Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau Kruse begrüßt Frau Noetzel und Herrn von Dincklage übergibt den Vorsitz an Herrn Hencke.

 

Frau Noetzel erklärt, sie und der Abteilungsleiter der Berufsfachschule Altenpflege, Herr Thomas von Dincklage, würden sich freuen, den Mitgliedern des Schulausschusses heute einige Informationen zur generalistischen Ausbildung geben zu dürfen, die sich aufgrund des zum 01.01.2020 in Kraft tretenden neuen Pflegeberufereformgesetzes ergeben hätten.

 

Herr von Dincklage stellt sich zunächst vor und geht dann auf die zum 01.01.2020 anstehenden Veränderungen hinsichtlich des Pflegeberufereformgesetzes ein, welche in der Vorlage dargestellt worden seien, und erläutert diese ausführlich.

 

Herr Hencke bedankt sich für die Ausführungen und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau Kruse stellt heraus, ihr sei unklar, wann nach Zusammenlegung der drei Berufssparten die Prüfung abgelegt werden könne.

 

Herr von Dincklage erläutert, als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann müsse man eine Zwischenprüfung absolvieren. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres habe man dann die Möglichkeit, sich in Form einer Spezialisierung für den Teilbereich der Altenpflege, der Kinderkrankenpflege oder der Krankenpflege zu entscheiden. Dieses mache aber keinen Sinn, weil an der BBS I eine generalistische Ausbildung stattfinden würde. Das bedeute, wenn generalistisch ausgebildet werde, sei man in der Lage, tatsächlich im Krankenhaus, in der Altenpflegeeinrichtung oder in der Kinderkrankenpflege zu arbeiten. Auch andere Berufsschulstandorte würden eine Spezialisierung nicht anbieten.

 

Frau Kruse fragt nach, ob es richtig sei, dass die Ausbildung drei Jahre umfasse und man sich nach zwei Jahren entscheiden müsse, welche Vertiefungsrichtung eingeschlagen werde.

 

Diese Aussage wird von Herrn von Dincklage bestätigt.

 

Herr Buisker fragt, ob der begrenzende Faktor im Augenblick tatsächlich das Vorhandensein der Praktikumsplätze sei und nicht die Möglichkeit der schulischen Ausbildung. Er bittet um Auskunft, wie erfolgsversprechend es tatsächlich sei, ganz konkret viele Leute schnell in diesen Beruf hineinzubringen und die Praktikumsplätze zu schaffen.

 

Herr von Dincklage entgegnet, bisher sei es geplant, dass diese 24 Praktikantenplätze im Klinikum absolviert würden. Es bestünde natürlich auch die Möglichkeit, in Form eines Rotationsprinzips mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Das sei aber abhängig von den Dienstplänen, die im Klinikum vorherrschen würden, denn für den Beruf des Pflegefachmannes bzw. der Pflegefachfrau müsste eine entsprechende Anleitung sichergestellt sein.

 

Frau E. Meyer erkundigt sich, welche Maßnahmen erforderlich seien, um mehr Pflegefachkräfte zu akquirieren.

 

Herr von Dincklage entgegnet, der limitierende Faktor in der Schule seien tatsächlich die Lehrkräfte. In der Vergangenheit sei es tatsächlich mit vielen Mehrstunden gelungen, 45 Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr ausbilden zu können.

 

Frau Noetzel stellt heraus, die personelle Problematik würde man in den Griff bekommen. Ihrer Ansicht nach würde das Problem in der Begrenzung der Praktikumsplätze liegen. Derzeit habe man 24 Plätze im Krankenhaus. Sie erinnert daran, dass auch zukünftig im Zentralklinikum Plätze benötigt würden. Aurich und Norden würden ebenfalls Pflegefachkräfte ausbilden, sodass man wirklich sehen müsse, dass diese Plätze erhalten bleiben könnten. Abschließend betont Frau Noetzel, sollte man diese Plätze im Zentralklinikum nicht bekommen, werde die Altenpflege in Emden keine Zukunft haben.

 

Herr von Dincklage ergänzt, das Krankenhaus werde natürlich auch ausbilden, aber eher in der Richtung Krankenpflege. Zudem habe man den Standort in Norden und in Aurich und noch eine Krankenpflegeschule im Landkreis Aurich. Wenn man nunmehr in Richtung Zentralklinikum schaue auch hinsichtlich der Koordinierungsstelle, halte er wenig davon, dass man dieses ausschließlich im Landkreis Aurich verorten würde. Er sehe zwingend die Notwendigkeit, dass das Thema hier in Emden seine Position finde.

 

Herr Götze sieht es als einen großen Vorteil an, dass jetzt eine Ausbildungsvergütung gezahlt werde. Auch habe er gelesen, dass es möglich sei, eine Teilzeitausbildung zu absolvieren, die dann über evtl. vier Jahre dauern könne. Damit hätten junge Mütter die Möglichkeit, in diesen Bereich hineinzukommen. Er halte es für sicher wichtig, dass Fachkräfte die Ausbildung betreiben würden. Abschließend stellt Herr Götze die Frage, ob sich auch andere Einrichtungen daran beteiligen würden, damit mehr Pflegekräfte ausgebildet werden könnten.

 

Herr von Dincklage nimmt noch einmal Stellung zur Ausbildung und erklärt, auf der einen Seite habe man den Träger, bei dem der Hauptanteil der praktischen Ausbildung erfolge. Auf der anderen Seite habe man den Kooperationspartner, damit der Stundenanteil von 2.500 Stunden tatsächlich auch abgegolten werden könne. Die Idee sei ursprünglich so gewesen, dass jedes Pflegezentrum selber diese Kooperationsverträge hätte schließen müssen. Jetzt wolle man gerne Verbundlösungen haben. Das bedeute, dass man alle Beteiligten in der Pflege an einen Tisch bringen wolle, um gemeinsam einen Netzwerkvertrag unterschreiben zu können. Dann hätten auch die Träger der praktischen Ausbildung quasi ein Stück Sicherheit und für die Planung würde es mehr Verbindlichkeit geben. Man sei relativ weit in dem theoretischen Teil der Ausbildung angelangt. Aber auch für die praktische Arbeit müsse es ein Kurrikulum geben.

 

Herr Busch bedankt sich für die Sensibilisierung dieses Themas. Man habe nunmehr im Emder Krankenhaus erfahren, was es bedeute, dass z. B. die Hebammenausbildung in den vergangenen Jahren nicht genügend forciert worden sei. Das habe große Konsequenzen gehabt.

 

Frau Kruse bemerkt, sie halte den Vorschlag, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen für sehr vorteilhaft.

 

Herr Hencke übergibt den Vorsitz an Frau Kruse.