Der der Vorlage 17/1646 als Anlage beigefügten Leistungsvereinbarung und Vergütungsvereinbarung über die Ambulante Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten in Tagesaufenthalten für den Tagesaufenthalt Emden zwischen der Stadt Emden und dem Synodalverband Nördliches Ostfriesland wird zugestimmt.

 


Herr Müller-Goldenstedt teilt mit, dass Ende Oktober die alljährliche Stichtagzählung in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Bereich ZBS Regionalvertretung Oldenburg durchgeführt worden sei und informiert über die Ergebnisse (Anlage 2 zum Protokoll). Er weist in diesem Zusammenhang auf eine Berichterstattung der Emder Zeitung zum Thema „Grauer Wohnungsmarkt“ hin. In diesem Artikel werde über finanziell schwache Menschen berichtet, die unter teilweise unzumutbaren Bedingungen wohnen. Auch diese Personen zählen als wohnungslos, da es sich um keine adäquaten Wohnungen handele.

 

Zudem macht er darauf aufmerksam, die Corona-Krise sei für wohnungslose Menschen ein „Lock-out“. Tagsüber könnten sich Obdachlose lediglich im Tagesaufenthalt aufhalten. Während eines Lock-Downs gäbe es für diese Bevölkerungsgruppe ansonsten keine weiteren Aufenthaltsmöglichkeiten, da Imbisse, Cafés, etc., in denen sich Wohnungslose vorübergehend aufhalten könnten, geschlossen seien. Seiner Kenntnis nach hätten andere ostfriesische Städte zum Teil ihre Angebote in Einrichtungen heruntergefahren. Nach einer Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe seien beim ersten Lock-Down bundesweit 70 Prozent der niedrigschwelligen Einrichtungen geschlossen worden. In Emden sei man in einer glücklichen Lage, da der Tagesaufenthalt über entsprechende Raumkapazitäten verfüge. Zudem sei das Personalteam groß. Aufgrund dieser Situation sei der Tagesaufenthalt den umgekehrten Weg gegangen und habe das Angebot ausgedehnt, so dass der Tagesaufenthalt auch an Wochenenden sowie an den kommenden Feiertagen geöffnet sei. Er hebt hervor, dies sei jedoch kein normaler Weg. In den meisten Städten gäbe es oft nur auf freiwilliger Basis Räume, welche den Obdachlosen zur Verfügung gestellt würden. Als Beispiel nennt er die Markthalle in Hamburg.

 

Da die Situation auch in Emden sehr kompliziert sei, werde über Lösungen nachgedacht, wie fehlende Zeiten abgesichert werden könnten für den Fall, dass der Tagesaufhalt doch schließen müsse bzw. wie sich die Zeit bis zur Öffnung der Übernachtung für Obdachlose überbrücken ließe.

 

Frau Meyer bedankt sich für die Ausführungen.