Beschluss: mit Stimmenmehrheit

Abstimmung: Ja: 33, Nein: 1, Enthaltungen: 0

An den Berufsbildenden Schulen II der Stadt Emden wird vorbehaltlich der Genehmigung durch die Landesschulbehörde zum 01.08.2013 eine Fachschule Hotel- und Gaststättengewerbe („Hotelfachschule“) in Teilzeitform eingerichtet.


Herr Götze verweist auf seine bereits in der der Schulausschusssitzung am 04.06.2013 ablehnend geäußerte Haltung. Diese hätte sich auch nicht geändert, nachdem er sich intensiver mit dem Thema beschäftigt hätte.

 

Grundsätzlich könne man natürlich nichts gegen sinnvolle neue Bildungsangebote haben. Wenn man sich die Situation aber etwas genauer anschaue, sei der Facharbeitermangel im Hotel- und Gaststättengewerbe zum größten Teil „hausgemacht“:

 

Eine Expertise des DGB zu diesem Thema vom Mai d. J. zeige deutlich auf, wo die ursächlichen Probleme der Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen - besonders im Hotel- und Gaststättengewerbe - zu finden seien. Ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule in Emden zu diesem Thema bestätige die Problematik für das Hotel- und Gaststättengewerbe auch für den ostfriesischen Bereich. An dem Forschungsprojekt sei er selber mit beteiligt.

 

Rund die Hälfte aller Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe brächen ihre Ausbildung ab und beendeten damit ihre Ausbildung vorzeitig. Bei denen, die übrigblieben, läge die Misserfolgsquote bei den Abschlussprüfungen bei 19 %. Es gäbe in keinen anderen Berufsbereichen diese hohen Abbruch- und Durchfallquoten.

Ursache dafür seien: u. a. Missstände und das Fehlverhalten vieler Betriebe: Wenn diese nicht schonungslos angegangen würden, werde es zu keiner Verbesserung der Situation kommen können.

 

Junge Menschen müssten für eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe begeistert werden. Dazu gehöre, dass sie qualifiziert würden und im späteren Berufsleben auch eine gute Perspektive geboten bekämen. Mit der heutigen Beschlussvorlage zur Errichtung einer Fachhochschule im Hotel- und Gaststättengewerbe in Teilzeitform als Weiterbildungsmaßnahme könne er dieser Vorlage nicht zustimmen.

 

Was ihn bei den Recherchen im Internet überrascht hätte, sei, dass eigentlich etwas beschlossen werde, was in Wirklichkeit schon aktiv praktiziert werde. Dies sei ein Unding.

 

Herr Haase meint, auch dies sei ein schönes Beispiel dafür, dass in den Fraktionen lebhaft diskutiert werde. Die SPD-Fraktion werde diesem Antrag mit Freude zustimmen. Die SPD sei immer für Bildung eingetreten und hier handele es sich um ein zusätzliches Qualifikationsangebot für diejenigen, die in Teilzeit arbeiteten. Eine gute Qualifizierung sei die ideale Voraussetzung, um ein selbsterfülltes Leben zu führen.

 

Herr Bongartz bemerkt, es würde momentan die gleiche Diskussion geführt wie am 04.06.2013 im Schulausschuss. In der Sitzung seien von der BBS ausführlich die Beweggründe für diese Entscheidung erläutert worden und aufgrund dessen werde die CDU heute auch zustimmen. Hier gehe es um eine Besserstellung der Bediensteten im Hotel- und Gaststättengewerbe und er wundere sich, dass Herr Götze sich dagegen ausspräche.

 

Frau Schmidt erklärt, sie könne sowohl der Argumentation von Herrn Götze als auch von Herrn Bongartz folgen. Der Gaststättenbereich sei ein schwieriger Bereich. Die Arbeitsbedingungen seien hart und die Menschen, die diese Betriebe führten, nutzten vielfach die Arbeitnehmer extrem aus. Nichtsdestotrotz sei sie der Meinung, könne man jetzt nicht deswegen auf die Qualifikation dieser MitarbeiterInnen verzichten. Dies seien zwei verschiedene Dinge, die in einen Zusammenhang gebracht würden, die aber keinen Zusammenhang hätten. Sie könne es aber unterstützen, dass man sich um diesen Bereich kümmern müsse. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen werde dieser Vorlage ebenfalls zustimmen.

 

Frau Eilers meint, Herr Götze provoziere durch seine Äußerungen, dass den jungen Leuten mehr Aufmerksamkeit gewidmet werde. Dies begrüße sie. Wenn er aber u. a. eine Modernisierung der Ausbildungsinhalte fordere, dann sei seine ablehnende Haltung nicht richtig, denn genau dies passiere an der Schule. Er bittet Herrn Götze, dies noch einmal zu überdenken.