TOP Ö 9: Unterrichtsversorgung in Emden;
- Antrag der FDP-Fraktion vom 28.10.2016

Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Busch meint, in den Schulen gehe es hauptsächlich um das Thema Lernen. Dennoch sei auch der soziale Aspekt äußerst wichtig. Er bittet im Namen der FDP-Fraktion um Stellungnahme zu der Lehrerversorgung in den Emder Schulen.

 

Herr Buß erläutert, der Antrag der FDP-Fraktion richte sich nicht originär an den Schulträger. Die Verwaltung könne diesen Antrag nicht vollumfänglich beantworten, da die Unterrichtsversorgung im Zuständigkeitsbereich des Landes liege. Der Schulträger könne lediglich die Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Ausstattung, Schulverpflegung oder Schülerbeförderung beeinflussen.

 

Herr Krömer erklärt, in der Landesschulbehörde gebe es eine Aufgabentrennung von Personalplanung und Schuldezernent. Er sei im Dezernat 2 für die Emder Grund-, Ober-, Haupt- Real- und Förderschulen zuständig. Er weist darauf hin, dass die Quelle der Daten nicht geeignet sei, um aussagekräftig die aktuelle Versorgung in den Schulen zu bewerten. Die vom Kultusministerium angegebene Prozentzahl von 98 sei ein Durchschnittswert und habe seines Erachtens auch für Emden Gültigkeit. Die offizielle Statistik vom Land sei noch nicht freigegeben, sodass noch keine belastbaren Zahlen vorliegen würden. Die Sorge der FDP-Fraktion sei selbstverständlich berechtigt. Nach seiner Kenntnis hätten die Emder Schulen ausreichend Lehrerstunden zur Verfügung. Aufgrund der gesetzlich geregelten Verlässlichkeit der Grundschulen seien diese zu 100 % versorgt. Bis auf ein paar Einzelstunden sei dieses auch erreicht. Selbstverständlich werde ein Ausgleich geschaffen, wenn die Grundschulen vor Ort nicht mit Personal versorgt werden können. Die Schulen mit der Sekundarstufe I würden sicherlich keine 100 % erreichen. In der Regel seien dieses jedoch größere Schulen, sodass die Unterrichtsversorgung einfacher ausgeglichen werden könne. Seines Erachtens seien die Werte zu früheren Zeiten deutlich schlechter gewesen. Bis 2011 sei er für die Personalplanung zuständig gewesen. An einzelnen Schulen in Emden habe es durchaus Probleme gegeben, die Stellen vernünftig zu besetzen.

 

Herr Verlee erörtert, Herr Althusmann habe diesbezüglich eine andere Meinung geäußert. Als dieser das Amt verlassen habe, habe die landesweite Auslastung 102 % betragen. Die Unterrichtsversorgung müsse gestärkt werden. Er fragt, ob die Auskunft, dass die Unterrichtsversorgung in früheren Zeiten schlechter gewesen sei, lediglich auf Emden bezogen sei.

 

Herr Krömer schildert, dass diese geäußerte Auskunft ein subjektiver Eindruck bis 2011 sei. In der Region Ostfriesland sei es tatsächlich im Gegensatz zu anderen ländlichen Gebieten schwieriger gewesen, eine vernünftige Versorgung herzustellen. Den Lehrkräften und Schulleitungen gebühre hohes Lob und Anerkennung, da überwiegend hervorragender Unterricht stattgefunden habe. Seines Erachtens sei dieses Thema ein bundesweites Problem und nicht unbedingt auf Niedersachsen zu reduzieren.

 

Herr Frerichs stellt fest, laut den von Herrn Bolinius aufgeführten Werten würden in Emden neun Schulen die Prozentzahl von 98 unterschreiten. Im Vergleich mit dem Landkreis Aurich, dem Landkreis Leer, der Stadt Aurich und der Stadt Leer seien die Werte für Emden gut. In Delmenhorst würden sogar 20 von 23 Schulen die Prozentzahl unterschreiten.

 

Herr Krömer entgegnet, die genannten Werte seien aufgrund falscher Voraussetzungen erhoben worden. Es sei nicht korrekt, dass in Emden neun Schulen die 98 % unterschreiten. Aufgrund der Verlässlichkeit sei an den zehn Grundschulen eine Versorgung von 100 % gegeben.