Beschluss: einstimmig

Die Vertreter der Stadt Emden in der Gesellschafterversammlung der Zukunft Emden GmbH werden beauftragt,

 

1.         sich dem Bericht der Geschäftsführung anzuschließen und den Abschluss für das Geschäftsjahr 2017 anzunehmen,

2.         den Jahresüberschuss in Höhe von 35.389,10 € auf neue Rechnung ins nächste Jahr vorzutragen,

3.         der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2017 Entlastung zu erteilen.


Herr Fleßner erläutert, das Rechnungsprüfungsamt sei gemäß § 158 NKomVG in Verbindung mit § 11 des Gesellschaftsvertrages für die Jahresabschlussprüfung zuständig. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Concunia GmbH aus Münster sei mit der Abschlussprüfung beauftragt worden. Der Entwurf des Prüfberichts sei dem Rechnungsprüfungsamt im Juli zur Verfügung gestellt worden. Daraufhin sei mit dem Wirtschaftsprüfer und dem Geschäftsführer ein Abschlussgespräch geführt worden. Die Prüfung habe zu keinen Einwendungen geführt. Das Rechnungsprüfungsamt schließe sich dem Prüfungsergebnis an und habe dem Prüfbericht einen Feststellungsvermerk beigefügt.

 

Herr Bureck erläutert, die Zukunft Emden habe ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen. Der Jahresüberschuss habe sich reduziert. Grund seien Modernisierungsmaßnahmen. Es müsse in die Modernisierung, in die Sanierung von Hallen und Büros sowie in die Infrastruktur investiert werden. Dies seien wichtige und erforderliche Arbeiten, um eine gewisse Mieteinnahme zu erzielen. Die Mieter sollen ihr Geschäft und die Produktion erfolgreich durchführen können. Im Zuliefererpark seien ca. 1.500 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Volkswagen sei wie ebenfalls die anderen Autohersteller in einer absoluten Umbruchphase. Die Zukunft Emden sei direkt von dieser Umbruchphase betroffen. Die Mieter seien hauptsächlich Zulieferer für Volkswagen. Der Bereich der Abgastechnologie und der Bereich Automotive seien im Wandel. Es gebe somit Veränderungen bei den Zulieferern, die in Vorbereitung seien, um zukünftig erfolgreich dieses Geschäft betreiben zu können. Darüber hinaus würden neue Branchen und Felder entwickelt. Mit dem Neubau sei ein erster Baustein installiert worden. Die Entwicklung neuer Felder und Branchen könne beispielsweise gemeinsam mit der Hochschule erfolgen. Die Hochschule habe im Neubau bereits zwei Büros, um das Thema Logistik 4.0 weiterzuentwickeln. Die Hochschule wolle vermehrt Projekte mit Industrieunternehmen bearbeiten und entwickeln. Die Hochschule habe sich im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung präsentiert. Ein Zulieferer habe einen ersten Projektauftrag vergeben. Im nächsten Jahr werde mit der Hochschule eine Innovationsfabrik und ein Schulungszentrum geplant. Diese seien seit über einem Jahr in Kontakt mit potenziellen Firmen. Der Standort solle in unmittelbarer Nachbarschaft vom Zuliefererpark entwickelt werden. Natürlich müssten für die Erfolge erwirtschaftete Mittel sinnvoll in den Standort Emden investiert werden. Die Verbindlichkeiten an Krediten seien um 2,5 Mio. € vermindert worden. Trotz Investitionen sollten die Verbindlichkeiten weiter reduziert werden. Es sei ein kreditgestütztes Geschäft. Für die Kreditgeber sei es wichtig, dass die Zukunft verlässlich die Verbindlichkeiten bediene. Die Baukosten seien enorm gestiegen. Es sei schwierig, gute Partner im Bereich von Grundstücks- und Immobilienentwicklung zu finden. Für den Neubau habe es für zwei Gewerke nur mit Nachdruck Angebote gegeben. Dies müsse für die weitere Entwicklung berücksichtigt werden.

 

Ein weiteres Geschäft sei der Bereich Wirtschaftsförderung und Standortmarketing. Ein äußerst spannender Aufgabenbereich, der 2015 von der Stadt Emden übertragen worden sei. Die Zukunft Emden bereite beispielsweise die Emder Börse mit vor. Ebenso werden von der Zukunft die Bereiche Logistik und Automotive ausgeübt. Die Personalausstattung sei äußerst knapp. Seit 2015 habe es drei Abgänge im Personal gegeben, was teilweise über Mehrarbeit aufgefangen werden müsse. Die Thematik Wirtschaftsförderung und Standortmarketing sollte im Rahmen der Stadt Emden nochmal neu betrachtet werden. Dort sei sehr viel mehr möglich. Dies werde mit einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen geprüft, um die Wirtschaftsförderung zu optimieren. Eine Reduzierung des Personals oder der Finanzen sei nicht möglich. Wirtschaftsförderung und Standortmarketing sei ein professionelles Geschäft, wenn dieses ernsthaft betrieben werde. Stadt und Politik sollten sich äußern, was diesbezüglich zukünftig gewünscht sei. Das Potenzial und der Wille für eine Weiterentwicklung dieses Bereiches seien gegeben. Im Umfeld müssten ein paar Punkte optimiert werden.

 

Die Tochtergesellschaft der Zukunft Emden sei das Emder GründerInnenzentrum. Dies sei mittlerweile äußerst etabliert. Die Kunden seien zufrieden. Es gebe zurzeit fünf Unternehmen, die als Gründer im GründerInnenzentrum gestartet seien. Dies seien mittlerweile etablierte Unternehmen in der Winddienstleistungsbranche. Es werde daran gearbeitet, dass der Bereich Winddienstleistungen in Emden weiterwachse. Es gebe sehr gute Voraussetzungen.

 

Er sei bei vielen Themen mit den Stadtwerken im Gespräch. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Dieser Bereich solle im Umfeld des Zuliefererparks weiterentwickelt werden. Ein besonderes Thema seien die Fachveranstaltungen im Neubau. Der HUB als Treffpunkt solle sich zu einem Ort entwickeln, wo entsprechende Fachveranstaltungen zum Thema wirtschaftliche Entwicklung in Emden durchgeführt werden. Der Zukunft Emden sei sehr wohl bewusst, dass weiterhin im guten Miteinander mit der Nachbarschaft die Themen weiterentwickelt werden müssen.

 

Herr Hoofdmann bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Haase bedankt sich ebenfalls für die Ausführungen. Die Entscheidung in Bezug auf den Industriepark und die Zukunft Emden sei trotz der zunächst aufgenommenen Kredite erfolgreich. Der Erfolg setzte sich über die Jahre weiter fort. Er bedankt sich diesbezüglich bei Herrn Bureck sowie bei dem gesamten Team. Ihm sei bei der Emder Börse und den Gesprächen mit jungen Gründern bewusst geworden, welche Bandbreite bei der Zukunft mittlerweile existiere. Seinerzeit sei die Wirtschaftsförderung nach intensiver Diskussion an die Zukunft gegeben worden. Er fragt, wie viel die Wirtschaftsförderung koste und ob die Mittel auskömmlich seien. Gegebenenfalls müsse über die Gewährung von zusätzlichen Mitteln diskutiert werden, um den Wirtschaftsstandort Emden weiterzuentwickeln. Dies sei die hauptsächliche Aufgabe der Zukunft Emden.

Es werde sehr viel auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene über die digitale Entwicklung gesprochen. Er möchte wissen, wie viele Mittel in Emden für die Digitalentwicklung zur Verfügung stehen und welche Pläne die Zukunft Emden mit den Stadtwerken habe.

Durch das Emder GründerInnenzentrum (EGZ) hätten sich fünf erfolgreiche Dienstleister etabliert. Die Planungen und Hoffnungen seien jedoch anders gewesen. Er bittet um Auskunft, wie viele Neugründungen es in den letzten zwei Jahren gegeben habe. Im Moment gebe es wenig Chancen für Gründerinnen und Gründer in Emden. Häufig würden die Personen nach einem Studium in andere Städte ziehen.

 

Herr Bureck erläutert, in guten konjunkturellen Zeiten laufe das Gründergeschäft nicht so gut. Es gebe zwei neue Gründer zum Thema Digitalisierung und Datenschutz. Ein Ingenieur habe sich im Rahmen von Datenschutz selbstständig gemacht und bereits viele Aufträge von Firmen aufgrund der neuen Datenschutz-Grundverordnung erhalten. Der andere Gründer beschäftige sich mit dem Thema Sicherheit in Zusammenhang mit WLAN. Er entwickle Produkte, um das WLAN bei Firmen sicher zu machen. Die meisten Schäden im WLAN entstehen bei Firmen durch eigene Mitarbeiter und Besucher. Des Weiteren habe es eine Gründung im Bereich der Gastronomieberatung gegeben. Die Neugründungen seien sehr überschaubar. Nichtsdestotrotz seien fünf Unternehmen mittlerweile etabliert. Als Beispiel nennt er Fakon Wind GmbH und HSEQ Experts GmbH. Die Unternehmen seien im Gründerzentrum geblieben. In dem Förderzeitraum dürfen tatsächlich nur Gründer dort beherbergt werden. Danach können die Gründer zu einer höheren Miete gehalten werden. Es seien in diesem Jahr sieben neue Mietverträge abgeschlossen worden, sodass das Geschäft auskömmlich sei. Es würden selbstverständlich weiterhin Büros für Gründerinnen und Gründer vorgehalten. Die Thematik verschiebe sich in Richtung Startup. Bei Volkswagen gebe es beispielsweise mittlerweile ein kleines Team von Startup-Mitarbeitern, die ein eigenes Gründungsnetzwerk aufgebaut haben. Es gebe mittlerweile ein Gründungsnetzwerk zwischen Oldenburg, Ostfriesland und Groningen. Dieses werde weiter aufgebaut. Gemeinsam mit den Stadtwerken sei im Mai sehr erfolgreich das erste Startup Weekend Ostfriesland Energie & Digitales durchgeführt worden. Die Gewinnergruppe komme Ende des Jahres für ein Jahr in den HUB, um ihr Thema weiterzuentwickeln.

 

Die Zukunft Emden sei am neuen Standort der erste Kunde des schnellen Internets von Emden digital. Es könne sowohl im Down- als auch im Upload schnelles Internet gewährleistet werden. Dies sei für die Schaffung von zukünftigen Projektmöglichkeiten äußerst wichtig. Der Standort und die Infrastruktur für die Digitalisierung werde zukunftssicher entwickelt.

 

Im Bereich Wirtschaftsförderung und Standortmarketing seien drei Mitarbeiter beschäftigt. Ebenso beschäftige er sich selbst mit dem Thema. Es sei eine Vielzahl und Vielfältigkeit von Aufgaben. Diesen Bereich hätten früher sechs Personen betreut. Es sei somit nicht zufriedenstellend. Es müsste eine weitere Person in der Wirtschaftsförderung eingestellt werden. Dies koste jedoch Geld. Er würde es dennoch für sinnvoll erachten. Die Kompetenzfelder Logistikachse und Automotive seien sehr erfolgreich. Der Mitarbeiter verlasse die Zukunft aufgrund des Ruhestandes Ende des Jahres. Die Thematik Automotive sei ein Part der Wirtschaftsförderung. Das KMU-Förderprogramm sei ebenso erfolgreich. Diese Förderung sollte weiterhin in Emden vorgehalten und begleitet werden. Die Zukunft Emden bereite ebenso Veranstaltungen und Messen vor und führe diese durch.

 

Herr Jahnke fügt hinzu, das Wirtschaftsförderung selbstverständlich Geld koste. Die Konzentration an dem neuen repräsentativen Gebäude an der Niedersachsenstraße halte er weiterhin für sinnvoll. Die Resonanz zeige inhaltlich, dass der eingeschlagene Weg gut sei. Natürlich müsse die Stadt weiterhin Zahlungen für die Wirtschaftsförderung leisten. Es seien durchaus Defizitausgleiche für die Zukunft vorgesehen. Dies werde gerade mit dem Wirtschaftsprüfer untersucht. An dem Standort gebe es verschiedene Player. Zum einen die Zukunft Emden insbesondere als Profitgesellschaft mit dem Industriepark, ebenso das GründerInnenzentrum im Nonprofit-Bereich, wenn von gewissen profitablen Vermietungen abgesehen werde. Des Weiteren sei die Wirtschaftsförderung sowie die städtische Anstalt mit der Grundstücksbewirtschaftung in dem Gebäude angesiedelt. Es müsse sicherlich in diesem Zuge das Thema Innenstadtmarketing in Zusammenhang mit der EMTG untersucht werden. Die Beratungsgespräche mit den Prüfern hätten gezeigt, dass aufgrund steuerlicher Aspekte dieses ganze Konstrukt nochmal in eine neue Strategie gebracht und insbesondere die Schnittstellen geschärft werden müssten. Ansonsten sei man schnell in dem Bereich der verdeckten Gewinnausschüttung. Dies solle natürlich vermieden werden. Eine Optimierung sei daher notwendig. Selbstverständlich müssen Mittel im städtischen Haushalt eingestellt werden, da dort Nonprofit-Bereiche vorhanden seien. Diesbezüglich müssen Gespräche mit dem Rat geführt werden. Bei Steigerung des Personalbedarfs müssten mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. Es seien erste Zwischengutachten erstellt, die noch nicht abschließend seien. Alle Beteiligten hätten Interesse, steueroptimiert vorzugehen.

 

Herr Strelow stellt fest, für den gesamten Bereich gebe es keine klare Strategie. Das Aufgabenportfolio sei riesig. Alleine bei der EMTG gebe es hohe Schnittstellen. Die Citymanagerin kümmere sich um das Thema Bestandsmanagement in der Innenstadt. Die Schnittstellen müssen abgeglichen und reduziert werden, um Synergien zu erzielen. Ebenso gebe es eine Schnittstelle zu den Stadtwerken beim Thema Digitalisierung. Es würden dadurch Ressourcen verschwendet. Es gehe um eine zielgerichtete Strategie und Abstimmung zwischen den Partnern. Die Aufgaben müssen priorisiert und optimiert werden. Die Schwerpunkte der nächsten Jahre sollten festgelegt werden. Er fragt, wie viele freie Flächen noch im Industriepark Frisia zur Verfügung stehen. In dem Konzept stehen in 2018 für Investitionen 9,85 Mio. € zur Verfügung. Er möchte wissen, für welche Investitionen diese Mittel eingesetzt werden. Er fragt, wie das zukünftige Konzept nachjustiert werden solle und welche Zeitperspektive für die Erarbeitung eines Konzeptes benötigt werde.

 

Herr Renken bemerkt, die inhaltlichen Themen sollten in den zuständigen Ausschüssen diskutiert werden. Bei der Beratung der Jahresabschlüsse können diese Themen nicht umfassend diskutiert werden. Herr Bureck habe seinerzeit angekündigt, dass er regelmäßig im Ausschuss für Wirtschaft, Hafen, Tourismus und Digitales über die Zukunft Emden berichten werde.

 

Zu den vielfältigen Aufgaben gehöre der Bereich Wirtschaftsförderung. Die Anforderungen und Vorschläge seitens der Zukunft Emden müssen nochmal im zuständigen Fachausschuss beraten werden.

 

Er begrüßt, dass Herr Bureck sehr innovativ und kreativ sei. Herr Bureck bringe neue Ideen und Aspekte auch für den Bereich der Wirtschaftsförderung ein. Er hofft, dass die Arbeit der Zukunft Emden weiterhin auf einem guten Weg sei. Diesen Eindruck habe er gewonnen. Die Weiterentwicklung der letzten Jahre sei ein großer Fortschritt, der auch seitens der Politik gefördert werden müsse.

 

Herr Hoofdmann gibt Herrn Renken Recht. Er bittet Herrn Strelow die Fragen in den zuständigen Ausschüssen zu stellen.

 

Auf Nachfrage von Herrn Strelow gibt Herr Bureck an, dass die Mittel in Höhe von 9,8 Mio. € für die weitere Entwicklung des Umfeldes des Neubaus eingesetzt werden sollen. Dies seien ca. 5,5 ha. Dies betreffe beispielsweise ein Schulungszentrum und eine Innovation Factory sowie die dazugehörige Infrastruktur.

 

Herr Strelow bittet um Auskunft, ob möglicherweise ein Autohof über die Mittel der Zukunft Emden finanziert werden könnten. Er fragt, ob bereits die erforderlichen Investitionen ermittelt worden seien.

 

Herr Bureck erörtert, dass eine Berechnung für ca. 80 Stellplätze erstellt worden sei. Die ermittelten Kosten betragen ca. 3 Mio. €. Ein solcher Platz müsse auch bewirtschaftet werden. Zunächst sollte das Vorhaben der Score-Tankstelle abgewartet werden.