Beschluss: Kenntnis genommen.

Herr Frein erläutert gemeinsam mit Frau Hinrichs ausführlich die Auslandsmaßnahmen im Rahmen des § 34 SGB VIII anhand einer PowerPoint-Präsentation. Diese Präsentation ist im Internet unter www.emden.de einsehbar.

 

Frau Grix bedankt sich und bittet um Wortmeldungen.

 

Frau E. Meyer bedankt sich für die Ausführungen und fragt an, ob die Jugendlichen freiwillig in diese Auslandsmaßnahmen gehen würden. Außerdem bittet sie um Auskunft, wie anschließend der weitere Weg hinsichtlich der Eingliederung sei.

 

Herr Fooken bedankt sich ebenfalls für den interessanten Vortrag. Er erkundigt sich, wie die Jugendlichen in den Familien mit der Sprache zurechtkämen. Weiter fragt er an, wie lange ein solcher Aufenthalt dauern würde, wie diese Maßnahmen geprüft würden und zu welchem Zeitpunkt über einen solchen Auslandsaufenthalt entschieden würde.

 

Frau L. Meyer wirft die Frage auf, ob es auch zum Abbruch der Maßnahme z. B. aufgrund von Heimweh kommen könne.

 

Herr Ouedraogo bedankt sich für die ausführliche Vorstellung und fragt an, wie die Wahl des Ortes bestimmt werde.

 

Herr Frein erklärt, Freiwilligkeit sei eine Voraussetzung. Es stelle sich jedoch die Frage, in welcher Situation sich die Jugendlichen befinden würden. Oftmals würden sie sich an der Grenze zur geschlossenen Unterbringung oder Haft befinden. Dieser Hintergrund sei den Jugendlichen bekannt und spiele wahrscheinlich eine Rolle. Natürlich würde es bei den Maßnahmen auch Ausreißer in den negativen Bereich mit Abbrüchen oder Rückkehr geben. Herr Frein macht anhand eines Beispiels deutlich, bei dem die Maßnahme positiv verlaufen sei. Jedoch würde es auch Maßnahmen geben, bei dem die Integration gescheitert sei und die Jugendlichen zurückgekommen seien. Eine Eingliederung könne sowohl in Deutschland als auch im Gastland stattfinden. Dieses sei eine wichtige Voraussetzung. Die Integrationsplanung beginne nicht erst, wenn der Jugendliche im Ausland sei, sondern sei von vornherein mit im Blick.

 

Bezüglich der Sprache in den Gastfamilien führt Herr Frein aus, in Namibia sei es von Vorteil, dass viele Menschen aufgrund der Geschichte dort deutsch sprechen würden. Zudem werde afrikaans und englisch gesprochen. Für den Jugendlichen sei es eine enorme Anforderung, sich auf die Sprache und Kultur einzulassen.

 

Herr Frein erklärt, die Dauer des Aufenthaltes sei sehr unterschiedlich und bewege sich zwischen einem Kurzzeitaufenthalt von drei Monaten bis hin zu einem längeren Aufenthalt, der eine Ausbildung einschließe. Auslandsmaßnahmen seien in der Regel eher kürzer als Inlandsunterbringungen. Die Prüfung der Maßnahmen laufe im Hilfeplanverfahren. Diese werde auch auf die Auslandsmaßnahmen angewendet und bedeute, dass es regelmäßige Kontakte geben würde. Ziele würden festgelegt, geprüft und auch fortgeschrieben.

 

Auch der Zeitpunkt der Entscheidung sei gesetzlich mehr oder weniger vorgegeben. Zunächst müssten Maßnahmen im Land stattfinden. Danach würde überlegt und entschieden. Oftmals würde es Rückmeldungen aus den Gastfamilien geben, warum die Jugendlichen nicht früher geschickt würden. Abschließend stellt Herr Frein fest, die Wahl des Landes orientiere sich an den Ressourcen und Möglichkeiten des Jugendlichen.

 

Frau L. Meyer fragt an, ob es sich bei diesen Maßnahmen mehr um männliche oder weibliche Jugendliche handele.

 

Herr Frein entgegnet, bei den acht Jugendlichen handele es sich um eine weibliche Person und sieben männliche Personen.

 

Herr Wittmer-Kruse erkundigt sich nach der Erfolgsquote bei den herkömmlichen Maßnahmen.

 

Herr Frein führt aus, da ihm die genauen Zahlen nicht bekannt seien, werde er diese Frage über das Protokoll beantworten.

 

Anmerkung der Protokollführung:

Zitat aus Macsenaere u.a., InHaus Individualpädagogische Hilfen im Ausland: Evaluation, Effektivität, Effizienz - Seite 151

 

„Trotz dieser z. T. schwierigsten Ausgangslagen weisen die untersuchten Hilfen im Ausland einen sehr positiven Verlauf auf. Gemessen an der Gesamteffektivität wird eine äußerst hohe Erfolgsquote von 89 Prozent erreicht.“

 

Eine Vergleichszahl für die Maßnahmen im Inland wird nicht genannt. Die Frage kann daher nicht beantwortet werden.