TOP Ö 8: Bericht über das Schulkooperationsprojekt "Emden zur Zeit der Reformation - ein Paradigma für Migration und Austausch?" zwischen dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden und dem Johannes-Althusius-Gymnasium Emden

Beschluss: Kenntnis genommen.

 

 


Frau L Meyer begrüßt Frau Dr. Iris Mäckel, Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG), und Mag. Georg Kö, Ostfriesisches Landesmuseum Emden (OLME), und bittet um die Vorstellung des Zwischenberichtes zum Schulkooperationsprojekt.

 

Herr Mag. Kö bedankt sich für die Einladung. Er erläutert, auf Initiative der Museumspädagogik seien im Spätsommer 2019 Überlegungen aufgenommen worden, wie ein Fachseminar Geschichte zusammen mit dem OLME einen neuen Raum der Vermittlung von Geschichte öffnen könne. Dafür seien zuerst die formalen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines solchen Kooperationsprojektes betrachtet worden. Die Möglichkeit, gemeinsam ein Fachseminar zu gestalten, in dem Schüler*innen in die Praxis eines musealen Betriebes kommen, um dort Wissenschaftspropädeutik vermittelt zu bekommen, sei festgestellt worden. In diesem Zusammenhang bedankt er sich bei allen Beteiligten sowie bei den Fördergebern. Er informiert, das Projekt werde von der Nds. Lotto-Sport-Stiftung und im Rahmen des Schulprogramms „denkmal aktiv- Kulturerbe macht Schule“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Es sei deutlich geworden, dass die Schüler*innen diese neue Art des Lernens und der Wissensvermittlung als bereichernd empfinden, sie würden sich in ihrer Arbeit ernst genommen fühlen.

 

Frau Dr. Mäckel ergänzt, tatsächlich müssten bei dem Projekt viele didaktische Besonderheiten erfüllt werden, wie das Lernen an außerschulischen Lernorten und in komplexen Zusammenhängen. Es sei handlungsorientiert, weil die Schüler*innen auch Produkte erstellen. Zudem sei es wissenschaftspropädeutisch, da die Schüler*innen erstmalig eine wissenschaftliche Arbeit erstellen würden, die sie abschließend mündlich und schriftlich präsentieren. Die Schüler*innen müssten eigenständig aber auch als Team arbeiten sowie mit den Experten kommunizieren.

 

Herr Mag. Kö führt weiter aus, die Zusammenarbeit erfolge mit den Expert*innen des Landesmuseums, des Stadtarchivs und anderer ostfriesischer Wissens- und Bildungsinstitutionen. In diesem Zusammenhang bedankt er sich speziell beim Leiter des Emder Stadtarchivs, Herrn Dr. Rolf Uphoff.

 

Frau Dr. Mäckel informiert, an dem Projekt würden 18 Schüler*innen des Seminarfachs mit geschichtlichem Schwerpunkt teilnehmen. Unterstützt würden sie von 5 Gastschülern. Positiv hebt sie hervor, auch die abiturrelevanten Facharbeiten zu den erarbeiteten Themen des Projektes seien dort erstellt worden, weil die Schüler*innen sich mit dem Projekt identifizieren könnten.

 

Herr Mag. Kö unterstreicht, das Ergebnis des Projektes sei, dass neues Wissen den Schüler*innen nicht nur vermittelt sondern von ihnen selbst produziert werde. Damit sei eine neue Form von Wissen zwischen Schule und den Institutionen der Praxis entstanden. Zudem sollen die Facharbeiten demnächst beim „Schülerpreis für ostfriesische Kultur und Geschichte“ der Ostfriesischen Landschaft eingereicht werden. Seiner Ansicht nach sei durch die hohe Qualität der Arbeiten ein positiver Zuspruch der Jury zu erwarten. Ein weiterer Punkt sei die Erstellung von Flyern, welche Emder Denkmäler beschreiben würden. Diese seien im Juli d. J. der Öffentlichkeit vorgestellt worden und lägen an den kulturellen und touristischen Hotspots der Stadt aus. Mit dieser Tätigkeit seien den Schüler*innen praxisrelevante Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt worden. In diesem Zusammenhang bedankt er sich bei der Druckerei Bretzler für ihre Unterstützung. Die Schüler*innen hätten gelernt, wie man untereinander auf eine wissenschaftliche korrekte und nachhaltige Weise über Themen kommuniziere. Auch einen eigenen Instagram-Account würde es mittlerweile geben. Insbesondere sei es für die Projektleitung ein schönes Ergebnis, mit vielen begeisterten Schüler*innen zu arbeiten und eine Motivation, das Projekt weiterzuführen.

 

Frau Dr. Mäckel teilt abschließend mit, durch die vorwissenschaftliche Ausbildung werde zudem eine Publikation entstehen, weil die Schüler*innen ihre Facharbeiten professionell im Rahmen eines Sammelbandes herausgeben möchten. Eine Redaktion sei deswegen gebildet worden. Als Abschluss werde es einen öffentlichen Workshop geben, bei dem die Veröffentlichungen präsentiert würden. Zudem werde eine Handreichung zum Ablauf des Projektes erstellt, welche an die Museen, usw. weitergeben werde. Auch solle das Projekt verstetigt werden. Deshalb werde bereits das nächste Projekt zum Thema „Zeitgeschichte“ geplant.

 

Frau L. Meyer bedankt sich für die Ausführungen.

 

Herr Bolinius begrüßt das Schulkooperationsprojekt. Er erkundigt sich, ob bereits ein Termin bei der Ostfriesischen Landschaft vereinbart worden sei. Seiner Meinung nach müsse vor einer Veröffentlichung der Publikation erst das Votum der Jury abgewartet werden.

 

Frau Dr. Mäckel antwortet, es würde sich um zwei Schritte nacheinander handeln. Erst das Einreichen der Facharbeiten bei der Ostfriesischen Landschaft. Abgabefrist sei hier der 30.09.2020. Anschließend würden die bearbeiteten Facharbeiten für die Publikation herausgeben. Dies sei vor Weihnachten geplant.

 

Herr Hencke findet es positiv, dass dieses Projekt fächerübergreifend bearbeitet worden sei. Den Schüler*innen seien Kenntnisse aus diversen Bereichen vermittelt worden. Solche Projekte seien an allen Schulen wünschenswert.

 

Herr Strelow bedankt sich bei allen Akteuren für ihr Engagement. Es sei ein Bildungsauftrag, den die Gesellschaft an Schüler*innen habe und dieser sei seiner Ansicht nach hervorragend wahrgenommen worden. Insbesondere sei er über die positive Reflektion der Schüler*innen erfreut. Er stellt heraus, das OLME habe mehrfach Auszeichnungen für die gute museumspädagogische Arbeit bekommen. Eine Weiterführung des Projektes findet er erfreulich. Er möchte wissen, wie dies in der aktuellen Corona-Situation erfolgen könnte.

 

Herr B. Haase begrüßt den ausführlichen Bericht. Seiner Erfahrung nach sei vielen Bürger*innen die Veränderung der Schule nicht deutlich. Dieses Projekt stellt heraus, dass Schule gegenwärtig mehr könne als es früher möglich gewesen sei. Insbesondere die Neueinführung des Seminarfachs der gymnasialen Oberstufe biete hierfür gute Möglichkeiten.

 

Frau Kruse hebt die Begeisterung der Schüler*innen hervor, die sie bei einem Gespräch im Rahmen der Präsentation erfahren habe. Ihrer Ansicht würden bei diesem Projekt die Schüler*innen und das Projektteam gemeinsam profitieren.

 

Herr Mag. Kö antwortet, bereits beim aktuellem Projekt habe man mit den Corona-Bestimmungen umgehen müssen. Es seien entsprechende Techniken, wie beispielsweise Videokonferenzmodule, eine eigene Lernumgebung, Strategien im Umgang mit der Recherche und Quellenvermittlung, entwickelt worden. Mit vielen Bibliotheken sei digital gearbeitet worden. Somit sei man für das neue Projekt vorbereitet. Als letzten Hinweis zur Verstetigung teilt er mit, die noch zu erstellende Handreichung werde nicht nur an Schulen, sondern auch an Museen gerichtet. Sie solle auch über den Museumsverband in Niedersachsen und Bremen verbreitet werden. Ziel sei, dieses „Emder Modell“ in Niedersachsen bekannt zu machen.

 

Herr Dr. Jahn unterstreicht, das Projekt sei mit Enthusiasmus begleitet worden. Zurecht habe Frau Kruse bemerkt, das Team des Landesmuseums habe hinter dem Projekt gestanden. In diesem Zusammenhang macht er auf einen Termin am 03.11.2020 aufmerksam, dort werde das OLME zum 7. Mal mit dem Förderpreis für Museumspädagogik ausgezeichnet.