TOP Ö 10: Verkehrsverhältnisse am Steinweg / Stettiner Str.;
- Antrag der CDU-Fraktion vom 24.02.2020

Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Ubben erläutert die o. g. Vorlage. Insbesondere sei abzuwägen, ob durch die Wegnahme der Fahrbahnverengungen an der Kolberger Straße der Verkehr möglicherweise flüssiger geleitet werden könne und ob dadurch die Gefährdung der Schüler*innen zunehme. Aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht spreche sich die Verwaltung dafür aus, diese Fahrbahnverengung zu belassen. Die dazwischenliegende Brücke habe zudem eine gewisse Breite, die baulich nicht verändert werden könne. Bei einer Veränderung der Fahrbahnverengung sei zu befürchten, dass sich trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung die Zahl von Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen Kolberger Straße / Steinweg und Boltentorstraße / Am Heuzwinger erhöhen. Zudem informiert er über die Kosten für die Entfernung der Engstelle in Höhe der Kolberger Straße, welche schätzungsweise bei etwa 20.000,00 € läge. Sollte die gesamte Fahrbahnverengung aus Richtung der Straße Am Heuzwinger baulich verändert werden, würde die Kostenschätzung zwischen 500.000,00 € und 600.000,00 € liegen.

 

Herr Docter berichtet, in seiner Anfangszeit als Stadtplaner bei der Stadt seien die Fahrbahnverengungen in diesem Bereich entstanden. Bei der damaligen Planung sei ein wesentliches Kriterium gewesen, die Querung des Schülerverkehrs über die Kolberger Straße aus Richtung der (nord-) westlichen Stadtteile sowohl zu Fuß wie auch mit dem Rad sicherer zu machen. In der Vergangenheit sei bereits der Gehwegbereich auf der Brücke, die sogenannte Kappe, verbreitert worden. Aufgrund der Gewichtslast von Fuß- und Radverkehr sei dies seinerzeit möglich gewesen. Deutlich macht er, um mehr Raum für den Autoverkehr zu schaffen, müsste eine neue Brücke gebaut werden. Dies sei kostenintensiv. Er betont, durch breitere Straßen werde zudem der Verkehr beschleunigt. Mit Blick auf die von Herrn Ubben geschilderte Gesamtsituation spreche sich die Verwaltung gegen geschwindigkeitserhöhende Maßnahmen aus.

 

Herr Dr. Ringena argumentiert, der gesamte Bereich sei bereits eine Tempo-30-Zone, daran wolle er auch festhalten. Persönlich habe er die Verkehrssituation vor Ort in Augenschein genommen, mit positivem Ergebnis. Jedoch würde es bei hohem Verkehrsaufkommen an der Engstelle in Höhe der Brücke mit dem Begegnungsverkehr zu Schwierigkeiten kommen. Er hält deswegen eine bauliche Änderung und die Wegnahme der Verkehrsinseln für sinnvoll. Er weist auf das erhöhte Verkehrsaufkommen im Bereich der Schulen und des neuen Baugebietes hin. Die Argumentation der Verwaltung hinsichtlich der Sicherheit verstehe und akzeptiere er, dennoch hätten Autofahrer seiner Meinung nach auch gewisse Rechte, gefahrlos durch die Stadt zu kommen.

 

Herr Docter stellt klar, Veränderungen am Brückenbauwerk zu Gunsten des KFZ-Verkehrs seien bautechnisch nicht umsetzbar.

 

Herr Haase nimmt Bezug auf die Erläuterungen von Herrn Ubben hinsichtlich der Geschwindigkeitsmessungen. Alle Pro-Argumente für eine Wegnahme der Fahrbahnengstelle würden durch die vorgestellten Messergenbisse entkräftet. Diese von Schüler*innen stark frequentierte Bereich würde durch eine solche Maßnahme Menschen gefährden. Er argumentiert, aus Sicherheitsgründen sollten in diesem Bereich keinerlei bautechnischen Änderungen vorgenommen werden, dies auch vor dem Hintergrund der finanziellen Haushaltssituation.

 

Herr Frerichs erinnert an einen Unfall im Bereich der Brücke in den 1990er Jahren, aufgrund dessen die damalige Verengung seiner Kenntnis nach vorgenommen worden sei. Zudem bemerkt er, dass auch die Automodelle sich im Laufe der Zeit verändert hätten und breitere Spurweiten aufweisen.

 

Herr Dr. Ringena erwidert, die Engstelle sie eine echte Gefährdung für die Autos, die in den Spurweiten immer breiter würden. Durch eine Straßenverbreiterung würde sich der Verkehr nicht beschleunigen. Seiner Meinung nach würde man sich als Staatsbürger auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Weiter möchte er den Preis für einen Neubau der Brücke wissen.

 

Herr Docter erklärt, ein Brückenneubau sei unter einer Summe von 500.000,00 € nicht möglich. Der genaue Preis sei allerdings von verschiedenen bautechnischen Kriterien abhängig. Er unterstreicht nochmals die Notwendigkeit dieser Engstellen. Insbesondere habe die Querung des Schülerverkehrs in Höhe der Kolberger Straße Priorität, um den dort vorherrschenden motorisierten Verkehr zu verlangsamen. Zudem sorge die Fahrbahnverengung dafür, dass der Autoverkehr nicht ungebremst in die Engstelle der Brücke einfährt.