Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau Imamovic stellt anhand einer PowerPointPräsentation den Migrations- und Teilhabebericht 2019 vor. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau E. Meyer bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen

 

Herr Grendel stellt heraus, dass neben der Darstellung und Bewertung der umfangreichen Angebote in Emden und der auf die Zukunft gerichteten Bedarfsanalyse eine der wichtigsten Botschaften sei, mit wie viel Engagement die vielen Ehrenamtlichen und die hauptamtlich zuständigen Kolleginnen und Kollegen, allen voran Frau Imamovic, diese wichtigen Aufgaben erfüllen. Dieser Bericht sei eine Zusammenstellung von zehn Jahren Migrationsarbeit. Obwohl in diesem Konzept Handlungsansätze beinhaltet seien, sei nur eine Mitteilungsvorlage erstellt worden. Es sei geplant, im kommenden Jahr ein Integrationskonzept aus diesem Bericht zu machen, welches zur Beschlusslage kommen werde.

 

Herr Mälzer bedankt sich für den hervorragenden Vortrag. Die hier genannten Probleme, die Emden seit 2015 massiv belastet hätten, seien gut gelöst worden. Dennoch käme man immer wieder an Grenzen. Aus seiner Zusammenarbeit mit einigen Flüchtlingen wisse er von den Problemen der Arbeitssuchenden, die ohne beruflichen Hintergrund nach Deutschland kämen. Er erkundigt sich, ob es eine Möglichkeit gebe, denen eine Arbeit zu geben, die diese Menschen auch zufriedenstelle. Abschließend bezieht er sich auf die Aussage, dass die Zahl der Flüchtlinge unter Umständen wieder steigen könne. Er fragt an, ob Emden nach der guten bisher geleisteten Arbeit auch für zusätzliche Aufgaben gerüstet sei.

 

Frau Imamocic erklärt, es sei wichtig, dass die Menschen von den Ansprechpartnern ernst genommen würden. Dieses sei nicht immer der Fall. Bezüglich der Neuzugewanderten würde sich schon eine Menge tun. Durch die Agentur und das Jobcenter würde die Möglichkeit bestehen, eine Aufstockung zu bekommen, wenn der Verdienst den Lebensunterhalt nicht decken könne. Sie würde Menschen, mit denen sie zusammenarbeite, immer wieder motivieren und ermutigen, auch Tätigkeiten anzunehmen, die zunächst einmal nicht lohnenswert seien. Somit könne zunächst ein Einstieg gefunden werden.

 

Weiter führt sie aus, in den letzten Jahren habe man viel dazugelernt und gute Vernetzungsstrukturen aufgebaut. Auch sei sie der Meinung, dass die Verwaltung mit den anderen Institutionen 2015 vor einer neuen Aufgabe gestanden habe, aus deren Bewältigung man erheblich gelernt habe, sodass man eine ähnliche Situation sicherlich meistern könne.

 

Herr Grendel führt aus, 89 % der in den letzten Jahren zugewanderten Migranten hätten keinen n Deutschland anerkannten Berufsabschluss, aber nur 34,5 % der Arbeitslosen hätten einen Migrationshintergrund. Es sei nicht so, dass diese Menschen nicht bereit seien, auch Arbeiten anzunehmen, bei denen das Jobcenter noch aufstocke. Auch müsse man bedenken, dass man sich noch in einem Entwicklungsprozess befinden würde. Nicht alle Menschen hätten ihr mögliches Sprach- und Bildungsniveau schon erreicht.

 

Auf die Frage, ob Emden für die Zukunft gerüstet sei, entgegnet Herr Grendel, dieses würde er zwiespältig betrachten. Zwar habe man gute Erfahrungswerte, doch seien manchmal die Ressourcen nicht mehr vorhanden. Es sei die Idee der integrativen Gemeinwesenarbeit, die Flüchtlingssozialarbeiter nicht zu entlassen, sondern sie anderweitig im Gemeinwesen zu nutzen, damit man sie in der Zeit, wenn erneut mehr Flüchtlinge kämen, wieder stärker in der Integrationsarbeit einsetzen könne.

 

Abschließend stellt er heraus, dass man in der jetzt wieder etwas ruhiger gewordenen Zeit die Prozesse, die in der Hauptlastphase nicht glatt gelaufen seien, optimieren, erproben und verfestigen müsse, um dann für zukünftige Herausforderungen über schlankere und bessere Prozesse zu verfügen.

 

Herr Renken ist der Ansicht, es sei deutlich geworden, dass Integration von Zuwanderung eine große Herausforderung für die Stadt Emden und für die ganze Gesellschaft sei. Strategisch müsste man so vorgehen, dass man die Chancen in den Vordergrund rücken müsse. Es sei deutlich geworden, dass Probleme gelöst, aber Chancen genutzt werden müssten. Herr Renken gibt zu bedenken, dass Emden ohne die Zuwanderung in den letzten 6 bis 7 Jahren mit der Einwohnerzahl schon weit unter 50.000 liegen würde.

 

Bezüglich des Themas Antidiskriminierung stelle sich die Frage, wie man gezielt mit Diskriminierung umgehe, sie erfasse und dokumentiere. Es würde durchaus Vorgehensweisen geben wie die Schaffung einer Antidiskriminierungsstelle. Doch hier frage er sich, ob das vielleicht für Emden zu hochgegriffen sei. Er sei gespannt auf die Vorschläge, die im nächsten Jahren kommen würden. 

 

Frau Imamovic hält das Thema Diskriminierung für sehr wichtig, denn es würde Teilhabe verhindern. Daher sei es notwendig, sich damit zu beschäftigen.

 

Herr Grendel ist ebenfalls der Ansicht, dass diese Diskussion auf jeden Fall geführt werden müsse. Er gibt zu bedenken, dass man manchmal nur schwer zwischen sachlichen Argumenten und tatsächlicher Diskriminierung unterscheiden könne. Von daher sei dieses ein ganz sensibler Bereich. Antidiskriminierung sei eine Haltungsfrage und das müsse in den Köpfen der Menschen und in der Wahrnehmung verändert werden.

 

Herr Dr. Attar bezieht sich auf die Aussage, dass 89 % der Ausländer ohne Berufsausbildung seien. Dieses würde seiner Ansicht nach eine Interpretation sein. Er würde viele Leute kennen, die in ihren Heimatländern eine akademische Berufsausbildung abgeschlossen hätten, die in Deutschland nicht ohne Weiteres anerkannt werde. Daher müsse man mit dieser Aussage vorsichtig umgehen.

 

Weiter bittet er um Klärung bezüglich der Diskrepanz bezüglich der Anzahl der Ausländer und der Hauptherkunftsländer.

 

Herr Grendel sagt zu, die Zahlen noch einmal zu kontrollieren. Er gehe aber davon aus, dass sie stimmen würden.