Beschluss: Kenntnis genommen.

Einleitend erläutert Herr Sprengelmeyer, die Jugendberufsagentur (JBA) Emden sei nach dem Beschluss des Jugendhilfeausschusses vom 24.07.2014 gegründet worden. Zwischenzeitlich habe die Steuerungsgruppe gemeinsame Ziele erarbeitet und eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Im ersten Schritt seien Rahmenbedingungen geklärt worden. Insbesondere hätten in dieser Zeit Workshops mit den Kolleg*innen der Agentur für Arbeit Emden-Leer, dem Jobcenter Emden, der Jugendhilfe, dem Jugendbüro und der Jugendsozialarbeit stattgefunden. Insgesamt seien mannigfaltige Tätigkeiten auf dem Weg gebracht worden. Er unterstreicht, bereits im Vorfeld dieser Kooperationsvereinbarung habe zwischen den Akteuren eine gute Zusammenarbeit bestanden. Als erste Maßnahmen der Jugendberufsagentur hätten die Schüler*innen im Fokus gestanden, in verschiedenen Phasen und mit verschiedenen Formaten seien Schülerbefragungen entwickelt worden. Die Zusammenarbeit mit der Bildungsregion Ostfriesland habe sich weiterentwickelt. Zudem orientiere man sich am Beispiel anderer Kommunen und möchte eine gemeinsame Anlaufstelle der JBA für Jugendliche und junge Erwachsene in Emden schaffen. Neben der Standortfrage sei auch die finanzielle Situation und die Machbarkeit betrachtet worden.

 

Herr Voortmann, Teamleiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Emden-Leer, und Herr Jaspers stellen anhand einer Power-Point-Präsentation den aktuellen Sachstand der Jugendberufsagentur vor. Diese Präsentation ist im Internet über www.emden.de einsehbar.

 

Herr Haase beklagt, der Beschluss des Jugendhilfeausschusses in 2014 sei lange her, er habe schnellere Ergebnisse erwartet. Berichten zufolge gäbe es in der Stadt Leer bereits seit Jahren eine etablierte Anlaufstelle. Die Einrichtung der Anlaufstelle in Emden begrüße er. Er betont, das ganze Projekt sei für Jugendliche sichtbar zu machen, damit es entsprechend fokussiert und auch angenommen werde. Seiner Ansicht nach sei die Arbeit der letzten Jahre im Verborgenen geblieben und deswegen wünsche er sich die Vorstellung einer Bilanz. Zu den Themen der JBA möchte er wissen, ob für diese Arbeit Mitarbeiter*innen der Arbeitsagentur oder der Stadtverwaltung tätig sein würden.

 

Herr Voortmann antwortet, die Verwaltungskraft sei eine Mitarbeiterin des Jobcenters Emden. Sie fungiere als erste Ansprechpartnerin und kanalisiere die entsprechenden Anliegen. Die Fachkräfte der JBA würden sowohl vom Jobcenter Emden, der Agentur für Arbeit Emden-Leer sowie von der Stadt Emden gestellt. Da die Berufsberater*innen in allen Emder Schulen präsent seien und deswegen nicht dauerhaft in der JBA eingesetzt werden könnten, würden die Mitarbeiter*innen rollierend nach einem Dienstplan tätig sein. Ähnlich werde es auch die Stadtverwaltung handhaben, sodass Fachkräfte erreichbar seien.

 

Herr Sprengelmeyer weist hinsichtlich der Aussage von Herrn Haase nochmals darauf hin, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Jobcenter Emden, der Agentur für Arbeit Emden-Leer dem Fachdienst Jugendhilfe sowie der Jugendsozialarbeit der Stadt Emden seit Jahren sehr gut funktioniere. Dies sei bereits vor der Kooperationsvereinbarung so gewesen. Im Rahmen der Steuergruppe sei die Zusammenarbeit mit der Projektgruppe intensiviert worden. Eine räumliche Zusammenlegung werde als Vorteil angesehen, weil dadurch die Wege kürzer seien und insbesondere eine Beratung unter einem Dach erfolgen könne. Vor diesem Hintergrund solle die Realisierung am Standort der Berufsschule erfolgen. Hinsichtlich der finanziellen Situation sei es positiv, dass die Häuser auf dem Areal der Berufsbildenden Schulen II vorhanden seien. Diese hätte das Projekt sehr gut unterstützt. Mit Blick auf eine Bilanz hebt er die gute Zusammenarbeit hervor, u. a. sei das Jugendbüro bereits heute schon im Auftrag des Jobcenters Emden bzw. der Agentur für Arbeit Emde-Leer in der Beratung für Jugendliche tätig. Die Beratung von Einzelfällen könne sicherlich einmal in Form einer Bilanz betrachtet werden. Er schlägt vor, mit dem Projekt zu starten und die Entwicklung zum Sommer hin zusammenzufassen.

 

Herr Ouedraogo bedankt sich für die Präsentation. Er nimmt Bezug auf die Aussage von Herrn Sprengelmeyer hinsichtlich der kurzen Wege. Er könne sich vorstellen, dass die gemeinsame Anlaufstelle den Jugendlichen sehr entgegenkomme. Er begrüßt diesen Ansatz und auch die Ansiedlung auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen II.

 

Herr Busch gibt an, die neue Anlaufstelle der JBA sei ein spezielles Angebot für junge Menschen und werde von der FDP-Fraktion begrüßt. In diesem Zusammenhang erkundigt er sich nach der digitalen Kommunikation. Seiner Ansicht nach hätten Jugendliche einen niederschwelligen Zugang über Soziale Medien oder Messenger wie WhatsApp.

 

Herr Voortmann erklärt, Messenger wie WhatsApp seien in Bezug auf den Datenschutz möglicherweise problematisch. Parallel solle mit der Eröffnung der Anlaufstelle eine Homepage geschaltet werden, sodass zumindest einmal das Angebot im Internet sichtbar sei, dies auch über eine smartphonetaugliche Version. Zudem sei die Erreichbarkeit und Kontaktaufnahme über Email gewährleistet. Soziale Medien würden noch betrachtet.

 

Herr Jaspers ergänzt, in den Jugendeinrichtungen der Jugendförderung, vor allem in der aktuellen Corona-Pandemie, sei mit verschiedenen Formaten sehr viel digital gearbeitet worden, um in den Kontakt mit den Jugendlichen zu treten. Dabei sei bemerkt worden, dass Kinder und Jugendliche bei Problemlagen eher das direkte Gespräch suchen. Sicherlich sollten digitale Möglichkeiten, wie beispielsweise soziale Medien, betrachtet werden. Inwieweit dies dann umgesetzt werde, sei abzuwarten.

 

Herr Götze moniert, auch als Vorsitzender des Beirates für das Jobcenter Emden habe er über diese Entwicklung nicht viel erfahren. Er bestätigt die Aussage von Herrn Haase, dass in der Nachbarkommune Leer die JBA in unmittelbarer Nähe zur Berufsschule angesiedelt sei. Seiner Beobachtung nach mache diese JBA insgesamt einen positiven Eindruck und werde von den jungen Menschen gut angenommen. Er macht darauf aufmerksam, dass die Häuser auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen II als Anlaufstelle abseits der Hauptstraße liegen würden. Deswegen sollten diese von der Hauptstraße sichtbar gemacht werden. Auch er vertritt die Meinung, die weitere Entwicklung solle betrachtet werden. Aktuell gäbe es immer noch viele junge Menschen ohne Ausbildungsplatz, er plädiere für eine Änderung dieser Situation.