Beschluss: Kenntnis genommen.

Abstimmung: Ja: 0, Nein: 0, Enthaltungen: 0, Befangen: 0

Der zuständige Sozialarbeiter, Herr Bernhard Peters, berichtet über die Jugendarbeit im Stadtteil Borssum. Der Einzugsbereich des Jugendzentrums Borssum gehe von Borssum/Hilmarsum, Widdelswehr/Jarssum, Friesland bis Petkum. In diesem Einzugsbereich leben ca. 9.500 Personen. Im Stadtteil Borssum gebe es eine Anzahl von Vereinen, Verbänden und sonstigen Einrichtungen, z. B. Blau Weiß Borssum, Feuerwehr Borssum, Kaninchenzuchtverein, Kleingartenbauverein Heimaterde und AWO-Süd.

 

Angebote der Kinder- und Jugendarbeit werden außerhalb des Jugendzentrums Borssum nicht kontinuierlich angeboten. Hier gebe es Einzelaktionen bzw. nur vereins- und einrichtungsspezifische Arbeit.

 

Das Jugendzentrum Borssum stehe als Einrichtung der Jugendhilfe allen Kindern und Jugendlichen des Einzugsgebietes zur Verfügung und biete Freizeit, Kultur und Bildungsangebote. Angebote können jedoch nur begrenzt gemacht werden, da die Leistungen lediglich von einer  hauptamtlichen Fachkraft, einem Berufspraktikanten sowie einem Zivildienstleistenden unter Mithilfe der Jugendlichen zu koordinieren und durchzuführen seien. Das Jugendzentrum  sei bis auf samstags an sechs Tagen der Woche geöffnet.

 

Nach Aussage von Herrn Peters gebe es trotz Personalknappheit ein reichhaltiges Angebot, z. B. Teestube, Disco, Streetball und offene Koch-Arbeitsgruppe. Ferner würde Gruppenarbeit angeboten, wie Zeitungsgruppe, Jungengruppe, Kochgruppe, Fotogruppe etc. Außerdem könne man an einer Reihe von Veranstaltungen teilnehmen, unter anderem Wochenendseminaren, Turnieren, Tagesausflügen, Konzerten etc.

 

Herr Peters weist auf die Kooperation mit Vereinen und Verbänden hin. Besonders eng sei die Zusammenarbeit mit der Osterburgschule, mit der projektorientiertes Arbeiten sehr gut laufe.

 

Herr Peters bedauert, daß es sich bei der Angebotspalette hinsichtlich der Arbeit des Jugendzentrums nur um eine "Komm-Struktur" handelt, da es wegen der bereits erwähnten Personalknappheit nicht möglich sei, Streetworking zu betreiben, um auf die Jugendlichen zuzugehen. Ein weiteres Problem sei der jährliche Personalwechsel hinsichtlich des Zivildienstleistenden und des Praktikanten. Hier fehle eine intensive kontinuierliche Beziehung zu den Jugendlichen. Kopfzerbrechen bereite ihm des weiteren der sogenannte Reinigungsdienst des Jugendzentrums. Für das Jugendzentrum gebe es keine Reinigungskraft, so daß alle anfallenden Reinigungsarbeiten vom hauptamtlichen Personal und den Besuchern des Jugendzentrums selber gemacht werden müssen. Dieses koste Zeit, die ihm nicht mehr für die eigentlichen Aufgabe, die Jugendarbeit, zur Verfügung stehe.

 

Frau Meyer möchte wissen, weshalb 6 bis 12jährige Kinder nicht kommen, ober ob es kein Angebot für diese gebe.

 

Herr Peters erwidert, daß hier spezielle Angebote gemacht werden müßten, jedoch aus räumlichen und personellen Gründen sei es nicht möglich, ein ständiges Angebot zu unterbreiten.

 

Frau Meyer möchte des weiteren wissen, weshalb Jugendliche das Jugendzentrum nicht selber sauber halten können.

 

Herr Peters erkärt, daß Jugendliche bereits bei Renovierungsarbeiten zur Verfügung stünden, jedoch beim regelmäßigen Reinigungsdienst nicht immer einbezogen werden könnten. Dieses sei nicht zumutbar wegen Gleichberechtigung.

 

Herr Saathoff vertritt die Ansicht, daß es den Mitarbeitern sowie Jugendlichen durchaus zuzumuten sei, die Räume sauber zu halten. Aufgrund der bekannten Finanzknappheit der Stadt Emden könne man sich glücklich schätzen, weiterhin fünf Jugendzentren betreiben zu können.

 

Frau Tamminga vertritt die Auffassung, daß es den Jugendlichen nicht schade, das Jugendzentrum selber sauber zu halten. Sie sei froh darüber, daß der Jugendetat nicht beschnitten worden sei und könne demnach nicht nachvollziehen, daß das vorhandene Geld für Reinigungskosten ausgegeben werden solle.

 

Herr Herbst äußert Bedenken und bezeichnet es als unglücklich, wenn Jugendliche die öffentlichen Räumlichkeiten selber sauberhalten sollen. Er äußert ferner Bedenken dahingehend, daß viele nicht mehr kämen, wenn sie hier regelmäßig putzen müßten. Nach seiner Meinung sei eine offene Jugendarbeit dann nicht mehr möglich.

 

Herr Grix führt aus, daß das Jugendzentrum das Haus der Jugendlichen sei, und somit haben sie auch einen Teil der Verantwortung zu tragen. Zur Selbstverantwortung gehöre auch Selbstverwaltung, und so können die Jugendlichen selbst entscheiden, ob sie ihr Haus verkommen lassen oder nicht. Er halte es für sehr wichtig, ein Konzept für die künftige Arbeit in allen fünf Jugendzentren der Stadt zu erarbeiten, und es sei notwendig, daß die Kinder und Jugendlichen in das Konzept eingebunden werden. Es sei heutzutage schwieriger, einen Zugang zu ihnen zu finden. Eine Identifikation sei jedoch notwendig, und inhaltliche Arbeit halte er für äußerst wichtig.

 

Herr Sprengelmeyer ergänzt, daß sich das Profil der Jugendzentren verändert habe. In diesem Zusammenhang verweist er nochmals auf die Stadtteilkonferenzen, in denen die Angebote geprüft und notwendige Schlüsse gezogen werden. Nach seinen Worten habe sich die Jugendzentrumsarbeit dahingehend gewandelt, daß ein Jugendzentrum mehr und mehr Ansprechpartner in den verschiedenen Stadtteilen sei und somit müsse der Kontakt zu Schulen und Vereinen verstärkt werden.