Unter der Voraussetzung, dass auch das Jobcenter Emden sich in angemessener Weise finanziell an dem Projekt beteiligt, um so die Bedingungen einer Zuwendung der Klosterkammer Hannover zu erfüllen, unterstützt die Stadt Emden das Projekt „Auf zu neuen Horizonten“, das ein Gesamtvolumen von 347.000,00 € hat, mit einer Förderung von insgesamt 84.028,00 €, die sich über drei Haushaltsjahre wie folgt aufteilt.

 

01.09.2019 - 31.12.2019         16.103,75 €

01.01.2020 - 31.12.2020         41.214,00 €

01.01.2021 - 31.08.2021         26.710,25 €


Herr Jaspers schildert, der Arbeitskreis für historischen Schiffbau in Ostfriesland e. V. habe mit Herrn Marahrens eine Korrektur vorgenommen. Größtes Ziel des Vereins sei die Instandhaltung und Instandsetzung alter Traditionsschiffe.

 

Herr Hass-Tjaden erläutert, der Arbeitskreis für historischen Schiffbau in Ostfriesland sei an den Jugendhilfeträger GnL herangetreten und habe gefragt, ob gemeinsam ein Projekt für junge Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf entwickelt werden könne. GnL betreue die Zielgruppe seit vielen Jahren. Die Jugendlichen hätten häufig Schwierigkeiten auf traditionellem Weg einen Schulabschluss zu erreichen und sich beruflich vorzubereiten bzw. zu orientieren. Dieses Projekt wolle jungen Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Möglichkeit bieten, sich in verschiedenen Berufszweigen wie beispielsweise Metall, Elektro und Holz vorzubereiten und zu qualifizieren. Es sei heutzutage äußerst wichtig, einen Ausbildungsberuf zu erlangen, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können und selbstständig in Eigenverantwortung ein Leben zu führen. Zusätzlich zu der beruflichen Orientierung gebe es auch die Möglichkeit für die Jugendlichen parallel den Hauptschulabschluss zu erreichen. Ziel des Projektes sei es, eine Starthilfe für die Zukunft zu geben.

 

Herr Jaspers ergänzt, es gehe um ein Gesamtvolumen von ca. 347.000 €. Bei der Stadt Emden sei eine Förderung von 84.028 € für die nächsten zwei Jahre beantragt worden.

 

Frau Kruse bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau Meinen bedankt sich für die Vorstellung und das Ehrenamt. Sie möchte wissen, wie viele junge Menschen sich dort qualifizieren können. Die jungen Menschen könnten durch das Projekt Erfolgserlebnisse erleben. Ebenso erlernen sie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Dies sei für das Berufsleben wichtig. Die SPD-Fraktion würde trotz der Haushaltslage dem Beschluss zustimmen.

 

Herr Ohling schließt sich der Äußerung und Frage von Frau Meinen an. Die CDU-Fraktion stehe dem Projekt positiv gegenüber. Es sei erfreulich, dass die Klosterkammer dieses Projekt unterstütze. Er weist im Zusammenhang mit der Förderung der Stadt Emden in Höhe von ca. 85.000 € auf die Haushaltsstrukturkommission hin. Die Förderung müsste in den Haushalt eingestellt werden.

 

Herr Böckmann begrüßt ebenfalls, dass die Jugendlichen aktiviert werden, an ihrer Perspektive zu arbeiten. Er schließt sich grundsätzlich der SPD-Fraktion und CDU-Fraktion an. Vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung habe er im Finanzplan registriert, dass es sich ab dem dritten Jahr um eine Verstetigung handele. Die Stadt Emden sei jährlich mit 12.000 € beteiligt. Das Jugendamt der Stadt Emden ebenfalls mit 42.000 €. Es sei somit über fünf Jahre eine enorme Summe, die aufgewendet werden müsste. Die Vorlage sollte aufgrund der Haushaltskonsolidierung zur weiteren Beratung an die Fraktionen verwiesen werden.

 

Herr Götze ist der Ansicht, dass diesem Antrag nur zugestimmt werden könne. Es seien äußerst hilfreiche Maßnahmen, um den unter 25jährigen eine Chance im Arbeitsleben zu bieten und eine Zukunft zu geben. Normalerweise wären wesentlich mehr Maßnahmen notwendig. Dem Beschluss sollte einstimmig zugestimmt werden, wenn die Finanzierung gesichert sei.

 

Herr Böckmann wolle der Entwicklung der jungen Menschen natürlich nicht im Wege stehen. Er setze sich vehement für die Interessen benachteiligter Jugendlicher ein. Dennoch sollte das Projekt detaillierter dargelegt und nochmal in der Fraktion beraten werden. Vor dem Hintergrund der enormen Finanzen bittet er darum, den Tagesordnungspunkt zur weiteren Beratung an die Fraktionen zu verweisen.

 

Herr Grix schildert, das Projekt habe mit der Jugendwerkstatt begonnen. Zeitweise seien über die Jugendwerkstatt 20 bis 30 Jugendliche an einem Projekt jahrelang beschäftigt worden. Durch viel Ehrenamtlichkeit und mit Unterstützung des damaligen Arbeitsamtes sowie durch EU-Mittel sei dieses Schiff entstanden. Insgesamt seien bis zu 2 Mio. € investiert worden. Das Schiff sollte dem Zweck, für den es damals gebaut worden sei, zugeführt werden. Das Schiff sollte für Jugendliche eingesetzt werden, die auf der Suche nach Perspektiven seien. Es sei eine begleitende Maßnahme, die Hilfestellung zur Lebensführung geben könne. Es sei wichtig, den Jugendlichen eine Perspektive zu geben und diese sozialpädagogisch zu begleiten. Es seien vier bis fünf Personen, die sich ehrenamtlich an dieser Maßnahme beteiligen und Hilfe geben, damit das Projekt qualifiziert umgesetzt werde. Die Ehrenamtlichen hätten im Tischlerbereich oder Metallbereich durch ihre frühere berufliche Tätigkeit hohe Qualifikationen. Andere Beschäftigung für diese Jugendlichen gebe es kaum. Die Perspektive, sich selbstständig weiter zu entwickeln, werde durch diese Maßnahme möglich. Einige junge Menschen, die von Herrn Hass-Tjaden begleitet worden seien, hätten einen Abschluss erreicht und seien zum Beispiel im Hotel- und Gaststättenbereich tätig. Durch das Verdienen des eigenen Geldes wachse das Selbstwertgefühl.

 

Herr Hass-Tjaden gibt an, dass fünf bis sieben Plätze pro Jahr zur Verfügung stehen. Insgesamt könnten somit in den zwei Jahren maximal 14 Teilnehmer begleitet werden. Die ersten Jugendlichen hätten bereits angefragt. Er hofft auf ein positives Ergebnis, um den Jugendlichen eine Perspektive geben zu können. Das Projekt sei der Klosterkammer vorgestellt worden. Die Klosterkammer war tatsächlich äußerst begeistert und habe daraufhin einer Förderung zugesagt.

 

Herr Bornemann weist darauf hin, dass die Jugendwerkstatt vielen Jugendlichen bei der Qualifikation und dem Erreichen einer beruflichen Qualifizierung geholfen habe. Der Verein habe eine Korrektur vorgenommen. Er dankt allen, die daran mitgewirkt haben. Er habe dieses Projekt mit dem Begleitschreiben an die Klosterkammer unterstützt. Die Stadt sei natürlich derzeit in einer schwierigen Finanzsituation. Der Beschluss stehe unter der Voraussetzung, dass das Jobcenter sich finanziell beteiligt. In anderen Bereichen der Stadt sei es bei größeren Förderungen immer so gehandhabt worden, dass die Stadt ihren Beitrag dazu leistet.

 

Herr Bongartz bemerkt, dass die Jugendlichen jeden Tag auf dem Schiff eine Beschäftigung gefunden hätten, um wieder in einen geordneten Lebensablauf zu kommen. Dies sei das Ziel des Projektes. Er appelliert daran, den Beschluss am heutigen Tag zu fassen. Es gelinge tatsächlich nicht jedem, einen positiven Bescheid von der Klosterkammer zu erhalten. Es bleibe bis zum September wenig Zeit. Diskussionen könnten selbstverständlich noch in den anderen Gremien und in den Fraktionen erfolgen.

 

Herr Busch gibt an, die FDP-Fraktion sehe dies als Gesamtkonzept der Stadt Emden, von dem einige Jugendliche profitieren können. Die Stadt Emden könne diese Gemeinschaftaufgabe bewältigen. Die Kritik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen könne er nachvollziehen. Es müssten sehr viele Mittel aufgewendet werden. Die FDP-Fraktion werde dem Konzept dennoch zustimmen und das Projekt unterstützen.

 

Herr Böckmann kritisiert den heutigen Umgang untereinander. Bisher sei es in den Sitzungen Konsens gewesen, einem Antrag auf Verweisung an die Fraktionen stattzugeben. Er gibt zu bedenken, dass die Thematik in der Haushaltskonsolidierung konkret beraten werden sollte. Er werde sich bei dem Beschluss der Vorlage enthalten. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sei grundsätzlich selbstverständlich für das Projekt.

 

Frau Kruse lässt über den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Verweisung an die Fraktionen abstimmen.

 

Beschluss:         Verweisung an die Fraktionen

 

Ergebnis:           mit Stimmenmehrheit abgelehnt

 

Dafür:                  1

Dagegen:             9

Enthaltungen:      0

 

Anschließend lässt Frau Kruse über den Beschluss der Vorlage abstimmen.

 

Beschluss:        

 

Ergebnis:           einstimmig

 

Dafür:                  8

Dagegen:             0

Enthaltungen:      2