TOP Ö 7: Anbringung einer Gedenktafel über "Adolf van Nassau" in oder vor der Johannes a Lasco Bibliothek; - Sachstandsbericht

Beschluss: Kenntnis genommen.

Frau L. Meyer informiert, der mündliche Sachstandsbericht von Herrn Dr. Klaas-Dieter Voß, Johannes a Lasco Bibliothek (JaL), werde in dieser Sitzung nicht vorgetragen. Herr Voß befinde sich zurzeit im Urlaub. Deswegen werde Herr Dr. Jahn den Sachverhalt darstellen.

 

Herr Dr. Jahn teilt mit, die Forschungen des Historikers Herrn Lammert Doedens aus Groningen, Niederlanden, würden fortgeführt. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, daher gebe es keine weiteren Meldungen. Die Publikation mit den Forschungsergebnissen von Herrn Dr. Voß würde vorliegen. Diese weise schlüssig nach, die Begräbnisstätte sei in der heutigen Johannes a Lasco Bibliothek. Allerdings plädiere Herr Doedens, aufgrund seiner Forschungen, für einen anderen Bestattungsort. Weitere Erkenntnisse seien abzuwarten.

 

Herr Bolinius zeigt sich enttäuscht über den Sachverhalt. Er erinnert daran, dass das Anbringen einer Gedenktafel in Absprache mit dem niederländischen Königshaus erfolgen müsse. Er möchte wissen, ob diesbezüglich bereits Kontakt mit dem Königshaus aufgenommen wurde.

 

Herr Dr. Jahn antwortet, Kontakt sei aufgenommen und über Herrn Konsul Dr. Claas Brons verfolgt worden. Eine vorsichtige Bereitschaft zur Anbringung der Gedenktafel in Emden hätten die Niederländer signalisiert. Aufgrund der vermeintlich neuen Erkenntnisse von Herrn Doedens sei das Thema allerdings zurückgestellt worden. Solange es keine eindeutige Klärung gäbe, könne die Gedenktafel nicht angebracht werden.

 

Herr Strelow bedauert den Sachverhalt. Eine Anbringung der Gedenktafel würde er begrüßen. Er erinnert an die Planungen für das 450jährige Jubiläum der Schlacht bei Heiligerlee, welches in 2018 als Event in Emden stattfinden sollte. Allerdings sei es seinerzeit zu Anzweifelungen hinsichtlich des Bestattungsortes gekommen. Daraufhin seien die Untersuchungen von Herrn Doedens angelaufen. Er unterstreicht, für die Niederländer sei „Graf Adolf von Nassau“ sehr bedeutend und werde in der Nationalhymne erwähnt.

 

Herr Kronshagen äußert sein Unverständnis in Bezug auf den DNA-Abgleich. Laut Vorlage sollte dieser im Januar/Februar 2020 starten, da in Oldenburg eine weitere Person gefunden wurde. Er fragt nach, ob dieser Abgleich erfolgt sei.

 

Herr Dr. Jahn antwortet, diese Untersuchungen seien Corona-bedingt eingestellt worden.

 

Herr Bolinius zitiert gemäß der Vorlage 17/1350/1: „Angesichts der wissenschaftlichen Expertise von Dr. Klaas-Dieter Voß ist eine Umsetzung des Beschlusses vom 31.03.2015 zu befürworten: die Verlegung eines entsprechenden Gedenksteines in der Johannes a Lasco Bibliothek mit einem Verweis im öffentlichen Raum“. Er moniert, die Verwaltung würde den Beschluss wieder zurückziehen.

 

Herr Strelow erwidert, die Verwaltung würde die Anbringung einer Gedenktafel befürworten, dieses sei jedoch nicht mit einer Umsetzung gleichzusetzen. Er unterstreicht, solange das niederländische Königshaus keine Zusage erteilt habe, würde Emden diese Erlaubnis nicht erhalten. Diese sei wiederum abhängig von einem entsprechenden Untersuchungsergebnis von Herrn Doedens. Dieser Prozess könne aktuell von Emder Seite nur aufmerksam und konstruktiv begleitet werden.

 

Anmerkung der Protokollführung:

 

Lt. Mitteilung von Herrn Dr. Voß, Johannes a Lasco Bibliothek v. 24.09.2020 habe Herr Doedens ihm am Telefon mitgeteilt, dass seine These, Adolf von Nassau sei in Oldenburg bestattet worden, sich nicht habe verifizieren lassen. Ein DNA-Test habe eindeutig gezeigt, dass die in der Oldenburger Lambertikirche gefundenen Gebeine nicht von Adolf von Nassau herrühren können. Damit gibt er zugleich aber auch die These einer Überführung des Leichnams nach Oldenburg auf. Er sprach die Vermutung aus, dass Adolf von Nassau möglicherweise doch in Emden oder aber in Norden beigesetzt worden sei.