Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau Momberger bedankt sich für die Möglichkeit, das Perspektivpapier der Stadtbücherei vorstellen zu können. Frau Bender werde dieses im Detail vorstellen.

 

Frau Bender stellt anhand einer Power-Point-Präsentation das strategische Konzept für die Stadtbücherei Emden vor. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau L. Meyer bedankt sich für den Vortrag und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Kronshagen bedankt sich für den umfangreichen Vortrag. Das Perspektivpapier sei aufgrund des Antrages der CDU-Fraktion vorgestellt worden. Die Ausführungen würden nun zunächst in der Fraktion besprochen. Aufgrund der bekannten Haushaltssituation der Stadt Emden sei es schwierig, bereits mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

 

Herr Strelow schließt sich der Äußerung von Herrn Kronshagen an. Bildung sei selbstverständlich ein äußerst wichtiger Aspekt, an dem die Bücherei natürlich Anteil habe. In diesem Zusammenhang lobt er die Arbeit der Stadtbücherei. Diese sei äußerst notwendig. Es sei begrüßenswert, dass insbesondere die Kinder aus bildungsferneren Schichten mit dem Angebot erreicht werden. Die Zahlen, Daten und Fakten seien teilweise äußerst dramatisch dargestellt worden. Die Bücherei erreiche 8 % der Emder. Bundesweit betrage der Durchschnitt 10 %, sodass Emden im Vergleich relativ gut dastehe. Im Haushalt sei bereits ein gewisser Betrag für die Bücherei eingestellt, um beispielsweise die Personalkosten und die Miete zu decken. Es stelle sich die Frage, inwieweit die Bibliothek mit den vorhandenen Mitteln die Lesekompetenz insbesondere von Kindern stärken könne. Die jüngere Klientel müsse erreicht werden, um diese möglichst längerfristig zu binden. Diese neuen Informationen würden selbstverständlich in den Fraktionen beraten.

 

Herr Jahnke stellt fest, dass bereits viele Maßnahmen und verschiedenste Projekte in der Stadt ergriffen worden seien. Inzwischen gebe es einen „Bodensatz“ von über 3.000 Bedarfsgemeinschaften. Die Zahlen seien von Frau Cords vorgestellt worden. Trotz der über 34.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse in der Stadt Emden sei es schwierig, tatsächlich diesen „Bodensatz“ zu reduzieren. Beispielsweise würden aufgrund der Flüchtlingssituation viele Personen in Emden leben, die zunächst qualifiziert werden müssen. Insbesondere der Erwerb der deutschen Sprache sei wichtig. In 2013 sei ein Betrag von 233.000 € an die Bücherei gezahlt worden. Aufgrund von gemeinsamen Gesprächen mit der Volkshochschule seien die Mittel sukzessive in den letzten Jahren erhöht werden. In der Planung für 2018 sei ein Betrag von 290.000 € eingestellt. Die von Frau Bender dargestellten Kosten müssten zu diesem Betrag addiert werden.

 

Frau Eilers merkt an, nach ihrem Empfinden sei der Ausdruck „Bodensatz“ für Bedarfsgemeinschaften unpassend. Den Vertretern der Fraktionen sei dieses Konzept bekannt. Es sei vor der Haushaltsberatung verschickt worden. Daraufhin habe sie vorgeschlagen, zumindest 30.000 € zusätzlich einzustellen. Auf den Wandel müsse reagiert werden. Die Bücherei müsse den modernen Anforderungen genügen. Die Kinder sollten sehr früh an die Stadtbücherei herangeführt werden, sodass sie auch im weiteren Leben das Bücherangebot nutzen. Dennoch sollte sich das Angebot nicht nur auf den Kinder- und Jugendbereich konzentrieren. Die Bestände der anderen Bereiche sollten nicht verringert werden, um alle Generationen zu erreichen. Die digitalen Angebote sollten erweitert werden. Mit dem vorhandenen Budget können weitere Aufgaben jedoch nicht durchgeführt werden. Aus diesem Grund müsse die Thematik intensiv beraten werden. Der Bedarf sei vorhanden. Ebenso könnten eventuell Partner in anderen Einrichtungen gewisse Aufgaben übernehmen.

 

Frau Momberger bestätigt die von Herrn Jahnke genannten Zahlen. Der Zuschuss betrage derzeit 291.300 €. Der Betrag habe sich kontinuierlich erhöht. Mit den Erhöhungen seien jedoch größtenteils die Personalkostensteigerungen abgedeckt worden. Der Buchbestand musste immer weiter reduziert werden. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Einführung der neuen Rechtschreibung. Frau Bender sei um die Erstellung dieses Konzeptes gebeten worden. Mit dem dargestellten Konzept könnte die Bücherei in Zukunft gut wirken. Die entsprechenden erforderlichen Mittel stehen jedoch nicht zur Verfügung. Der Betrag erscheine natürlich unheimlich hoch. Mit den derzeitigen finanziellen Mitteln könne nur das Bisherige geleistet werden. Der aktuelle Stellenschlüssel der Bücherei betrage 3,63. Laut Vertrag sei jedoch ein Stellenschlüssel von 4,5 vereinbart. Der Stellenschlüssel könne aus dem derzeitigen Etat nicht erfüllt werden. Durch eine Erhöhung der Stellen könnten mehr Kitas bedient und intensiver gearbeitet werden. Zurzeit sei das Limit erreicht. Die Kollegen der Bücherei leisten ihres Erachtens eine hervorragende Arbeit. Es wäre zu begrüßen, wenn zumindest der Stellenschlüssel erreicht werden könnte, um weiterhin diese hervorragende Arbeit zu gewährleisten.

 

Frau Marsal stellt fest, die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen habe in der Haushaltsrede geäußert, dass die Aufstockung der Haushaltsmittel für die Bücherei wünschenswert wäre. Als Vorsitzende des VHS-Vorstandes würde sie selbstverständlich eine Erhöhung befürworten. Die Bücherei leiste hervorragende Arbeit. Viele Kinder seien begeistert. Eine Erhöhung im Personalbereich sowie bei den Sachmitteln sei ihres Erachtens sinnvoll. Die Anschaffung von neuen Büchern und neuen Medien sei äußerst wichtig.

 

Herr Jahnke bemerkt, natürlich könne über die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen gesprochen werden. Das Thema Kinder und Jugendliche sei seines Erachtens äußerst wichtig. Durch die Frühförderung könne viel erreicht werden. Insofern könne in der Bücherei auf diesen Bereich guten Gewissens ein Schwerpunkt gesetzt werden. Frau Bender wolle sich mit dem FB 600 ins Benehmen setzen, um Synergien zu erreichen. Dies könne den Bereich ebenfalls stärken. Im Bereich der Frühförderung sollten die verschiedensten Projekte und Maßnahmen überprüft werden, um eventuell Verschiebungen herbeizuführen. Im Haushalt seien keine zusätzlichen Mittel eingestellt worden, da kein Einsparvorschlag erfolgt sei. Möglicherweise könnten Mittel von einer Maßnahme zu einer anderen umverteilt werden. Es müsse nicht immer eine Aufstockung erfolgen. Er stimmt zu, dass der Begriff „Bodensatz“ tatsächlich nicht unbedingt passend sei. Diesen Begriff habe er jedoch nicht negativ gemeint. In den letzten Jahrzehnten sei der Prozentsatz der Transferleistungsempfänger relativ konstant gewesen. Er verweist auf die von Frau Bender vorgestellten Zahlen. Für eine Stadt mit 50.000 Einwohner sei der Prozentsatz an Transferleistungsempfängern zu hoch.

 

Herr Hencke schließt sich den Äußerungen an. Die Förderung und die Vermittlung von Lesekompetenz sei existenziell und müsse auf jeden Fall fortgeführt und ausgebaut werden. Ohne Lesekompetenz sei eine weitere Bildungsvermittlung erschwert. Jedes Jahr würden in immer größerer Anzahl Bücher auf den Markt gebracht. Die fortlaufende Aktualisierung des Buchbestandes sei seiner Ansicht nach existenziell für den Fortbestand der Bücherei.