TOP Ö 7: Vorstellung Theater- und Konzertsaison 2016/2017

Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Strieb und Frau Rogge-Mönchmeyer stellen anhand der Anlage der Vorlage 16/2081 den Spielplan für die Theater- und Konzertsaison 2016/2017 vor.

 

Herr Strelow bedankt sich für den Vortrag und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Haase bedankt sich ebenfalls für den Vortrag. Insgesamt sei es ein hervorragendes Programm.

 

Bezüglich der Veranstaltung „Dantons Tod“ bemerkt er, dass es seines Erachtens äußerst wichtig sei, die verbindlichen Abitur-Lektüren vor Ort durch die Landesbühne darstellen zu lassen. Die Landesbühne habe einen besonderen Auftrag. Insbesondere für die jungen Zuschauer sollten diese Themen im Theaterspielplan berücksichtigt werden.

 

Bezüglich des Schauspiels „Die Feuerzangenbowle“ am 13.12.2016 weist er darauf hin, dass die Volkshochschule bereits seit vielen Jahren regelmäßig eine Filmvorführung des Klassikers anbiete. Er bittet darum, dass die Veranstaltungstage miteinander abgesprochen werden, um Überschneidungen zu verhindern.

 

An der vom Rat geforderten Vorinformation bezüglich des Spielplans hätten die anderen Fraktionen in diesem Jahr leider nicht teilgenommen. Die gemeinsame Diskussion des Programms sei äußerst wichtig. In dem Verteiler der Einladung zu diesem Termin seien alle Fraktionsvorsitzenden abgebildet gewesen. Ob die Einladung tatsächlich bei allen Fraktionsvorsitzenden eingegangen sei, könne er nicht beurteilen. Gemeinsam mit Herrn Strelow habe er diesen Termin wahrgenommen. Vertreter der anderen Fraktionen seien zumindest nicht erschienen.

 

Frau Eilers bemerkt, wenn sie die Einladung erhalten hätte, hätte sie selbstverständlich den Termin wahrgenommen. In den letzten Jahren sei die FDP-Fraktion immer vertreten gewesen. Ihr sei nicht bewusst, dass die Fraktionsvorsitzenden eine Einladung erhalten haben. Die Veranstaltung sei immer sehr sinnvoll gewesen.

 

Das Programm sei hervorragend auf Emden zugeschnitten und werde mit Sicherheit Erfolg haben. Das musikalische Programm sage ihr besonders zu. Die Veranstaltungen der Landesbühne seien ebenfalls vielversprechend. Das Anbieten eines Angebots für Schüler und junge Leute müsse selbstverständlich sein. Experimente sollten ebenso durchaus erlaubt sein. Des Weiteren sei es begrüßenswert, dass die Nordseehalle sehr stark einbezogen worden sei. Ihres Erachtens werde die Veranstaltung in der Neuen Kirche viele Gäste begeistern.

 

Herr Kronshagen ist der Ansicht, die CDU-Fraktion habe keine Einladung erhalten. Ein Vertreter der Fraktion wäre in jeden Fall zu diesem Termin erschienen. Dieser sei immer sehr sinnvoll gewesen. Er werde Herrn Bongartz fragen, ob dieser die Einladung erhalten habe.

 

Das Programm sei seines Erachtens sehr umfangreich und vielversprechend. Die Kritik der Zeitung zu dem Stück „Ein Sommernachtstraum“ der Landesbühne sei nicht besonders gut gewesen. Er fragt, was bei diesem Stück schiefgegangen sei.

 

Herr Strieb gibt an, aufgrund eines längerfristigen Auswärtstermins habe er die Kritik zu „Ein Sommernachtstraum“ bisher noch nicht lesen können. Es sei eine Inszenierung eines jungen relativ aufstrebenden Regisseurs. Aufgrund der Publikumsreaktionen aus Wilhelmshaven könne er bestätigen, dass das Stück das Publikum extrem spalte, da der Abend sehr unkonventionell inszeniert sei. Schiefgegangen sei seines Erachtens überhaupt nichts, da Theater auch polarisieren müsse. Es sei ein relativ neuer moderner Ansatz, wo die Geschmacksrichtungen auseinandergehen würden. Das ein Stück nicht gefalle sei vollkommen legitim. Es sei eine sehr moderne Übersetzung, die jedoch dem englischen Originaltext viel eher entspreche.

 

Frau Rogge-Mönchmeyer berichtet, an dem Abend der Vorstellung habe sie selbst Dienst gehabt. Die Produktion habe sie daher selbst gesehen. Im Schauspielbereich seien schwindende Besucherzahlen zu vermerken. An diesem Abend hätten tatsächlich sehr viele Besucher das Theater in der Pause verlassen, da sie sich nicht wohlgefühlt hätten. Ebenso hätten die Personen geäußert, dass das Stück nicht dem Thema entspreche. Eine Schulklasse hingegen sei begeistert gewesen. Die Schauspieler hätten sehr intensiv und mit sehr viel Freude gespielt. Die Produktion sei jedoch nicht auf das Emder Publikum zugeschnitten. Es sollten Veranstaltungen angeboten werden, die die Mehrzahl der Besucher auch sehen möchte. Es gebe selbstverständlich dennoch einen Erziehungsauftrag sowie einen politischen Auftrag. Sie gibt dagegen zu bedenken, dass das Publikum in den nächsten Jahren überhaupt erstmal für die Sparte Schauspiel gebunden werden müsse. Im Musikbereich bestehe dieses Problem nicht.

 

Herr Strieb stellt fest, es gebe selbstverständlich einen Kunst-, einen Kultur-, sowie einen Bildungsauftrag. Dennoch sollten nicht alle Vorstellungen aufgrund des künstlerischen Geschmacks der breiten Masse umgesetzt werden. Durch den Spielplan werde versucht, eine größtmögliche Vielfalt anzubieten. Mit dem Unterhaltungstheater erreiche man natürlich das größte Publikum. Dennoch gebe es auch moderne Sichten und Umsetzungen von Klassikern. Des Weiteren sollten auch thematisch schwierige Inhalte dem Publikum zugemutet werden. Wenn alles stromlinienförmig gestaltet werde, befinde man sich seines Erachtens schnell auf dem Niveau der privaten Fernsehsender. Eine kritische Auseinandersetzung mit Stoffen und Sachverhalten befürworte er. Dabei würden die Leute auch gegebenenfalls ihren Unmut zum Ausdruck bringen und das Theater verlassen. Dies sei zumindest ein Statement.

 

Frau Eilers bestätigt die Aussagen von Herrn Strieb. Enttäuschung entstehe jedoch immer dann, wenn die Erwartung nicht erfüllt werde. Theater müsse teilweise provozieren. Ebenso sollten auch Experimente gewagt werden. Es sei äußerst wichtig, dies jedoch im Vorfeld deutlich zu machen, damit es keine große Überraschung für die Zuschauer gebe. Beispielsweise hätte bei der Veranstaltung „Ein Sommernachtstraum“ im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht werden können, dass das Stück eine Art Experiment sei und auf andere Art und Weise im Dialog mit den Zuschauern provozieren möchte. Die Erwartung der Besucher könne dadurch erfüllt werden.

 

Herr Haase stimmt beiden Argumenten zu. Theater müsse selbstverständlich auch provozieren. Beispielsweise hätten die Stücke von Peter Handke damals zu Skandalen geführt. Heutzutage seien dies Klassiker. Der Ausdruck von Kunst verändere sich selbstverständlich. Der Vorschlag von Frau Eilers könne hilfreich sein, wenn der Veranstalter darauf hinweise, dass die Umsetzung des Stückes nicht im klassischen Sinne sei. Es sollten seines Erachtens nicht nur die massentauglichen Stücke angeboten und nicht nur auf die fiskalischen Aspekte in diesem Bereich geachtet werden.

 

Frau Risius könne beide Argumente nachvollziehen. Sie würde es ebenfalls begrüßen, wenn im Vorfeld die Kartenkäufer bessere Informationen erhalten würden, wenn ein Stück nicht Klassisch umgesetzt sei. Eine solche Ankündigung sei äußerst wichtig, um die Erwartungen zu erfüllen.

 

Herr Bornemann legt dar, der Aufsichtsrat der Landesbühne thematisiere selbstverständlich die Besucherzahlen sowie die Darstellung des gesamten Angebotes. Vor dem Wechsel sei die Meinung gewesen, dass Herr Hess in den letzten Jahren sehr schwierige Stücke inszeniert habe. Insgesamt sollte das Programm dann etwas gefälliger werden, um die Besucherzahlen wieder zu steigern. Insgesamt müsse dennoch eine gute Mischung beibehalten werden. Für die eben angesprochenen Stücke müsste das junge Publikum wieder für das Theater begeistert werden. Als Beispiel nennt er die Studenten in Emden. Die Angebote müssten zielgerichteter beworben werden, da die Erwartungshaltung der Besucher erfüllt werden sollte. Die schwierigen Themen gehören selbstverständlich ebenfalls wesentlich zum Theater. Diese Diskussion werde ebenfalls im Aufsichtsrat geführt.

 

Frau Rogge-Mönchmeyer weist darauf hin, beispielsweise seien trotz eines riesigen Werbeaufkommens für die Veranstaltung „Invasion!“ lediglich 28 Karten verkauft worden. Daher sollte in der nächsten Saison das Marketing der Produktionen besprochen werden. Im Schauspielbereich würden trotz guter Schauspieler und Produktionen relativ wenig Karten verkauft. Die Veranstaltung „Invasion!“ habe sogar ein aktuelles Thema bearbeitet. Die Schulen seien angeschrieben und für die Studenten Sonderkonditionen angeboten worden.

 

Herr Feier bedankt sich für den Hinweis bezüglich der Veranstaltung „Die Feuerzangenbowle“. Er stehe diesbezüglich bereits mit Herrn Anders in Kontakt. Terminlich habe man sich bereits abgestimmt, sodass die Veranstaltungen in jedem Fall nicht am gleichen Tag durchgeführt werden. Des Weiteren würden im gegenseitigen Einvernehmen Synergieeffekte genutzt und die Veranstaltungen gegenseitig beworben. In Print und Online werde es Hinweise dazu geben.

 

Herr Strieb bemerkt, vor drei Jahren sei er mit der Bedingung angefangen, insgesamt einen gefälligeren Spielplan zu erstellen. Sein Vorgänger sei wesentlich risikobereiter gewesen. Insgesamt sollten die Besucher nicht nur gehalten, sondern auch neue Besucherschichten akquiriert werden. Insbesondere die jungen Leute sollten für das Theater begeistert werden. Aus diesem Grund sollte seines Erachtens eine gute Mischung im Theaterspielplan angeboten werden. In Emden seien von acht Produktionen fünf Unterhaltungsstücke ausgewählt worden. Das bedeute bereits ein Ungleichgewicht, da ein wesentlich größerer inhaltlicher Schwerpunkt der Angebote der Landesbühne in der nächsten Spielzeit in Emden zugunsten der Unterhaltung sei. Die kritischen Äußerungen würden selbstverständlich genauestens betrachtet. Beim dem Stück „Ein Sommernachtstraum“ würden viele Besucher eine klassische Umsetzung fordern. Die Bedeutung des Begriffes Klassiker sei jedoch schwierig zu definieren. Zu Shakespeares Zeiten seien beispielsweise bei den Inszenierungen keine Frauen auf der Bühne zugelassen worden. Ebenso sei das Bühnenbild und die Ausstattung völlig anders dargestellt worden.