaltung bei der Immobiliensuche und Beschaffung behilflich sei. Der Caritasverband sei bereits direkt in die Suche eingestiegen. Selbstverständlich werde dem Ausschuss bei einer Änderung des     Sachstands nochmals berichtet.

 

Frau Holle fügt hinzu, die Emder Tafel benötige derzeit keine finanzielle Unterstützung. Einzelpersonen könnten selbstverständlich während der Ausgabe zur Emder Tafel kommen. Dies für größere Gruppen während der Ausgabezeiten zu realisieren sei hingegen schwierig.

 

Herr Fooken unterstützt die Aussage von Frau L. Meyer, dass es erschreckend sei, dass die Tafeln überhaupt benötigt würden. Bei der Betrachtung der Mengen an Lebensmitteln die aufgrund des Erreichens des Mindesthaltbarkeitsdatums im Müll landen würden, sei die Tafel   jedoch sinnvoll. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sei kein Verfallsdatum. Die Lebensmittel könnten trotz Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehrt werden.

 

Er fragt, wie die Überwachung hinsichtlich der Ausgabe in Bezug auf die Mengen sowie die Häufigkeit ablaufe. Die Verteilung der nachgefragten Lebensmittel müsse gleichmäßig und   angemessen erfolgen.

 

Frau Holle schildert, dass auf jeder Karte für die Emder Tafel eine Nummer sowie der Familienstand hinterlegt sei. Die Ehrenamtlichen würden sich diese Karte zeigen lassen und      demnach die Lebensmittel verteilen. Die einzelnen Nummern würden rotieren, sodass jede  Person mal mit längeren Wartezeiten rechnen müsse.

 

Herr Müller-Goldenstedt bittet um Auskunft bezüglich der Anzahl der Personen, die die Emder Tafel aufsuchen, die keine Leistung beziehen würden. Als Beispiel nennt er EU-Bürger.

 

Frau Holle erklärt, zum jetzigen Zeitpunkt könne sie keine konkrete Zahl nennen. Dies müsse zunächst über das vorhandene Programm ausgewertet werden. Sie sagt eine Beantwortung über das Protokoll zu.

 

Anmerkung der Protokollführung:

Lt. Mitteilung von Frau Holle vom 28.01.2016 seien es derzeit 280 Personen. Die Zahl sei    jedoch sehr schwankend.

 

Herr Hollander fragt, ob die zunehmende Zahl der Asylbewerber Auswirkungen auf die Arbeit der Emder Tafel habe.

 

Frau Holle bestätigt, dass die zunehmende Zahl der Asylbewerber selbstverständlich Auswirkungen auf die Arbeit sowie die Beratung habe. Die Personen würden entweder in den Unterkünften voll versorgt oder von der Emder Tafel begleitet werden. Die Informationszettel der  Emder Tafel seien mittlerweile in 16 unterschiedlichen Sprachen erhältlich. Die Verständigung sei daher gut möglich. Die Probleme bezüglich eines erhöhten Gewaltpotenziales gebe es in der Emder Tafel bisher nicht.

 

Herr Müller-Goldenstedt fragt ergänzend, ob die Personen, die keinen Bescheid vorweisen können und dementsprechend keine Leistungen bekommen, überhaupt Lebensmittel von der Emder Tafel erhalten würden. Speziell nennt er den Personenkreis von EU-Bürgern, die ohne Leistung leben.

 

Frau Holle führt aus, dass die Personen ebenfalls Lebensmittel erhalten würden. Die individuelle Situation werde im Beratungsgespräch betrachtet. Nach diesem Beratungsgespräch werde die Karte für die Emder Tafel ausgegeben. Diese Gespräche würden mittlerweile mit einer   pädagogischen Kraft geführt, da die Mitarbeiterinnen der Tafel häufig nicht einschätzen      könnten, welche Person tatsächlich Anspruch hätte.

 

Herr Geerken möchte wissen, aus welchen Gründen die Personen die Leistungen der Emder Tafel in Anspruch nehmen würden.

 

Frau Holle schildert, eine Zahlenauswertung bezüglich der Gründe könne sie nicht vorhalten. Es seien unterschiedlichste Gründe, weshalb Personen die Emder Tafel in Anspruch nehmen. Ein Großteil müsse nach dem Einkauf bei der Emder Tafel den Umgang mit ihrem Geld lernen. Die Menschen hätten zunächst einmal Lebensmittel zur Verfügung, um anschließend die     weiteren Einkäufe besser planen zu können.